{"id":4386,"date":"2017-08-25T10:38:52","date_gmt":"2017-08-25T08:38:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/?p=4386"},"modified":"2022-03-14T10:33:40","modified_gmt":"2022-03-14T09:33:40","slug":"isoglukose-zuckersirup-mit-gefahrenpotential","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/isoglukose-zuckersirup-mit-gefahrenpotential\/","title":{"rendered":"Isoglukose \u2013 Zuckersirup mit Gefahrenpotential"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zucker<\/strong> ist s\u00fc\u00df und liefert Energie, oftmals assoziieren wir ihn mit einer Belohnung. Leider bringt er eine Menge Kalorien mit, f\u00f6rdert Karies, \u00dcbergewicht und weitere Folgebeschwerden. <strong>Isoglukose<\/strong> ist ein Zuckersirup, der gerne von der Industrie verarbeitet wird, aber f\u00fcr die Konsumenten einige Gefahren in sich birgt.<\/p>\n<h2>Eine aktuelle politische Entwicklung \u2013 EU Zuckerquote<\/h2>\n<p>Am 30. September 2017 l\u00e4uft die Europ\u00e4ische Zuckermarktordnung aus (Bef\u00fcrworter nennen es einen Schutzmechanismus der EU Agrarpolitik). Das erm\u00f6glicht den deutschen Bauern k\u00fcnftig mehr Zuckerr\u00fcben anbauen zu k\u00f6nnen. Andererseits f\u00e4llt aber auch der Mindestpreis pro R\u00fcbe weg. Ob das nun \u00e4hnlich wie nach dem Wegfall der Milchquote zu \u00dcberproduktionen f\u00fchrt, ob die Bauern es schaffen, neue M\u00e4rkte trotz internationaler Konkurrenz zu erschlie\u00dfen, ob es einen Preisverfall gibt etc. sind volkswirtschaftliche und agrarpolitische Fragen, mit denen sich die Zuckerr\u00fcbenbauern auseinandersetzten werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Aber was hat das mit dem Thema Isoglukose zu tun? In dem wegfallenden Regelwerk gibt es noch eine Quotenregelung f\u00fcr Isoglukose. Die Quote lag bislang bei weniger als 5% des gesamten EU-Zuckermarktes. Nun stellt sich die Frage nach der Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Isoglukose nach dem Wegfall der staatlichen Mengenregulierung. Experten prognostizieren eine Steigerung bis 2023 auf 12%, da neben einer guten Verarbeitung auch die Produktion g\u00fcnstiger ist und zudem (aktuell vorwiegend in den USA) aus genetisch ver\u00e4ndertem Mais, der eine hohe wirtschaftliche Effizienz durch geringere Ausf\u00e4lle aufweist, erfolgen kann.<\/p>\n<p>Das nur mal als Information im Hinterkopf und nun zum eigentlichen Thema.<\/p>\n<h2>Was ist Isoglukose (bzw. Isoglucose)?<\/h2>\n<p>Ein zumeist sirupartiges Disaccharid aus den Einfachzuckern Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker). Also quasi ein Zuckersirup.<\/p>\n<p>Pflanzliche St\u00e4rke aus Mais (in Europa auch aus Weizen oder Kartoffeln) wird im Rahmen der St\u00e4rkeverzuckerung in seine Bausteine, n\u00e4mlich verschiedene Einfachzucker, aufgespalten. Es entsteht ein Glukose-Fruktose-Gemisch, bei dem im Rahmen der Isomesierung durch ein Enzym (Glukose-Isomerase) ein Teil der Glukose zu Fruktose, die eine h\u00f6here S\u00fc\u00dfkraft aufweist, umgewandelt wird. Der Fruktosegehalt in Isoglukose ist also f\u00fcr die S\u00fc\u00dfkraft verantwortlich, der den von \u201enormalem\u201c Haushaltszucker \u00fcbertreffen kann. Auf die Nomenklatur achten: Glukose-Fruktose-Sirup hat einen Fruktosegehalt von 5-50%, von Fruktose-Glukose-Sirup spricht man bei einem Fruktosegehalt von mehr als 50%, beide werden aber als Isoglukose bezeichnet. \u00a0In den USA werden Sirupe mit hohem Fruktoseanteil als High Fructose Corn Syrup (HFCS, i.d.R. 42 oder 55% Fruktoseanteil) bezeichnet. Sie werden dort nahezu im gleichen Anteil wie Zucker (Saccharose) konsumiert.<\/p>\n<p>Betrachtet man diesen Wert, wirkt die o.g. Steigerungssch\u00e4tzung auf 12% fast konservativ.