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Fettsäuren

Fettsäuren sind Bestandteile von Fetten und Ölen. Der Begriff (das lässt sich leider nur chemisch erklären) ist eine Gruppenbezeichnung für "aliphatische Monocarbonsäuren mit zumeist unverzweigter Kohlenstoffkette". Fettsäuren werden unterschieden

  • durch die Anzahl der C-Atome (Kettenlänge: "niedere-" = bis zu sieben, "mittlere-" = acht bis zwölf und "höhere Fettsäuren" = 13 und mehr C-Atome)
  • sowie der möglichen Anzahl und Position von Doppelbindungen (Eine gesättigte Fettsäure weist keine Doppelbindungen zwischen C-Atomen auf. Ungesättigte Fettsäuren besitzen mindestens eine, mehrfach ungesättigte besitzen mehr als eine Doppelbindung.)

Fettsäuren

liefern uns Energie, unterstützen das Immunsystem, wirken sich allgemein auf viele weitere Stoffwechselprozesse positiv aus und können sogar Depressionen mindern. Die Art der Fettsäure macht den Unterschied bei der Verwertbarkeit, der Verdaubarkeit und der positiven bzw. negativen Gesundheitswirkungen.
Beispielhaft:

  • Ungesättigte trans-Fettsäuren (Doppelbindungen nicht in cis-Konfiguration sondern trans-konfiguriert) wirken sich ungünstig auf den Cholesterinspiegel aus
  • Ungesättigte Fettsäuren reduzieren das Risiko für koronare Herzerkrankungen
  • Gesättigte Fettsäuren erhöhen die Blutfettwerte (Cholesterin) und damit das Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt

Die mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren (z. B. Linolsäure, Gamma-Linolensäure) sowie die Omega-3-Fettsäuren sind für den Menschen essentiell (so wie alle Fettsäuren, die - Entschuldigung: Chemie - mindestens eine Doppelbindung distal vom neunten C-Atom besitzen), d.h. sie können nicht vom menschlichen Organismus selbst hergestellt werden. Sie sind am Aufbau von Zellmembranen beteiligt und senken den Blutfett- und Cholesterinspiegel.

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Gesättigte Fettsäuren

  • SAFA - saturated fatty acid - keine Doppelbindung zwischen C-Atomen
  • Die sog. "bösen" Fettsäuren
  • Lediglich Energieträger
  • Verursachen in hohen Mengen Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • Vertreter: Palmitinsäure
  • Vorkommen: tierische Nahrung, Bratfett, Wurst, Fleisch, Käse, Kuchen, Schokolade

Einfach ungesättigte Fettsäuren

  • MUFA - mono unsaturated fatty acid - genau eine Doppelbindung zwischen C-Atomen
  • Lebenswichtig für den Organismus
  • Vertreter: Ölsäure, eine einfach ungesättigte Omega-9-Fettsäure
  • Vorkommen: Nüsse, Olivenöl, Rapsöl

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

  • PUFA - polyunsaturated fatty acids - mehr als eine Doppelbindung zwischen C-Atomen
  • Lebenswichtig für den Organismus
  • Die sog. guten Fettsäuren. Das ist allerdings nicht uneingeschränkt richtig, denn es kommt auf ein optimal abgestimmtes Verhältnis zueinander an.
  • Z.B. Omega-6-Fettsäure
    • Kann im Gegensatz zu gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren vom menschlichen Organismus nicht selbst gebildet werden
    • Vertreter: Linolsäure (LA), Gamma-Linolensäure (GLA), Dihomo-Gamma-Linolensäure (DHLA), Arachidonsäure (AA)
    • Vorkommen: Sonnenblumenöl, Sojaöl, Distelöl, Nüsse und zudem DHLA: Borretschöl, AA: Scheineschmalz/-leber
    • Der Tagesbedarf liegt bei 7-10 g
    • Mangelerscheinungen (nach langer Unterversorgung): Verdauungsstörungen, Hautveränderungen, Herz-/Kreislaufprobleme, Infektanfälligkeit, Gehirnprobleme, Wachstumsstörungen, Gelenkprobleme, Organversagen etc.
  • Z.B. Omega-3-Fettsäure
    • Kann im Gegensatz zu gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren vom menschlichen Organismus nicht selbst gebildet werden
    • Vertreter: Alpha-Linolensäure, Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA)
    • Vorkommen: Kaltwasserfische (Makrele, Hering, Lachs, Kabeljau), Fischöl, Wild, Leinöl, Rapsöl, Portulak
    • Der Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren liegt etwa bei 1-1,2 g. Bei chronischen Erkrankungen erhöht sich der Bedarf auf das Zwei- bis Dreifache
    • Mangelerscheinungen: Bei Säuglingen: Wachstumsverzögerungen, Nerven- und Sehstörungen; bei Erwachsenen (nach langer Unterversorgung): Wundheilungsstörungen
    • Omega-3-Fettsäuren haben eine günstige Wirkung auf entzündliche Prozesse und arteriosklerotische Gefäßveränderungen. Sie hemmen das Zusammenkleben der Blutplättchen, wirken gefäßerweiternd und blutdrucksenkend, erhöhen die Fließfähigkeit des Blutes

