Algen bei Mastopathie

Algen und andere Meeresvitalstoffe scheinen gerade für die Frauengesundheit wertvoll. Zum Beispiel in der Behandlung zyklusbedingter Brustschmerzen und bei der Prävention von Brustkrebs.

Dr. med. Bettina Hees, Gründerin und Leiterin des Forschungsinstituts MMR Medical Marine Research in Hamburg, erforscht die Vitalstoffe des Meeres. In einem internationalen Netzwerk aus Algenforschern, Mikrobiologen, Ärzten und Kliniken entwickelt die Ernährungsmedizinerin und Algologin Rezepturen für die Bereiche Gesundheitsprävention, Anti-Aging und Ernährungsmedizin. Sie meint: „Forschung und Entwicklung laufen auf Hochtouren und werden in der Zukunft viele interessante Gesundheitskonzepte und Produkte aus dem Meer anbieten können.“

 

Frau Dr. Hees, woher stammt die Motivation, Wirkstoffe aus dem Meer für die Gesundheit zu nutzen?

Die Grundlage meiner Arbeit bildeten die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien aus Asien. Sie zeigten, dass Wirkstoffe aus dem Meer auf vielfache Art gut sind für unsere Gesundheit und in der Behandlung von Erkrankungen sehr gut begleitend eingesetzt werden können. Algen beispielsweise enthalten Inhaltsstoffe, die es in Landpflanzen nicht gibt. Die gilt es für unsere Gesundheit verfügbar zu machen – die Kraft des Meeres: natürlich, unverfälscht, wirksam und in hervorragender Qualität.

 

Unter gutartigen Veränderungen des Brustdrüsengewebes, sogenannten Mastopathien, leiden viele Frauen zwischen 30 und 55. Was geschieht da?

Die Brust ist häufig sehr gespannt, geschwollen und druckschmerzhaft. Man fühlt sich weniger attraktiv und in seinem Leben eingeschränkt. Die meisten Frauen sehnen den Tag herbei, an dem die Beschwerden nachlassen: unmittelbar nach der Periode. Auch mit der Menopause wird es besser. Ursachen der Mastopathie sind zum einen das hormonelle Ungleichgewicht zwischen einem hohen Östrogen- und einem niedrigen Gestagenspiegel. Das führt zu Entzündungen und Flüssigkeitseinlagerungen in der Brust. Zum anderen sind Schilddrüsenfunktionsstörungen und Jodmangel ursächlich an der Entstehung beteiligt. Interessanterweise litten 1920 nur drei Prozent aller amerikanischen Frauen unter einer fibrozystischen Mastopathie, heute sind in den USA 90 Prozent, in Deutschland mindestens 70 Prozent aller Frauen betroffen! Dies weist auf ein Zuviel an östrogenartig wirkenden Stoffen und eine zu geringe Jodzufuhr in der Ernährung hin.

 

Meist werden Hormonpräparate verschrieben.

Hormone sind in der Behandlung nicht das Mittel der ersten Wahl, wir haben es ja bereits mit einem Hormonproblem zu tun. Ausnahme: Ein bioidentisches Gestagen-Gel kann nach Absprache mit dem Arzt zwischen dem 16. und 25. Zyklustag angewendet werden. Schmerzmittel können, sollten aber wegen unerwünschter Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Meeresalgen reduzieren auf natürliche Weise den Östrogenspiegel im Körper.

 

Wie schaffen die Algen das?

Östrogen wird aus Cholesterin, also Fett, gebildet. Übergewicht, vor allem am Bauch, zieht daher immer eine erhöhte Östrogenproduktion nach sich. Wenn das Östrogen seine Aufgaben erledigt hat, wird es zur Leber transportiert, zerlegt und aus dem Körper ausgeschieden. Ein Großteil des abgebauten Östrogens wird aber im Dickdarm rückresorbiert, fließt also wieder in den Hormonhaushalt zurück. Genau an dieser Stelle greifen Meeresalgen regulierend ein: Sie reduzieren die Rate des zurückfließenden Östrogens, indem sie die Rückresorption zu einem Anteil blockieren. Es ist dann immer noch genügend Östrogen vorhanden, das Zuviel wird abgefangen. Japanerinnen, die sich traditionell täglich mit Meeresalgen ernähren, kennen Beschwerden wie Mastopathien oder Wechseljahrs-beschwerden gar nicht. Sie sind bis ins hohe Alter fit und schlank – auch deswegen, weil Meeresalgen den Fettkiller Fucoxanthin enthalten.

 

Ist der hohe Jodgehalt der Algen ausschlaggebend?