<\/p>\n<p>Besonders die Lebensmittelindustrie bedient sich gern des Isoglukose Sirups, da seine spezifischen Eigenschaften in der <strong>Lebensmitteltechnologie<\/strong> gut ankommen. So reagiert die Fruktose hygroskopisch und kristallisiert nur schwer, was beispielsweise f\u00fcr glatte, optisch besser verkaufbare \u00dcberz\u00fcge bei Backwaren sorgt oder auch Bonbons l\u00e4nger lagerf\u00e4higer macht. Isoglukose findet sich in immer mehr Produkten wie Erfrischungsgetr\u00e4nken, Fruchtgummis, S\u00fc\u00dfwaren, Fr\u00fchst\u00fccksflocken, Backmischungen, Fruchtjoghurt, Saucen aber auch in Marmeladen etc.<\/p>\n<h2>S\u00e4ttigungsgef\u00fchl und Verstoffwechslung<\/h2>\n<p>Wenn wir <strong>normalen Haushaltszucker (Saccharose)<\/strong> zu uns nehmen, so werden Fruktose und Glukose in gleichen Mengen verstoffwechselt. Dabei wird etwa die halbe Menge abh\u00e4ngig von dem Hormon Insulin metabolisiert (Abbau durch k\u00f6rpereigene Enzyme), wobei uns ein S\u00e4ttigungsgef\u00fchl signalisiert wird.<\/p>\n<p>Der hohe Anteil an Fruktose in Isoglukose wird <strong>Insulin-unabh\u00e4ngig verstoffwechselt<\/strong>. Das freut zwar eventuell den <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/diabetes-mellitus\/\">Diabetiker<\/a>, aber <strong>es fehlt das S\u00e4ttigungssignal<\/strong>, was gerade bei \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Verzehr zu \u00dcbergewichtigkeit f\u00fchren kann. Das k\u00f6nnte noch verst\u00e4rkt werden, wenn sich die These bewahrheitet, dass Fruktose die Fettsynthese f\u00f6rdere, indem die Abbauprodukte in die sog. Triglyceridsynthese eingespeist werden. Dar\u00fcber hinaus gibt es eine In-vitro-Studie, die vermuten l\u00e4sst, dass Fruktose bei Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs das Tumor-Wachstum beg\u00fcnstige.<\/p>\n<p>Abgesehen davon gibt es die Gruppe der Menschen, die an einer Fruktose-Malabsorption leiden, das betrifft immerhin von 30-40% der mitteleurop\u00e4ischen Bev\u00f6lkerung. Der hohe, oftmals aus den <strong>Produktkennzeichnungen nicht eindeutig<\/strong> herauslesbare Fruktoseanteil kann bei ihnen die entsprechenden, unangenehmen Symptome (Bl\u00e4hungen, laute Bauchger\u00e4usche, Bauchspannung, Magenbeschwerden, \u00dcbelkeit, Stuhl mit wechselnder Konsistenz, Durchfall, Verstopfung) hervorrufen. Fruktose-Intolerante Personen haben ein noch gr\u00f6\u00dferes Problem damit, auch wenn dies \u201enur\u201c jeden 130000. betrifft, darf es nicht vernachl\u00e4ssigt werden. Betroffenen wird eine Ern\u00e4hrungsumstellung nahegelegt, die durch die zu erwartende Durchdringung der Isoglukose in der Lebensmittelindustrie, verbunden mit uneindeutiger Kennzeichnung noch schwieriger werden wird.<\/p>\n<h2>Zucker ist nicht gleich Zucker<\/h2>\n<p>Will bzw. muss man erkennen, wieviel Zucker in einem Produkt steckt, ist es praktisch, sich einen \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen Zuckerarten zu verschaffen. <strong>Zucker steckt hinter all diesen Namen: Glucose, Dextrose, Fructose, Isoglukose, Galactose, Lactose, Maltose, Saccharose<\/strong>. Man merkt schon, dass es wohl mehr als wei\u00dfen und braunen Zucker aus der K\u00fcche gibt.<\/p>\n<h3>Einfachzucker<\/h3>\n<p>Als Monosaccharide sind vor allem Traubenzucker (<strong>Glukose <\/strong>oder auch<strong> Dextrose<\/strong>) und <strong>Fruktose<\/strong> zu nennen. Aber auch Galaktose (Bestandteil der Milch) sowie Tagatose (erst kurz in der EU als Lebensmittel zugelassen, wird industriell aus Galaktose gewonnen, ist nicht kariogen). Glukose wird durch die Aufspaltung von St\u00e4rke (Kombination von Glukosemolek\u00fclen, vgl. unten) gewonnen. Fruktose sorgt f\u00fcr die S\u00fc\u00dfe in Obst. Einfachzucker gehen schnell ins Blut und versorgen das Gehirn (kurzfristig) mit Energie.<\/p>\n<p>Traubenzucker wird gern als schneller Energielieferant verkauft. Das stimmt nur bedingt und in Ma\u00dfen, denn die reine Glukose hebt den Blutzuckerspiegel zu schnell und f\u00fchrt so zu kurzfristig erh\u00f6hter Insulinaussch\u00fcttung mit der Folge eines Energietiefs nach dem (kurzzeitigen) -hoch.