Vitamin B-Komplex, die Teamplayer

Vitamin B bezeichnet gleich eine ganze Gruppe / Komplex von Vitaminen, die alle als Vorstufen für Koenzyme dienen und als Teamplayer agieren. Sie gelten als Steuermänner des Stoffwechsels und sind an sehr vielen Stoffwechselprozessen im Körper aktiv beteiligt.

Vitamine sind per Definition organische Verbindungen, die der Körper für lebenswichtige Funktionen benötigt, jedoch selbst nicht (essentiell) bzw. erweitert definiert nicht bedarfsdeckend (semi-essentiell) herstellen kann. Sie müssen dem Körper daher regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Sortiert werden sie nach einem alphabetischen Klassifizierungssystem. Die Nummerierung der Vitamine ist nicht durchgehend und der Historie geschuldet, weil sich bei einigen Substanzen, die ursprünglich als Vitamine klassifiziert wurden, der essentielle Vitamincharakter nicht bestätigen ließ. In der Vitamin-B-Komplex-Übersichts-Tabelle (s.u.) sind das z.B. B4, B15 und B17, die wir aber zur vollständigen Übersicht mit aufgelistet haben.

Chemisch und pharmakologisch sind alle B-Vitamine völlig verschiedene Substanzen.
Als Komplex werden sie zusammengefasst, da einzelne B-Vitamine ihre Aufgaben nur mithilfe weiterer B-Vitamine in Form ihrer Coenzyme ausführen können, sie sind also Teamspieler mit hohen Synergieeffekten. Isolierte Vitamin-B-Mangelzustände sind eher selten, daher ist die Supplementierung eines einzelnen B-Vitamins eher ineffektiv, es sollte somit darauf geachtet werden, immer den kompletten Komplex bedarfsgerecht zuzuführen.

Mit einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung kann der empfohlene Spiegel an Vitamin-B-Komplex im Körper meist schon gut erreicht werden. Leider jedoch ist dies im Alltag oder den Wintermonaten nicht immer aufrecht zu erhalten.

 

Sportler z.B. haben bedingt durch den hohen Energieverbrauch einen gesteigerten Bedarf an B Vitaminen, insbesondere B1 und B2 (Energiebedarf), B3 (gesteigerte Stoffwechselaktivität) sowie B6 (Muskelaufbau, Proteinbiosynthese, nervliche Innervation der Muskeln). Gleiches gilt natürlich auch für intensive geistige- sowie Bildschirmarbeit aber auch im Fall diverser Stoffwechselerkrankungen, bei denen die enzymatischen Umbauprozesse gestört sind (z.B. HPU oder KPU) bzw. durch Schadstoffbelastung oder autoimmunen Prozessen wie der MS ein deutlich gesteigerter Bedarf besteht. Auch einige Medikamente, z.B. die häufig bei zu viel Magensäure verschriebenen Protonenpumpenblocker, sorgen für eine schlechtere B12 Versorgung.

 

 

Aufgaben der B-Vitamine

Energiegewinnung
Sie wandeln Kohlenhydrate (z.B. Glukose) in Energie um und versorgen jede Zelle mit lebensnotwendiger Power.

Nervenstoffwechsel
Sie unterstützen die Informations- und Signalweiterleitung, steuern die geistige Leistungsfähigkeit und steigern die Toleranz des Körpers gegenüber Stress-Einflüssen sowie die neurologische Regeneration.

Zellreparatur / Zellwachstum
Sie sind beteiligt am Auf- und Abbau von Genen (DNA, Erbsubstanz) und Proteinen wie z.B. Haare und Haut sowie insbesondere an Carnitin, was für den Eintransport von Fetten in die Zelle zur Energiegewinnung essentiell ist.

Neurotransmitter
Sie sind wichtig für den Tag/Nacht- Rhythmus, einen gesunden Schlaf, eine ausgeglichene Psyche sowie die körperliche Aktivität.

