Heilpilze, exotische Kraftpakete

Pilze sammeln Abfallprodukte ein und gewinnen daraus neue Energie – nicht nur im Waldboden, auch im Körper. Das macht Heilpilze wertvoll für unsere Gesundheit.

Von Saskia Fechte

Namen haben sie viele: Medizinalpilze, Vitalpilze oder Heilpilze. Ihren Ursprung hat die Mykotherapie, die therapeutische Anwendung von Pilzen, in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dort ist sie seit über 4.000 Jahren fester Bestandteil in der Gesundheitsprävention und Behandlung von Krankheiten.

Mehr und mehr gewinnen die besonderen Pilze auch in unserer Medizinwelt an Bedeutung. Erfahrungswerte und wissenschaftliche Studien bescheinigen Shiitake, Reishi und Co. nützliche Effekte bei akuten und chronischen Beschwerden. Heilpilze werden vorwiegend als begleitende Therapie bei verschiedensten Erkrankungen eingesetzt und haben so gut wie keine Nebenwirkungen.

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Recycling mit Mehrwert

Wer das Wesen der Pilze genauer betrachtet, erkennt ihr Kraftpotenzial: Sie schaffen neue Energie aus totem Material. Pilze gewinnen aus organischem Abfall Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Aminosäuren und sekundäre Pflanzenstoffe.

Diese Substanzen können zusammen mit ihren hochaktiven Enzymen, Vitaminen und pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen Gifte einsammeln und deren Ausscheidung beschleunigen. Darüber hinaus wirken Antioxidantien Entzündungen entgegen, spezielle Eiweiße stärken Nerven und Immunsystem. Laut TCM ist der Reinigungseffekt von Heilpilzen nicht auf Schadstoffe und Umweltbelastungen beschränkt. Sie helfen außerdem, krankmachende Stoffe und freie Radikale abzubauen, die im Körper durch Stress entstehen. Nicht nur in der Chinesischen Medizin gilt anhaltende Anspannung als Auslöser für diverse körperliche und psychische Erkrankungen. Mykotherapie versteht sich daher als ganzheitliches Therapieverfahren, das Körper, Geist und Seele stärkt.

Auf Qualität achten

Für den therapeutischen Einsatz reicht es nicht aus, mehr Pilzgerichte zu essen. Viele Heilpilze sind keine Speisepilze. Zudem verlieren sie beim Erhitzen einen Großteil ihrer Wirkstoffe. Die volle Portion gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe garantieren Präparate in Apothekenqualität. Die Hersteller gewinnen hoch konzentrierte Extrakte oder trocknen die kompletten Pilze schonend, um sie zu Pulver zu vermahlen. In Apotheken sind Heilpilze meist als Kapseln und Tabletten erhältlich, in Bio-Qualität und ohne Zusätze.

Shiitake

(Lentinula edodes) (Vgl. Titelbild)

Seine Fähigkeiten sind vielfältig. Er hält Viren auf und greift unterstützend ein, wenn das Immunsystem aus der Balance geraten ist: bei grippalen Infekten, Allergien und Entzündungen. Außerdem ist Shiitake hilfreich bei Durchblutungsstörungen, einem gesteigerten Risiko für Ablagerungen in den Blutgefäßen und erhöhten Cholesterinwerten. Die B-Vitamine im Pilz fördern starke Nerven und eine gute Konzentrationsfähigkeit.

Chinesischer Raupenpilz

(Cordyceps sinensis)

Die Nieren sind es, die hauptsächlich von diesem Pilz profitieren. Er unterstützt die Ausscheidungsorgane dabei, wasserlösliche Gifte aus dem Körper zu transportieren. Seinen Ruf als Stresskiller verdankt der Raupenpilz seiner beruhigenden Wirkung auf die Nebennierenrinde. Hier greift er regulierend ein, wenn eine vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen droht. Das macht ihn zum optimalen Heilpilz bei Erschöpfung, Ängsten, Schlafstörungen und Leistungsabfall.

Reishi

(Ganoderma lucidum) (Kleines Bild im Titelbild)

Er schützt und unterstützt die Leber, Schadstoffe aus dem Blut zu filtern. Gleichzeitig erhöht er die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen. Auf diese Weise stärkt er das Herz-Kreislauf- System. Darüber hinaus setzt der Reishi am Nerven- und Immunsystem an. Er wirkt beruhigend, unterbindet die Ausschüttung des Alarmbotenstoffs Histamin und fördert die Selbstheilungskräfte bei Allergien, häufigen Infekten und entzündlichen Hauterkrankungen.

Igelstachelbart

(Hericium erinaceus)

Sein Einsatzgebiet ist der Magen-Darm-Trakt. Er wirkt stärkend auf die dortigen Schleimhäute und senkt deren Durchlässigkeit für Schadstoffe und Allergene. Der Igelstachelbart kann das Risiko für Entzündungen, etwa an der Magenschleimhaut, senken und stärkt das Immunsystem im Darm. Typische Anwendungsgebiete sind Sodbrennen, chronische Darmerkrankungen und psychosomatische Verdauungsbeschwerden.

Sie können Heilpilze auch miteinander kombinieren. Das ist sogar empfehlenswert, denn sie unterstützen sich gegenseitig in ihrer Wirkung.

Und dann gibt es ja auch noch die ganz normalen Speisepilze: Ab in die Pilze

Bei Fragen stehen wir Ihnen gern beratend zur Seite.

NuG cover 8-19
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette „Naturheilkunde & Gesundheit“ Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.