Gutes für die Mitte

Alles, was wir essen und trinken, landet irgendwann im Darm. Warum also nicht Zutaten auf die Reise schicken, die vor Ort für ein gutes Gefühl sorgen? Besänftigende Kräuter, unterstützende Gewürze: Für mehr Wohlbefinden im Bauch empfehlen wir Ihnen diese Spezialisten.

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Von Saskia Fechte

 

Anis

Die ätherischen Öle des Heilkrauts mit dem lakritzartigen Geschmack lindern Bauchkrämpfe und Völlegefühl. Sie stoppen Bakterien, die Gärungsvorgänge und Blähungen verursachen. Gleichzeitig regt Anis die Durchblutung der Darmmuskulatur an und unterstützt den Verdauungsvorgang. In vielen Ländern gehören Getränke mit Anis oder das Kauen der getrockneten Samen traditionell nach dem Essen dazu. Anis wird häufig mit seinen botanischen Verwandten Fenchel und Kümmel kombiniert.

 

Ballaststoffe

Diese Kohlenhydrate mit ihrer besonders komplexen Struktur aufzuspalten, ist für den Körper echte Arbeit. Wie der Name andeutet, bleiben die unverdaulichen Reste aus Pflanzenfasern als »Ballast« übrig und werden ausgeschieden. Nützlich sind sie trotzdem, denn sie füllen den Darm und beschleunigen so die Verarbeitung der Nahrung. Zusätzlich sammeln sie Gallensäuren ein, die nicht mehr für Verdauungsfunktionen benötigt werden. Weiterer Vorteil von reichlich (Trocken-) Obst, Gemüse und Vollkorngetreide: Bei der Verstoffwechselung entstehen Stoffe, die den pH-Wert der Darmflora senken und gute Lebensbedingungen für nützliche Mikroben bieten. Außerdem halten Ballaststoffe lange satt und sorgen für einen konstanten Blutzuckerspiegel.

 

Bitterstoffe

Sie regen die Ausschüttung von Verdauungssäften und -enzymen an und erleichtern damit dem Darm die Arbeit. Nährstoffe wie Eiweiße und Fette können mit ihrer Hilfe besser aufgespalten und verwertet werden. Die bitteren Substanzen unterstützen zudem die Aufnahme von Vitaminen aus der Nahrung. In welchen Lebensmitteln sie stecken, schmecken Sie leicht heraus: Chicorée, Artischocke, Radicchio, Endivie, Rosenkohl. Leider werden die hilfreichen Pflanzenstoffe aus Geschmacksgründen bei vielen Gemüsesorten zunehmend herausgezüchtet. In der Apotheke erhalten Sie konzentrierte Bitterstoffe aus Löwenzahn, Gelbem Enzian, Wermut und anderen Heilkräutern.

PS: Bitterstoffe sind nützlich!

 

Flohsamen

Vor allem ihre Schalen können sehr viel Flüssigkeit binden, quellen im Verdauungstrakt auf und erhöhen das Volumen des Darminhaltes. Das ist ein Zeichen für die dort sitzende Muskulatur, den Inhalt rasch weiterzutransportieren. Zudem liefern Flohsamenschalen Ballast- und Schleimstoffe, die verdauungsfördernd wirken und die Darmwände von innen putzen. Über einen längeren Zeitraum eingenommen sollen sie positive Effekte auf Blutzuckerspiegel und Cholesterinwerte haben. Sie sind geschmacksneutral, sättigend und gut verträglich. In der Apotheke gibt es Flohsamen als ganze Samen, Pulver und in Kapseln. Eine ähnliche Wirkung haben auch Chia- und Leinsamen sowie Weizen- und Haferkleie. Lassen Sie maximal einen Esslöffel Samen täglich in einem großen Glas Wasser quellen, am besten über Nacht. Denken Sie daran, genug Wasser oder Kräutertee über den Tag verteilt zu trinken.

 

Gerbstoffe

Sie stammen aus Pflanzenteilen wie Eichenrinde und Teeblättern oder Metallverbindungen, etwa Zinksulfat. Die Substanzen trocknen Wunden und Entzündungen aus und entziehen Krankheitserregern die Lebensgrundlage. Tannine und Co. verdichten und stärken die Schleimhäute im Darm, bei leichtem Durchfall mindern sie den Wasserverlust. Als sekundärer Pflanzenstoff schützen sie Bäume und Beerensträucher vor Fäulnisprozessen und eliminieren Schadstoffe – Eigenschaften, die auch im Verdauungstrakt willkommen sind. Dragees, Granulat und Tropfen aus der Apotheke können auch synthetisch hergestellte Gerbstoffe enthalten.