Homocystein
Mittlerweile ist studientechnisch belegt, dass die Einnahme einer Kombination aus Vitamin B6, Folsäure (Vitamin B9) und Vitamin B12 das Demenzrisiko durch die Entgiftung der gefäßtoxischen Aminosäure Homocystein nachhaltig senkt. Homocystein ist einer der höchsten Risikofaktoren für eine Gefäßverkalkung.

 

 

Die Rolle der B-Vitamine für verschiedene Stoffwechselvorgänge

Als Co-Enzyme (aktivitätsbestimmende Bestandteile von Enzymen) steuern sie viele Stoffwechselvorgänge wie die der Kohlenhydratem Fette und Eiweiße. Die folgende Grafik versucht dies darzustellen. Dabei katalysieren sie wichtige Prozesse der Energiegewinnung in jeder Zelle, deswegen werden sie auch als Biokatalysatoren bezeichnet, was strenggenommen nicht so ganz korrekt ist, da per Definition Katalysatoren unverändert aus einer Reaktion hervorgehen. Bei den B-Vitaminen werden diese meist chemisch verändert oder abgebaut und müssen regeneriert bzw. erneut aufgenommen werden.

 

 

Gestatten, Team B, der Vitamin B-Komplex

Eine Übersicht der B-Vitamine mit Synonymen und chemischen Namen, die jeweils gängigsten Bezeichnungen sind fett dargestellt. Ein Klick auf den Namen führt Sie zum entsprechenden Steckbrief mit erweiterten Informationen im Vitamin-ABC unserer Website. Generell gehören die meisten zu den wasserlöslichen Vitaminen, die bis auf B6 und B12 nicht in großem Maße gespeichert werden können, es gibt aber auch fettlösliche Abkömmlinge, wie z.B. das Benfothiamin, ein fettlösliches Vitamin B1-Derivat.