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Sonderformen

Ozonide, z.B. Rizol Öl (Gamma)

Der Erfinder Dr. Gerhard Steidl, Wissenschaftler an der Universität Erlangen, beschäftigt sich seit Jahren mit der Wirkung von Ozoniden auf den Organismus.
Ozonide sind sauerstoffreiche Substanzen, die aus natürlichen fetten Ölen (z.B. Olivenöl) durch eine Synthese/Reaktion mit Ozon entstehen. Aktiver Sauerstoff in Form des Ozonids wurde bereits von 1915 bis 1947 in der Medizin bei Mensch und Tier gegen Infektionen und zur Wunddesinfektion bei Operationen verwendet, geriet jedoch durch die Antibiotika-Erfindung in Vergessenheit. Berichte über schädliche Wirkungen gibt es nicht.
Laborversuche zeigten, dass ab einer gewissen Konzentration das Ozonid eine positive Wirkung auf zellbiologische und biochemische Leistungen von Humanzellen, Pilzzellen und Tumorzellen entfaltet. Hervorzuheben ist die abtötende Wirkung auf Tumorzellen, aber auch die Nichtschädlichkeit für die Mitochondrien, den Kraftwerken der menschlichen Zellen. Zudem gibt es keinerlei Hinweise auf Mutagenität.
Beobachtungen in der Praxis unterstreichen seit vielen Jahren die hemmende oder abtötende Wirkung insbesondere auf anaerobe Keime, Pilze und Parasiten bei zahlreichen Erkrankungen. Ozonide können äußerlich bei Hautkrankheiten (Haut- und Nagelpilze), bei Entzündungen im Mund und Rachenbereich, aber auch innerlich bei Darmfäulnis oder Parasitenbefall im Darm eingesetzt werden. Die Rezepturen kombinieren Ozonide mit Bitterstoffen und ätherischen Ölen (Nelken,-Wermut-Walnussöl, etc.); sie wirken breitbandig auf körperfremde Keime und lösen darüber hinaus einen Reiz zur Ausscheidung von Giften aus. Die Rezepturen werden individuell für den Patienten nach ärztlicher Verordnung hergestellt. Die Dosierung sollte zur Erzielung der optimalen Wirkung vom Therapeuten ausgetestet werden. Das Ozonid ergänzt ein ungenügend aktives Immunsystem, dessen Wirkung zum großen Teil auf der Produktion von Aktiv-Sauerstoff beruht. Da sich viele Bakterien, Pilze, Viren und auch Tumorzellen anaerob, also ohne Sauerstoff vermehren und nur im sauerstofffreien Milieu überleben können, wirkt die Zufuhr von Sauerstoff durch Ozonide hemmend oder sogar abtötend auf die Erreger.
In der Zahnheilkunde können Ozonide bei Candida-Nestern in Zahntaschen verwendet werden. Am besten platziert man die Öle mit einer stumpfen Kanüle direkt in die Taschen.
Vor der Anwendung kann vom Arzt bei allergischer Disposition ein Verträglichkeitstest mit einem Tropfen (z.B. in der Ellenbeuge) durchgeführt werden.
Literatur: G. Steidl: Das Rizol Buch. Info für alle Heilberufe. Ozonide aus natürlichen Pflanzenölen gegen pathogene Bakterien, Pilze und Viren.

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Fettsäuren und die Ernährung

Viele Menschen essen nicht nur zu viel, sondern auch das falsche Fett. Deshalb empfehlen Mediziner und Ernährungswissenschaftler für die Gesundheit von Herz und Gefäßen, den Fettkonsum im Allgemeinen zu reduzieren und im Speziellen Speisen mit ungesättigten Fettsäuren zu bevorzugen. Zudem ist das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren (beide, wie oben beschrieben mehrfach ungesättigt) ein Thema: Der ausgiebige Konsum von Nahrungsmitteln, die reich an Omega-6-Fettsäuren sind und der zu geringe Konsum Omega-3-Fettsäure-haltiger Nahrung wird mit der Entwicklung zahlreicher Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Asthma, KHK, Bluthochdruck, Rheuma etc. in Verbindung gebracht. War das Verhältnis (O-6:O-3) in der Vorzeit mit etwa 3:1 im Idealbereich, so ist es heute mit etwa 30:1 zu Omega-6 lastig. Ein Grund dafür ist u.a. die heute massiv getreidebetonte Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, ein Verhältnis von 5:1 nicht zu überschreiten.

