{"id":2554,"date":"2015-01-20T09:55:25","date_gmt":"2015-01-20T08:55:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/?p=2554"},"modified":"2018-08-17T09:10:29","modified_gmt":"2018-08-17T07:10:29","slug":"herzinfarkt-informationen-symptome-erkennen-und-handeln-prophylaxe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/herzinfarkt-informationen-symptome-erkennen-und-handeln-prophylaxe\/","title":{"rendered":"Herzinfarkt \u2013 Informationen, Symptome erkennen und handeln, Prophylaxe"},"content":{"rendered":"<p>Unser <strong>Herz<\/strong> ist der Motor unseres K\u00f6rpers. Unromantisch gesprochen, ist es ein muskul\u00e4res Hohlorgan, das wie eine Verdr\u00e4ngungspumpe Blut \u00fcber die Venen ansaugt und durch die Aorta ausst\u00f6\u00dft. Der entstehende Blutkreislauf versorgt alle Bereiche des K\u00f6rpers. Das Herz leistet unglaubliches und muss selbst nat\u00fcrlich auch versorgt werden. H\u00f6rt das Herz auf zu schlagen, stoppt der Blutkreislauf und einfach jeder Teil des K\u00f6rpers wird nicht mehr versorgt und stirbt. Aus medizinischer Sicht k\u00fcmmert sich \u00fcbrigens der <strong>Kardiologe<\/strong> um Struktur, Funktion und Erkrankungen des Herzens.<\/p>\n<p><strong>Ein Herzinfarkt (man spricht auch von einem Myokardinfarkt) bezeichnet das Absterben von Herzmuskelzellen infolge einer Minderdurchblutung.<\/strong> In Deutschland kommt es etwa alle zwei Minuten zu einem Herzinfarkt und etwa 55000 Menschen sind 2012 daran verstorben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Was passiert?<\/h2>\n<p>Hauptursache sind (arteriosklerotische) Ver\u00e4nderungen durch Ablagerungen (Plaques) von Stoffwechselprodukten (z.B. Cholesterin oder Fetts\u00e4uren), Thromben, Bindegewebe und in geringeren Mengen auch Kalk in (!) den Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nden der beiden Arterien (den sog. Koronararterien), die das Herz kranzf\u00f6rmig umgeben und den Herzmuskel mit frischem Blut versorgen. Die Folge der Ver\u00e4nderung wird als koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet. Die Ablagerungen verringern nach und nach den Durchmesser der Arterie und es kann vermehrt zu Durchblutungsst\u00f6rungen (Isch\u00e4mie) kommen.<\/p>\n<p>Die Ablagerungen k\u00f6nnen wiederum Entz\u00fcndungen ausl\u00f6sen, die den Umbau der Arterie verh\u00e4rten und somit die Leistungsf\u00e4higkeit\/Funktion weiter einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite (im Fall eines akuten Koronarsyndroms, s.u.) k\u00f6nnen die Ablagerungen aufrei\u00dfen und die Gef\u00e4\u00dfinnenwand verletzen, wobei Blutgerinnsel entstehen k\u00f6nnen, welche dann in der Verengung h\u00e4ngenbleiben und die Arterie g\u00e4nzlich verstopfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Wie macht sich das bemerkbar?<\/h2>\n<p>Ein typisches Symptom f\u00fcr die <strong>Minderdurchblutung<\/strong> ist ein anfallartiger Schmerz in der Brust (der Mediziner spricht von <strong>Angina pectoris<\/strong>), ein beengendes Gef\u00fchl im Brustkorb. Unterschieden wird noch die stabile und instabile Form einer Angina pectoris. Bei einer <strong>stabilen Form<\/strong> treten die Beschwerden immer wieder bei den gleichen Belastungen auf und sind zumeist vom Betroffenen gut einsch\u00e4tzbar. Es k\u00f6nnen dabei noch Schweregrade gem\u00e4\u00df Einteilung der Canadian Vascular Society (CCS) unterschieden werden. Milderung der Symptome kann durch Ruhe sowie gef\u00e4\u00dferweiternde Medikamente erzielt werden. Die Gefahr bei Frauen: bei ihnen bleibt oftmals dieser typische Schmerz aus.