Die Vitamine im Vitamin B-Komplex
B-Vitamin-Nr. Synonyme Chemischer Name Was kann das?
Die gängigen Bezeichnungen sind fett und verlinkt dargestellt.
Vitamin B1 Aneurin Thiamin Wichtig für Herz, Gehirn und Muskelaufbau sowie Fettverstoffwechslung
Vitamin B2 Lactoflavin, Vitamin G Riboflavin Gilt landläufig als Wachstumshormon, wichtig für Energiegewinnung, den Aufbau von Haut, Schleimhaut und Nägeln
Vitamin B3 Vitamin PP, Vitamin B5 Niacin (Nicotinsäure), Niacinamid (Nicotinsäureamid) Wichtig für Haut und Darm, kann Cholesterin senken in höheren Dosen und wirkt sogar bei Schizophrenie
„Vitamin B4“ Cholin (Vitaminoid) Cholinhydrogentartrat Cholin ist als Neurotransmitter Acetylcholin bei der Weiterleitung von Reizen im Nervensystem beteiligt. Des Weiteren dient es zur Regeneration von Membranen und Nerven sowie dem Aufbau von verdauungswichtigen Gallensäuren als Emulgator von Fetten
Vitamin B5 Vitamin B3 Pantothensäure Der Kick fürs Immunsystem
Vitamin B6 Adermin, Pyridoxol Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin Kommt in fast allen tierischen oder pflanzlichen Lebensmitteln vor, beteiligt an über 100 enzymatischen Reaktionen im gesamten Stoffwechsel, wichtig für Nerven und Energiestoffwechsel
Vitamin B7 Bei uns: Vitamin H, Vitamin I, Vitamin B8, Vitamin Bw Biotin Das Vitamin für Haut, Haare und Fingernägel, reguliert allerdings auch die reproduktive Genaktivität, ist also z.B. wichtig für die Reifung von gesunden Eizellen und Spermien
Vitamin B9 Vitamin M, Vitamin B11 oder Vitamin Bc Folsäure und Folat Gilt als Schwangerschaftshormon, unerlässlich bei Zellteilungsprozessen
Vitamin B10 Vitamin R para-Aminobenzoesäure (PABA) Kein echtes Vitamin, Bestandteil der Folsäure (Vitamin B9). Wird von einer gesunden Darmflora zur Folsäure aufgebaut. Wichtig für die Gesunderhaltung der Haut und Schleimhäute. Es wirkt gegen graue Haare, vermindert Falten und verstärkt den natürlichen Sonnenschutz. Es gilt als Schönheits-„Vitamin“.
Vitamin B12 Erythrotin Cobalamin Gut fürs Herz, Gehirn und Nervensystem. Der Körper kann einen Vorrat anlegen und langfristig davon zehren. Zur Resorption muss ein endogener Intrinsic Faktor gebildet werden, was häufig, besonders im Alter, nicht in ausreichendem Maße passiert. Ist als aktives Mecobalamin auch ohne diesen aufnehmbar.
„Vitamin B15“ Pangamsäure (Vitaminoid) Natriumpangamat Tritt als Zwischenprodukt im Cholin-Stoffwechsel auf und trägt zur Steuerung des Fett-, Kohlenhydrat- sowie Eiweißstoffwechsels auf.
Nach dem US-amerikanischen Biochemiker Ernst Theodor Krebs jr. im Jahr 1951 fördert diese den Austausch von Sauerstoff im Gewebe sowie die Zellatmung und wird daher auch bei gärenden Krebsleiden eingesetzt. Dieser Effekt ist auch für Sportler interessant, denn Sie unterstützt nicht nur die Sauerstoffversorgung der Zellen, sondern verkürzt auch die Regenerationszeit durch einen verlangsamten Anstieg des Laktatspiegels sowie schnelleren Abbau.
„Vitamin B17“ Amygdalin (Vitaminoid), Laetrile etc. Mandelonitril-β-Gentiobiosid Ebenfalls von Ernst Theodor Krebs und dem Krebsarzt Dr. Nieper erforscht, in Zusammenhang mit Krebsgeschehen und viralen Erkrankungen des Körpers.

 

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle auch noch das Inositol (auch Myo-Inositol) erwähnt, dass lange als zum Vitamin-B-Komplex gehörender Wirkstoff eingeordnet wurde, heute aber eher zu den Vitaminoiden gezählt wird. Inositol wird bei der Niacin-Verwertung benötigt sowie im Muskelstoffwechsel, daher stammt auch die altertümliche Bezeichnung Muskelzucker. Auch bei der Signalübertragung von Nervenzellen und im Cholesterin-Stoffwechsel spielt Inositol eine Rolle. Enthalten ist es in geringen Mengen in Weizen, verschiedenen Obstsorten sowie Nüssen.

 

 

Wie steht es um Ihren Vitaminhaushalt?

Sportler? Schwanger? Ausgepowert? Stressbelastet? Dauerkrank? Erschöpft? Eingriff-Auskurierend? Überfordert? Erkältet? Vorsorgend? Veganer? Schlapp? ???

Sprechen Sie uns an, es gibt unzählige Lebens- und Ernährungssituationen, in denen es hilfreich sein kann, den Körper mit notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Wir stellen Ihnen gern eine individuell auf Sie zugeschnittene Vitalstoffmischung zusammen, selbstverständlich auch in Absprache mit Ihrem Therapeuten.

Wir beraten Sie gern und unverbindlich.

 

Die Übersicht der Vitamin B Gruppe mit einzelnen Steckbriefen der B-Vitamine finden Sie auch in unserem Vitalstoff-ABC auf unserer Website http://www.flora-pharm.de/vitalstoffe/vitamin-abc.htm#vitamin-b

 

 

Quelle: PTAheute, Nr.6  März 2018, S.64ff mit vielen eigenen Ergänzungen