Eine gezielte Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren kann z.B. in Form von Fischöl-Kapseln oder auch durch Zufuhr von geeigneten Lein-, Walnuss- oder Rapsöl erfolgen.

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Kokosöl

Dieses Öl verdient einen extra Artikel:

In Ländern, in denen viel Kokosnuss bzw. Kokosöl konsumiert wird, scheinen weniger Menschen der bekanntesten Demenzerkrankung, der sogenannten Alzheimerschen Krankheit, zu erliegen. Woran kann das liegen?

Unser Gehirn besteht zu etwa 60% aus Fett und Cholesterin. Das Fett sorgt für die richtige Signalweiterleitung, den Zellmembranschutz und den optimalen Nährstofftransport. Das Gehirn verbraucht übrigens etwa ein Viertel der empfohlenen Tageskalorien. Fett gelangt allerdings nicht wie Glucose (Traubenzucker) direkt ins Gehirn, sondern muss einen Umweg über die Leber gehen. Das kann der Körper ganz allein, es braucht keinen Traubenzucker. Die Leber verzuckert Eiweiße (Glukoneogenese). Im Rahmen der Verdauung werden Fettsäuren in Gyzeride umgewandelt. Beides zusammen bildet Ketonkörper (Ketone), welche ins Gehirn gelangen und dort als bestmöglicher Treibstoff dienen, ja die Hirnzellen sogar schützen (neuroprotektiv).

Soweit okay, das ist aber kein Freifahrtschein für übermäßigen Fettkonsum. Es gilt, die richtigen Fette zu verzehren. Bekannt sind Olivenöl (aus der Mittelmeerkost) oder besonders Omega-3-Fettsäurehaltige Öle wie Lein-, Hanf- und Rapsöl.

Besonders gut geeignet ist aber Kokosöl (wenn es aus nichtgehärteter biologischer Quelle stammt).

Es ist sehr stark erhitzbar und reich (über 60%) an mittelkettigen Fettsäuren (MCTS: Medium-Chain-Triglycerides), allein fast 50% entfallen auf die Laurinsäure, die positiv auf das gute Cholesterin (HDL) wirkt. Die mittelkettigen Fettsäuren können vom Körper viel effektiver verstoffwechselt werden, ohne Gallenflüssigkeit und ohne Fettverdauungsenzyme. Der Weg führt über die Lymphe in den Darm, weiter zur Leber und von dort als Ketonkörper ins Gehirn. Diese werden bei einem bestehenden Glukosemangel über das Blut direkt ins Gehirn transportiert.

Geregelt wird dies insbesondere auch durch die sogenannten Sirtuine, die bei Unterversorgung mit Kohlehydraten verstärkt gebildet werden. Die kohlehydratunterversorgten Gehirnzellen profitieren während der Diät / Low-Carb-Ernährung ebenso von dieser alternativen Energiequelle wie auch jene Zellen, die durch oxidativen Stress oder Sauerstoffmangel in ihrer Funktion bereits beeinträchtigt sind. Wichtig ist hierzu eine ausreichende Versorgung mit L-Carnitin, da die Fette hierdurch (gebunden an Acetyl-CoA) in die Zellen bzw. Mitochondrien transportiert werden. Kurzkettige Fettsäuren können sogar direkt in die Energiegewinnung eingehen.

Ketone erzeugen sogar bis zu einem Viertel mehr Energie als Glukose bezogen auf den dafür notwendigen Sauerstoffverbrauch während der Energieerzeugung. Darüber hinaus fallen bei der Keton-Verwertung im Vergleich zur Glukose-Verwertung auch noch weniger Abfallprodukte und insbesondere weniger zellschädigende Radikale an.

Aufgrund dieser positiven Wirkung für das Gehirn (und es gibt noch viele weitere Einsatzgebiete, die hier den Rahmen sprengen würden) haben wir die Rezepte in diesem Artikel um das Kokosöl erweitert. Achten Sie beim Kauf aber unbedingt auf Bio-Qualität, es darf weder raffiniert noch desodoriert sein.

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