<\/p>\n<p>Problematischer ist die <strong>instabile Form<\/strong>, die zusammen mit akutem Herzinfarkt und pl\u00f6tzlichem Herztod auch unter dem Begriff \u201eAkutes Koronarsyndrom\u201c (ACS) zusammengefasst wird. Und wie macht sich die bemerkbar?<\/p>\n<p>Wenn die Schmerzen viel intensiver und l\u00e4nger anhaltend sind und sogar noch auf R\u00fccken, Hals, linken Arm und Oberbauch ausstrahlen, ist der Verdacht auf einen Herzinfarkt naheliegend.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Symptome sind Atemnot, innere Unruhe, massive Angstgef\u00fchle sowie weiterhin kalter Schwei\u00df, bleiches Gesicht und \u00dcbelkeit\/Erbrechen. Linderung verschafft sich der Betroffene eher durch Bewegung als durch Ruhe.<\/p>\n<p>Teten bei einer Frau in ungewohnter Heftigkeit Infarktschmerzen auf, sollte dies als Warnzeichen angesehen werden.<\/p>\n<p><strong>Stummer Infarkt<\/strong><br \/>\nIn etwa 20% aller F\u00e4lle bemerken die Betroffenen die zumeist sehr heftigen Schmerzen nicht. Oftmals sind es alte Menschen, Diabetiker oder Alkoholiker. Auch ein EKG liefert bei diesen Patienten oftmals keine eindeutigen Ergebnisse und die weniger auff\u00e4lligen Symptome (Atemnot, Angst, Schw\u00e4chegef\u00fchl) werden nicht unbedingt einem Herzinfarkt zugeschrieben.<\/p>\n<p><strong>Sofort handeln \u2013 jede Minute kann \u00fcber Leben und Tod entscheiden<\/strong><\/p>\n<p>Gute Chancen hat, wer innerhalb der ersten halben Stunde, mindestens aber innerhalb der ersten drei Stunden entsprechend behandelt wird. Im weiteren Verlauf zeigen Therapien immer schlechtere Ergebnisse und bringen immer mehr Folgesch\u00e4den mit sich. Beim geringsten Verdacht und wenn die beschriebenen Schmerzen l\u00e4nger als f\u00fcnf Minute andauern, sollte lieber der Notarzt gerufen werden (Notruf 112).<\/p>\n<p>Informieren Sie gegebenenfalls auch Ihnen nahestehende Personen \u00fcber Sofortma\u00dfnahmen und wie sie sich zu verhalten haben, es kann Ihnen Ihr Leben retten. Zeigen Sie denen, wo Sie Medikamente aufbewahren oder mit sich f\u00fchren (z.B. Nitrokapseln oder -spray), wo (falls vorhanden) ein Defibrillator steht und wie er funktioniert, ermutigen Sie sie, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen und reden Sie \u00fcber das Thema &#8211; nicht nur zur Information sondern auch, um potentiellen Helfern die Angst zu nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Erste-Hilfe-Ma\u00dfnahmen bei einem Herzinfarkt<\/h2>\n<ul>\n<li>Notrufnummer 112 anrufen und den Verdacht auf einen Herzinfarkt melden<\/li>\n<li>Beruhigend auf den Patienten einwirken<\/li>\n<li>Den Oberk\u00f6rper des Patienten etwas erh\u00f6ht lagern<\/li>\n<li>F\u00fcr frische Luft sorgen, Patient soll aber nicht frieren<\/li>\n<li>Einengende Kleidung ggf. l\u00f6sen<\/li>\n<li>Falls vorhanden, ggf. Nitrospray oder -kapseln verabreichen<\/li>\n<li>Bewusstlose in die stabile Seitenlage bringen<\/li>\n<li>Bei Herzstillstand eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchf\u00fchren oder, falls vorhanden, einen Defibrillator benutzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Risikofaktoren \/ famili\u00e4re Belastung<\/strong><br \/>\nEin h\u00f6heres Risikopotential haben besonders Diabetiker. Aber auch \u00dcbergewicht sowie Alkohol, Rauchen und dauerhafter Stress sind Wegbereiter. Bei Herzinfarkten in der Familie (Verwandtschaft ersten bis zweiten Grades) ist das Infarktrisiko bis zum f\u00fcnffachen erh\u00f6ht. Geh\u00f6ren Sie zu diesen \u201eRisikogruppen\u201c, dann sollten Sie regelm\u00e4\u00dfig einen Check beim Kardiologen erw\u00e4gen und auch die Hinweise zur Prophylaxe (s.u.) beachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Prophylaxe<\/h2>\n<p>Um einem (erneuten) Herzinfarkt vorzubeugen sind zwei Themen ganz wichtig: <strong>Sport und Ern\u00e4hrung<\/strong>.