Vergiftungsfälle durch bittere Zucchini oder bitteren Kürbis

Hobbygärtner sollten aufmerksam weiterlesen: Zucchini oder Kürbisse aus dem heimischen Garten schmecken merkwürdig bitter? Dann essen Sie bitte nicht weiter! Vermutlich aufgrund des trockenen Sommers können sich in privat angebauten Zucchini oder Kürbissen darmschädigende Bitterstoffe, sogenannte Cucurbitacine, gebildet haben. Der Verzehr kann zu Durchfall oder sogar zu lebensgefährlichen Darmschäden führen. In diesem Jahr sind bereits mehrere schwerwiegende Vergiftungsfälle aufgetreten – einer davon endete tödlich.

In der Pressemitteilung des LGL, dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit heißt es wörtlich:

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) warnt vor dem Verzehr bitterer Zucchini und Kürbisse. Vermutlich bedingt durch große Trockenheit scheint es in diesem Jahr vermehrt zur Bildung darmschädigender Bitterstoffe, der so genannten Cucurbitacine, in Zucchini und Kürbis aus privatem Anbau zu kommen. Je nach aufgenommener Menge können Durchfallerkrankungen bis hin zu lebensgefährlichen Darmschäden auftreten. In bayerischen Kliniken sind dieses Jahr zum Teil schwerwiegende Vergiftungsfälle aufgetreten. Das LGL gibt deshalb folgende Verzehrempfehlung: Verzichten Sie auf den Verzehr bitter schmeckender Kürbisse oder Zucchini – unabhängig davon, ob roh oder gekocht.

Cucurbitacine sind Bitterstoffe, die natürlich in verschiedenen Kürbisgewächsen, den sogenannten Cucurbitaceaen, vorkommen können. Insbesondere die große Trockenheit in den vergangenen Wochen konnte dazu führen, dass Pflanzen cucurbitacinhaltigere Früchte tragen. Dies ist eine mögliche Erklärung für die berichtete Häufung von Vergiftungsfällen in diesem Jahr.

Diese Giftstoffe sind in Kürbissen oder Zucchini jedoch durch Züchtung nur mehr in sehr geringem Umfang vorhanden. Durch Rückkreuzung mit Zierkürbissen, die noch in hohem Maße Cucurbitacine enthalten, können auch Zucchini- oder Kürbissamen entstehen, aus denen wieder Pflanzen mit stark cucurbitacinhaltigen Früchten wachsen. Zu einer solchen Rückkreuzung kann es insbesondere dann kommen, wenn in Hobbygärten Zierkürbisse und essbare Kürbisgewächse in unmittelbarer Nachbarschaft wachsen. Es sollten daher keine Samen, die von Zucchini und Kürbissen aus dem eigenen Garten gewonnen werden, für den weiteren Anbau eingesetzt werden. Bei der Aussaat handelsüblicher Samen von Zucchini und Kürbis ist mit dem Auftreten gesundheitsschädlicher Früchte in der Regel nicht zu rechnen.

 

Es wurde sogar bereits ein Fall mit tödlichem Ausgang registriert, ein 79-jähriger Mannes aus Baden-Württemberg.

 

Im Falle von Vergiftungserscheinungen verweisen wir nochmals auf die Kontaktinformationen des Giftzentralen in Deutschland auf unserer Website: http://www.flora-pharm.de/vergiftung.htm

 

Gern sind auch wir für Sie für Rückfragen da. Sprechen Sie uns an.