Füße – Wunderwerke der Natur

90Unsere Füße sind Wunderwerke der Natur. Sie tragen uns nicht nur durch das Leben und sorgen für Gleichgewicht und Stabilität. Sie haben so viele Reflexzonen, dass sie ein Spiegelbild aller unserer Organe und Körperregionen sind. Die Nerven, die für die Beweglichkeit der Fußmuskeln zuständig sind, entspringen der Wirbelsäule und zählen zu den längsten Nervenbahnen des gesamten Körpers. Der Naturwissenschaftler Leonardo da Vinci bezeichnete den menschlichen Fuß als eine der „komplexesten Maschinen“ der Welt. Warum schenken wir unseren Füßen dann so wenig Aufmerksamkeit?

Wir können hüpfen und springen, schleichen und sprinten. Die Laufleistung unserer Füße ist enorm und wird viel zu selten gewürdigt. Stattdessen sperren die meisten von uns ihre Füße täglich in viel zu schmales Schuhwerk ein. Und das hat Folgen: Fußmuskeln, die in Schuhen stecken, arbeiten zu wenig und verkümmern auf Dauer. Eine schwache Fußmuskulatur bewirkt einen Dominoeffekt und zieht die Knie, Hüfte und die Wirbelsäule in Mitleidenschaft. Der Zustand der Füße beeinflusst die Gesundheit des gesamten Bewegungsapparates.

Es geht um mehr als Ihre Füße

Biomechanische Fuß- und Gesundheitsprobleme lassen sich beheben, wenn Sie Ihren Füßen täglich ein wenig Zuwendung geben. Mit einem speziellen Trainingsprogramm stärken Sie Schritt für Schritt Ihre Fußmuskulatur und korrigieren Ihre Körperhaltung. Schmerzen werden gelindert und das Allgemeinbefinden verbessert sich.

 

Füße und ihre Fakten

  • Der Fuß besteht aus 26 Knochen und 27 Gelenken.
  • 107 Bänder, 32 Muskeln und Sehnen sorgen für die Fußbeweglichkeit.
  • 700 Nervenenden wurzeln in der Fußsohle.
  • 1/4 aller Knochen im menschlichen Körper gehört den Füßen.
  • 90.000 Schweißdrüsen haben den Füßen den Beinamen gegeben: Käsemauken.
  • 60% der Erwachsenen leiden unter Fußfehlstellungen, bedingt durch falsches Schuhwerk. Frauen sind vier Mal so häufig betroffen wie Männer.
  • 70% aller Diabetiker erleiden Nervenschädigungen, die im schlimmsten Fall zu Fuß- oder Unterschenkelamputationen führen können.

 

Fuß-Yoga

1) Waden dehnen

Stellen Sie einen Fuß auf eine Handtuchrolle und senken Sie die Ferse zum Boden. Setzen Sie den anderen Fuß einen Schritt nach vorn. Die Füße sind gerade ausgerichtet, die Knie gestreckt und die Hüfte steht senkrecht über dem hinteren Fußgelenk.
Wiederholen Sie die Übung mit dem anderen Fuß.

 

2)Beinrückseite strecken

Ihre Füße stehen parallel zueinander. Setzen Sie die Vorfüße auf die Handtuchrolle und beugen Sie sich mit geradem Rücken nach vorne (Hände flach auf die Hockersitzfläche).
Schieben Sie das Becken leicht nach hinten. Sie verstärken die Dehnung, je höher die Handtuchrolle ist.

 

3) Vorwärtsbeuge an der Wand

Setzen Sie sich auf eine Handtuchrolle. Knie und Oberschenkel sind locker gestreckt. Drücken Sie Ihre Fersen an die Wand. Beugen Sie sich aus der Hüfte nach vorne und strecken Sie Ihre Hände zur Wand. Nicht federn.
Atmen Sie entspannt tief ein und aus.

 

 

Wo drückt der Schuh?

Blasen, Schwielen und Hühneraugen sind die ersten Anzeichen, dass wir unsere Füße quälen. Schuhe, die zu eng sind, reiben nicht nur an Ballen und Fersen. Fehlbelastung und vorzeitiger Gelenkverschleiß holen uns ein, je länger der Schuh drückt. Füße, Knie und Hüftknochen stehen in direkter Verbindung miteinander.

 

Risiko High Heels

Je höher die Absätze, desto stärker gerät der Körper aus dem Gleichgewicht. Die absatzbedingte Vorwärtsneigung des Oberkörpers müssen Fußgelenke, Knie, Hüfte und Wirbelsäule ausgleichen. High Heels, liebe Damen, mögen das Selbstbewusstsein steigern, aber auf Kosten der physischen Gesundheit. Schmerzen folgen den Stöckelschuhen auf Schritt und Tritt. Auf Dauer können sich Arthrose, Hüftfehlstellungen und Wirbelsäulenverkrümmung an Ihre Fersen heften.

 

Runter von den Absätzen

Wer überwiegend auf hohen Absätzen geht und steht, braucht eine Weile, um auf natürliche Weise wieder „gut zu Fuß“ zu sein. Barfußlaufen will dann neu gelernt sein: Zuerst die Ferse aufsetzen, dann den Vorfuß ablegen, Ferse heben, die Zehen folgen. Regelmäßiges Beintraining und Fuß-Yoga dehnen die Wadenmuskulatur (s. Übung: Waden dehnen), fördern die Durchblutung und fordern die Muskeln.

 

 

Schritt für Schritt zur Fußgesundheit

  • Barfußlaufen kräftigt das Fußgewölbe und trainiert Sehnen, Bänder und Muskeln.
  • Lesen Sie auch: Barfußlaufen beugt Fußpilz vor
  • Treten Sie Ihre Fußgesundheit nicht mit Füßen und nehmen Sie Abstand von High Heels. Generell von zu engen und unbequemen Schuhen lieber die Finger, oder besser: die Zehen lassen.
  • Wellness für die Füße: Fußpeelings und Zusätze fürs Fußbad gibt es in der Apotheke.
  • Eine Fußreflexzonenmassage entspannt, löst Blockaden und lindert Schmerzen.
  • Bei Blasen, Schrunden und Hühneraugen hat Ihr Apotheker das passende Mittel.

 

Produkte zur Fußpflege und -behandlung erhalten Sie mitsamt einer ausführlichen und individuellen Beratung auch bei uns, in Ihrer Flora-Apotheke.

 

Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette „Naturheilkunde & Gesundheit“ Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.