<\/p>\n<p>Schon eine Viertel- bis halbe Stunde <strong>Sport<\/strong> am Tag kann die Lebenserwartung etwa drei Jahre verl\u00e4ngern. Entspannungssportarten (Autogenes Training, Yoga etc.) wirken \u00fcber Stressreduktion indirekt positiv.<\/p>\n<p>Bei der <strong>Ern\u00e4hrung<\/strong> ist eine <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/versteckter-zucker-naehrstoffe-und-der-einfluss-der-ernaehrung-auf-vitalitaet-und-gesundheit-besonders-im-alter\/\">mediterran orientierte Kost<\/a> anzuraten. Essen sie mindestens zweimal pro Woche Fisch mit hohem Omega-3-Fetts\u00e4uregehalt, ersetzen Sie geh\u00e4rtete Fette wie Butter durch z.B. Oliven\u00f6l\/Hanf\u00f6l, essen Sie viel Obst und Gem\u00fcse (ideal: f\u00fcnf Portionen am Tag), trinken Sie viel (aber m\u00f6glichst wenig bis keinen Alkohol), verzichten Sie gr\u00f6\u00dftenteils auf Fleisch (das reicht max. zweimal pro Woche) und w\u00fcrzen Sie mehr mit frischen Kr\u00e4utern als mit Salz.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Prophylaxe ist der <strong>Rauch-Stopp<\/strong>. Das wird ein Raucher nicht gern h\u00f6ren, es ist aber essentiell notwendig. Fragen Sie ggf. Ihren Therapeuten nach einer Nikotinersatztherapie, auch um Wechselwirkungen auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Wechselwirkungen<\/strong> sind ein weiteres wichtiges Thema, selbst bei scheinbar bew\u00e4hrten, nat\u00fcrlichen Mitteln und teilweise auch bei Phytopharmaka. <strong>Fragen Sie vor der Einnahme von Medikamenten und auch Nahrungserg\u00e4nzungen immer Ihren Kardiologen\/Arzt.<\/strong> Insbesondere wenn Sie schon einen Herzinfarkt hinter sich haben und\/oder gerinnungshemmende Medikamente oder welche zur Regulation von Fettstoffwechselst\u00f6rungen einnehmen. Beispielhaft k\u00f6nnen Fisch\u00f6lkapseln erh\u00f6hte Blutfettwerte reduzieren, sie enthalten aber auch Cholesterin und d\u00fcrfen daher nicht zusammen mit Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) eingenommen werden. \u00c4hnliche Wechselwirkungen k\u00f6nnen auch bei Knoblauchextrakten auftreten.<\/p>\n<p>Im Fall pr\u00e4ventiver Herzunterst\u00fctzung gibt es neben <strong>Knoblauch<\/strong> viele weitere erprobte Wirkstoffe\/Mikron\u00e4hrstoffe wie z.B.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wei\u00dfdorn<\/strong> &#8211; Die Wirksamkeit wurde in vielen klinischen Studien belegt. Kann die Kontraktionskraft des Herzens steigern. Wirkt antiarrhythmisch, antioxidativ und gef\u00e4\u00dferweiternd.<\/li>\n<li><strong>Magnesium<\/strong> &#8211; Kann die Muskelspannung herabsetzen und greift in die Reizweiterleitung am Herz ein.<\/li>\n<li><strong>Kalium<\/strong> &#8211; Beteiligt an der Erregbarkeit des Herzens. Ein Zuviel wie auch ein Zuwenig kann Herzrhythmusst\u00f6rungen verursachen.<\/li>\n<li><strong>Campher und Mistel<\/strong> &#8211; Steigerung der Herz-\/Kreislauffunktion, atemwegserweiternd.