Ja. Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, ein Mangel wird mit verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen in Zusammenhang gebracht: Haarausfall, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Zyklusstörungen, Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto. Auch für eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Baby ist die ausreichende Jodversorgung unbedingt notwendig. Frauen, die stillen, speichern viermal mehr Jod in den Milchgängen. Das zeigt, wie wichtig Jod für Gesundheit und Entwicklung des Babys ist. Ein gesunder Erwachsener benötigt 250 bis 300 Mikrogramm Jod pro Tag. Fisch, Muscheln und Meeresalgen sind die einzigen natürlichen Jodquellen, Kaliumjodid findet sich als Zusatz in Kochsalz.

PS: auch in unserem Vitalstoff-Lexikon: Jod

 

Was macht Jod aus Algen so besonders?

Jod ist nicht gleich Jod: Jodid in Speisesalz wird zu 90 Prozent innerhalb von zwei Stunden nach Aufnahme wieder ausgeschieden. Meeresalgen liefern drei verschiedene chemische Formen von Jod: organisches und anorganisches Jodid sowie molekulares Jod. Organisch gebundenes Jodid dient als Depot. Die Schilddrüse benötigt Jodid, während die Brust zu ihrem Schutz zusätzlich molekulares Jod benötigt. Letzteres schützt die Drüsengänge vor Krebs. Jodmangel wird mehr und mehr als Mitverursacher für Brustkrebs und gutartige Mastopathien erkannt. Und sehr viele Schilddrüsenfunktionsstörungen entstehen aufgrund von Jodmangel. Ob nun eine Unterfunktion oder eine Überfunktion der Schilddrüse vorliegt, die Zufuhr von natürlichem Jod ist immer der erste Schritt zu einer Normalisierung der Schilddrüsenfunktion, und zwar in einer Dosierung von 150 bis 300 Mikrogramm natürlichem Jod aus Algen pro Tag als Nahrungsergänzung. Auch bei einer Hashimoto-Erkrankung der Schilddrüse dürfen täglich bis zu 300 Mikrogramm natürliches Jod zugeführt werden. Die Warnung, man dürfe bei Schilddrüsenproblemen auf keinen Fall Jod zuführen, gilt für das natürliche Jod aus Algen in der empfohlenen Dosierung nicht. Das beste Beispiel für eine die Gesundheit schützende Wirkung von Jod sind Länder wie Japan, in denen jodhaltige Algen auf dem täglichen Speiseplan stehen und so gut wie keine Funktionsstörungen der Schilddrüse und deutlich weniger Beschwerden der Brust zu verzeichnen sind.

 

Algen gelten außerdem als Anti-Aging- Spezialisten.

Viele körperliche Probleme zeigen sich zwar unterschiedlich in verschiedenen Organen, haben aber sehr häufig die gleiche Ursache: freie Radikale in der Umwelt, die Gewebsstrukturen zerstören und zu Entzündungen führen. Sie sind die Ursache der vorzeitigen Hautalterung mit verstärkter Faltenbildung, trockener Haut, Pigmentflecken und unruhigem Hautbild. Auch Algen sind im Meer der ständigen Attacke durch freie Radikale ausgesetzt. Sie wehren sich, indem sie Antioxidantien bilden, die freie Radikale abfangen und unschädlich machen. Außerordentlich wirksam ist Astaxanthin von der Mikroalge Hämatococcus pluvialis. Es ist das in der Natur am stärksten wirksame Antioxidans, ein »Superantioxidans«.

 

Wie wende ich Algen an?

Ab dem 40. Lebensjahr sollte man Astaxanthin in seine Ernährung aufnehmen, um sich vor Langzeitschäden durch freie Radikale zu schützen. Die Meeresalge Laminaria kann äußerlich sehr gut angewendet werden: Entweder in ganzen getrockneten Blättern, die man in Wasser 30 Minuten quellen lässt und auf Gesicht und Körper auflegt. Oder als entgiftendes Fußbad oder Wannenbad im Sinne einer Thalasso-Therapie. Das Ergebnis ist eine seidenweiche, verjüngte und elastische Haut, sehr gut wirksam übrigens bei unreiner Haut.

 

Algen und Darmgesundheit: ein Zusammenhang?

Hier ist die Meeresbraunalge Ascophyllum nodosum zu nennen. Sie stärkt das Immunsystem im Darm, fördert eine stabile Darmflora, die ja bei vielen Menschen gestört ist, und sorgt für eine geregelte Verdauung und Entgiftung. Wegen ihrer geprüften Qualität ist hier die Meeresbraunalge Seagreens® Ascophyllum nodosum empfehlenswert.

 

 

PS: Algen lassen sich auch recht einfach in die Speisekarte integrieren und das nicht nur in Form von Nori-Algenblättern beim Sushi. Probieren sie eine bekömmliche Misosuppe mit Kombu oder einen Wakame-Algensalat. Passende Rezeptideen finden Sie z.B. bei unserem befreundeten Blog Cooking-Fun.de – Stichwort Alge.

 

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

 

Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Die komplette „natürlich Frau“ bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke als monatliches Special in der „Naturheilkunde & Gesundheit“.