Ab in die Pilze

Es ist die Zeit des Pilzesammelns. Leckere Pilzgerichte locken uns in die Wälder. Dabei gilt im Allgemeinen aber für Pilzanfänger im Besonderen der Warnhinweis:

NUR DIE PILZE SAMMELN, DIE SIE SICHER(!) KENNEN.

Es gibt auch hierzulande viele Pilze, die zu Vergiftungen führen können und gemeinerweise zudem leckeren Speisepilzen sehr ähnlich sehen.

Verwässerte sowie madenbefallene Pilze sollten Sie auch lieber am Standort zurücklassen, ebenso artengeschützte Sorten. Beachten Sie zur Arterhaltung auch, das Pilzgeflecht im Boden zurückzulassen und decken Sie es ab.

Pilze werden übrigens nach dem Grad ihrer Genießbarkeit in vorzügliche sowie gute Speisebilze bzw. in Giftpilze eingeteilt. Sie sollten nicht roh oder in großen Mengen verzehrt werden, da sie schwer verdaulich sind. Man sammelt sie in luftdurchlässigen Behältern (z.B. Körbe) und bewahrt sie auch in diesen auf. Da sie schnell verderben, sollte man sie zeitnah zubereiten. Fertige Pilzgerichte nicht aufbewahren und nicht wieder aufwärmen, da durch Zersetzungsprodukte weitere Vergiftungsgefahren lauern.

Was tun bei einer Pilzvergiftung?

Sie treten mit unterschiedlicher Zeitverzögerung (Minuten z.B. beim Faltentintling bis zu 24 Stunden z.B. beim Knollenblätterpilz) auf. Die ersten typischen Anzeichen einer Pilzvergiftung sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, krampfhafte Blähungen, Durchfall und/oder Schwindel, Rausch, Benommenheit, Rötung und/oder Schweißausbruch, Speichel-, Tränenfluss und/oder Herz-Kreislaufschwäche, Kollaps. Deshalb sollten Sie sofort einen Arzt, diensthabenden Notarzt oder die Giftinformationszentrale kontaktieren, sofern Sie nach dem Verzehr von Pilzen eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken. Haben noch andere Personen mitgegessen? Heben Sie auch Pilzreste auf und notieren Sie alle Informationen, Uhrzeiten, Fundorte etc. rund um Ihr Pilzessen für spätere Fragen.

Auf unserer Website haben wir in der Rubrik Gesundheitsinfos u.a. auch die Telefonnummern und Webadressen der Giftinformationszentralen gesammelt: http://www.flora-pharm.de/vergiftung.htm

In der Galerie stellen wir Ihnen einige leckere Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger vor. Aber Vorsicht, ein paar Fotos machen sie nicht zum Experten. Im Zweifelsfall lieber ohne Beute heimkommen und einen schönen Waldspaziergang gehabt haben sowie bei Problemen lieber früher als zu spät einen Arzt kontaktieren.

 

1. Grünling
Sein Name täuscht, man wird nicht grün nach Genuss…
Der Grünling hat als giftigen Doppelgänger den Schwefelritterling (vgl. Bild)

2. Maronen (-röhrling)
Scharf angebraten ist er fast so köstlich wie der Steinpilz, ggf. einfach die matschigen Röhrenschwämme unter dem Pilzkopf entfernen.
Der Maronenröhrling hat als giftigen Doppelgänger den Gallenröhrling (vgl. Bild)

3. Pfifferling
Herrlich zu Wildgerichten, als Pfännchen oder im Rührei…
Der Pfifferling hat als Doppelgänger den falschen Pfifferling (vgl. Bild)
In diesem Fall keine Angst vorm Sammeln, denn selbst der Doppelgänger kann zubereitet werden, ist aber bei weitem nicht so delikat.

4. Schopftintling
Er ist recht unbekannt, aber dennoch außerordentlich delikat und würzend.
Der Schopftintling hat als giftigen Doppelgänger den Faltentintling (vgl. Bild)

5. Steinpilz
Also wer ihn nicht mag, der kann ihn gerne bei uns abgeben… J
Der Steinpilz hat als giftigen Doppelgänger den Gallenröhrling (vgl. Bild)

6. Stockschwämmchen
Wenig bekannt, obwohl er lecker und gut verbreitet ist.
Das Stockschwämmchen hat als giftigen Doppelgänger den grünblättrigen Schwefelkopf (vgl. Bild)

7.  (Wiesen-) Champignon
Der Klassiker, selbst gesucht schmeckt er umso besser…
Der Wiesen-Champignon hat als giftigen Doppelgänger den weißen Knollenblätterpilz (vgl. Bild)

8. Die Klasse der „guten“ Speisepilze
In den ersten sieben Teilen haben wir Ihnen die heimischen „vorzüglichen“ Speisepilze vorgestellt, fünf weitere als „gute“ Speisepilze einsortierte Sorten und ihre Doppelgänger finden Sie ebenfalls in unserer Pilzgalerie.
Hervorzuheben ist von diesen jedoch die Morchel. Nach Meinung unseres Apothekers einer der leckersten Pilze, z.B. für mittel- bis dunkelbraune Soßen. Es ist aber in der Tat so, dass einige Menschen ihn nicht so gut vertragen, was ihm „nur“ die Einsortierung in die „guten“ Speisepilze beschert.

 

Unser Apotheker Herr Domhardt ist übrigens auch leidenschaftlicher Pilzsammler… Wenn Sie Fragen haben und in der Nähe sind, können Sie auch gern Ihren Fund mitbringen.

Sprechen Sie uns an.