<\/li>\n<li><strong>Aminos\u00e4ure L-Arginin<\/strong> &#8211; K\u00f6rpereigen. Dient der di\u00e4tetischen Behandlung von Bluthochdruck durch F\u00f6rderung der Bildung von NO, also Stickstoffmonoxyd in den Arterien, die sich dadurch erweitern (quasi Freisetzung eines k\u00f6rpereigenen Nitro-Sprays), einer gest\u00f6rten Gef\u00e4\u00dffunktion und erh\u00f6htem <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/risikofaktor-homocystein\/\">Homocysteinspiegel<\/a>. Im Falle einer Supplementierung ggf. mit Fols\u00e4ure und Antioxidantien kombinieren, um die Wirksamkeit zu verbessern. Sollte mit Selen sowie Glutathion wegen der erg\u00e4nzenden Wirkung kombiniert werden, da der gef\u00e4\u00dferweiternde Mechanismus hierdurch regeneriert wird \u00fcber die Selen-katalysierte Glutathionperoxidase-Reaktion.<\/li>\n<li><strong>Coenzym Q10<\/strong> &#8211; Verbessert die Herzmuskelleistung und senkt den NYHA-Schweregrad der Herzinsuffizienz und kann zudem u.a. den Blutdruck senken sowie Herzrhythmusst\u00f6rungen vorbeugen.<\/li>\n<li><strong>Serrapeptase <\/strong>&#8211; Enzym aus den Darmbakterien der Seidenspinnerraupe Serratia, das in der Lage ist, Seidenf\u00e4den aufzul\u00f6sen und dar\u00fcber hinaus auch bestehende Ablagerungen im Gef\u00e4\u00dfsystem selbst im arteriellen System, ebenso Bromelain und Papain, diese wirken aber eher \u00fcber Ihre antientz\u00fcndliche Wirkung bzw. wie eine Art Plasmaexpander, indem sich die gro\u00dfen Molek\u00fcle zwischen die Blutzellen legen und so die Rheologie, also die Flie\u00dfeigenschaften des Blutes und damit die Mikrozirkulation verbessern.<\/li>\n<li><strong>Carnitin<\/strong> wirkt sauerstoffsparend durch Einschleusung von Fetts\u00e4uren im Rahmen der Energiegewinnung durch beta-Oxidation in den Mitochondrien sowohl im Herz- als auch im Skelettmuskel, dadurch wird das Herz entlastet und mehr Fette werden aus Ablagerungen verbrannt. Sollte immer mit Vitamin B1, B6 und B12 f\u00fcr eine optimale Wirkung kombiniert werden.<\/li>\n<li><strong>Radikalfangende Wirkstoffe<\/strong> wie Lycopin, Astaxanthin, Carotinoide, alpha-Lipons\u00e4ure, Vitamin C sowie Vitamin E sch\u00fctzen vor der Oxidation des Cholesterins in den Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nden und unterdr\u00fccken somit das Fortschreiten einer Arterienverkalkung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gern schauen wir uns Ihren Fall individuell an, geben vertiefende Informationen, beraten Sie \u00fcber eventuelle Wechselwirkungen in Ihrem Medikamentenschrank und sprechen Empfehlungen z.B. f\u00fcr eine orthomolekulare Supplementierung aus&#8230;<\/p>\n<p><strong>Update Januar 2017:<\/strong><br \/>\nEs gibt zur Enstehung von Schlaganf\u00e4llen und Herzinfarkten eine neue Theorie! Lesen Sie mehr dazu hier im Blog: <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/herzinfarkt-und-schlaganfaelle-sind-entzuendungen-schuld-und-nicht-fettiges-essen-forschungsupdate\/\">Herzinfarkt und Schlaganf\u00e4lle \u2013 Sind Entz\u00fcndungen schuld und nicht fettiges Essen? Forschungsupdate<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre style=\"text-align: right;\"><em>Quellen:\r\n\u201eWettlauf mit der Zeit\u201c, PTAheute, Nr. 24 Dezember 2014, S. 42 ff.\r\n\u201eAngina pectoris\u201c, ebenda, S. 36ff.\r\nEigene Ausf\u00fchrungen<\/em><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Herz ist der Motor unseres K\u00f6rpers. Unromantisch gesprochen, ist es ein muskul\u00e4res Hohlorgan, das wie eine Verdr\u00e4ngungspumpe Blut \u00fcber die Venen ansaugt und durch die Aorta ausst\u00f6\u00dft. Der entstehende Blutkreislauf versorgt alle Bereiche des K\u00f6rpers. Das Herz leistet unglaubliches und muss selbst nat\u00fcrlich auch versorgt werden. 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