 

Kamille

Sie ist die Beruhigungspflanze schlechthin, wenn es um Beschwerden in Magen und Darm geht. So lindern Extrakte aus den weiß-gelben Blüten schmerzhafte Krämpfe bei einer sensiblen Verdauung, Bauchschmerzen und chronischen Darmerkrankungen. Kamille wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, sie schützt außerdem vor Geschwüren und Pilzinfektionen.

 

Probiotika

Die lebenden Bakterien sollen unbeschadet durch den Verdauungstrakt wandern und sich im Darm ansiedeln. Diese »guten« Mikroben bekämpfen sowohl Krankheitserreger als auch unvorteilhafte Mitbewohner und ermöglichen eine reibungslose Verdauungsfunktion. Meist handelt es sich dabei um Hefekulturen oder Milchsäurebakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien. Auch in fermentierten Lebensmitteln befinden sich probiotische Kulturen: in Sauerkraut, Miso, Kimchi, Joghurt und Kefir. Damit Probiotika gegen Durchfall, Verstopfung, Reizdarm und Entzündungen helfen, müssen sie in ausreichender Menge vorhanden sein.

 

Präbiotika

Damit sich nützliche Darmbakterien wohlfühlen, müssen sie artgerecht gefüttert werden. Der Begriff Präbiotika beschreibt die Lieblingsspeisen der Mikroben aus unverdaulichen Ballaststoffen beziehungsweise deren Abbauprodukten. Dazu zählen Inulin, resistente Stärke und Pektin sowie Oligofruktose, Cellulose und Laktulose. Viele Gemüsesorten wie Zwiebeln, Porree, Knoblauch sowie Schwarzwurzeln, Topinambur und Pastinaken liefern den guten Bakterien Nahrung. Darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die mit Präbiotika angereichert sind, und spezielle Präparate in Kapselform.

 

Synbiotika

Sie kombinieren Prä- und Probiotika. In ihnen stecken sowohl gute Darmbakterien als auch das passende Futter.

 

Mehr zu Präbiotika, Probiotika und Synbiotika im Vitalstoff-ABC auf unserer Website: http://www.flora-pharm.de/vitalstoffe/prebiotika-probiotika.htm

 

Wasser

Grundlegend und oft vernachlässigt. Für eine gesunde Mitte ist es unerlässlich, ausreichend zu trinken. Mindestens 1,5 Liter Wasser, Tee oder Saftschorle pro Tag lassen Ballaststoffe aufquellen und erleichtern die Darmfunktionen. Ein Glas lauwarmes Wasser am Morgen, eventuell ergänzt mit Ingwer oder Pfefferminze, bereitet die Organe auf die bevorstehenden Aufgaben vor und regt die Verdauung an.

PS: Wasser ist lebenswichtig

 

Heilerde

Die Mineralerde besitzt eine grobporige Struktur und eine große Oberfläche. Genau wie medizinische Kohle und Zeolith kann sie viel Wasser binden, das Volumen des Darminhalts vergrößern und die Ausscheidung beschleunigen. Solche Präparate wirken Sodbrennen, Völlegefühl und Blähungen entgegen. Heilerde und Co. können mit ihrer schwammähnlichen Struktur vermutlich als »intelligente Boten« Mineralien an den Körper abgeben und im Tausch Schadstoffe und überschüssige Säuren aufnehmen. Das macht sie beliebt im Rahmen von Fasten- und Entschlackungskuren.

PS: Heilkräftiger Schlamm

 

Expertenrat: Hilfe aus der Tasse

Cathrin Weller, pharmazeutisch-technische Assistentin aus Weissach, empfiehlt Heiltees gegen Darmprobleme: „Mischungen aus krampflösenden Zutaten wie Pfefferminze, Melisse und Koriander sind wohltuend bei Übelkeit, Blähungen und akuten Magen-Darm-Infektionen. Für eine medizinische Wirksamkeit ist die Dosierung wichtig: Beachten Sie daher die Zubereitungsempfehlungen. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse, brühen Sie den Tee immer frisch auf. Fertige Arzneitees aus der Apotheke erfüllen hohe Standards in Bezug auf Wirkstoffgehalt und Reinheit. Einige Apotheken stellen für Sie außerdem individuell abgestimmte Teemischungen her.“

 

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

 

Titelblatt natürlich Frau
Text mit freundlicher Genehmigung der S&D Verlag GmbH. Die komplette „natürlich Frau“ bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke als monatliches Special in der „Naturheilkunde & Gesundheit“.