<\/p>\n<h3>Zweifachzucker<\/h3>\n<p>Diese Zuckermolek\u00fcle (Disaccharide) aus mehreren Einfachzuckern m\u00fcssen vom K\u00f6rper zur Energienutzung aufgespalten werden. Die wichtigsten Vertreter sind<\/p>\n<ul>\n<li>Der allseits bekannte <strong>Haushaltszucker<\/strong> (chemischer Name: <strong>Saccharose<\/strong>). Er besteht aus je einem Molek\u00fcl Glukose und Fruktose und wird aus Rohrzucker oder Zuckerr\u00fcben (es besteht kein chemischer Unterschied) gewonnen. Und jetzt verwirren wir mal richtig: <em>Raffinierter Zucker<\/em> (Kristallzucker, Raffinade, fast 100% reine Saccharose) ist reiner als der sogenannte <em>Wei\u00dfzucker<\/em>. <em>Brauner Zucker<\/em> enth\u00e4lt ein kleines Mehr an Mineralstoffen. Allerdings nicht, wenn es sich um nicht raffinierten <em>Vollrohrzucker<\/em> (aus Zuckerrohr) oder <em>Vollzucker<\/em> (aus Zuckerr\u00fcben) handelt. Und dann gibt es noch den <em>Braunzucker<\/em>, das ist karamellisierter wei\u00dfer Zucker.<\/li>\n<li><strong>Maltose<\/strong> (Malzzucker) besteht aus zwei Glukosemolek\u00fclen. Wir kennen ihn z.B. aus Bier, Kartoffeln und Nudeln.<\/li>\n<li><strong>Laktose<\/strong> (Milchzucker) besteht aus je einem Molek\u00fcl Glukose und Galaktose. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/laktoseintoleranz\/\">Laktoseabbau<\/a> haben Menschen Probleme, denen das Enzym Laktase fehlt.<\/li>\n<li><strong>Isomaltulose<\/strong> besteht wie Saccharose aus je einem Molek\u00fcl Glukose und Fruktose und ist erst seit 2005 in der EU zugelassen. Durch langsamere Verstoffwechslung und ein damit einhergehend verz\u00f6gertes Ansteigen des Blutzuckerspiegels, soll er f\u00fcr Diabetiker geeignet sein und ist zudem nicht kariogen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wird auf Verpackungen Zucker erw\u00e4hnt, so ist zumeist Saccharose (also Haushaltszucker) gemeint. Aber man sollte in der <strong>Zutatenliste<\/strong> nach weiteren Zuckernamen (s.o.) suchen, sie deuten auf einen deutlich h\u00f6heren Gehalt an Einzelzuckern. \u00dcbrigens werden hierzulande die Zutaten in der Reihenfolge ihrer Mengenanteile gelistet. Zucker an erster Stelle ist also kein gutes Zeichen.<\/p>\n<h3>Vielfachzucker<\/h3>\n<p>Verbinden sich mehr als 10 Glukosemolek\u00fcle, so spricht man von <strong>Polysacchariden<\/strong> (Vielfachzuckern). Bekanntester Vertreter ist die besagte St\u00e4rke aus Kartoffeln, Weizen, Mais, Reis. Sie findet sich auch in vielen Fertigprodukten. Vielfachzucker schmecken nicht s\u00fc\u00df. Sie denken gerade an Kohlenhydrate? Richtig, <strong>alle Zucker z\u00e4hlen zu den Kohlehydraten.<\/strong> Kohlenhydrathaltige Speisen versorgen uns langfristig mit Energie, da die Kohlenhydrate \u00fcber die Zeit aufgespalten und freigegeben werden, womit auch das Insulin-Aussch\u00fcttungsproblem (vgl. unter Einfachzucker) entf\u00e4llt. Die gleichm\u00e4\u00dfige Insulinaussch\u00fcttung sorgt f\u00fcr ein anhaltendes S\u00e4ttigungsgef\u00fchl. Das ist bei komplexeren Kohlenhydraten um so ausgepr\u00e4gter, weswegen z.B. Vollkornbrot l\u00e4nger satt macht als ein Baguette.<\/p>\n<h3>Und dann noch<\/h3>\n<p>Nur zur Vollst\u00e4ndigkeit, neben den Zuckerarten gibt es noch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>S\u00fc\u00dfstoffe<\/strong>, z.B. Saccharin (E 954), Cyclamat (E 952), Aspartam (E 951), Acesulfam (E 950), Neohesperidin (E 959) und Thaumatin (E 957)<strong>:<\/strong> Sie k\u00f6nnen unterschiedlich s\u00fc\u00df sein, meist s\u00fc\u00dfer als Zucker. Sie enthalten aber keine Energie. Sie sind nicht kariogen. Sie werden gr\u00f6\u00dftenteils k\u00fcnstlich hergestellt. Bei einigen dieser S\u00fc\u00dfstoffe besteht der Verdacht, dass sich aufgrund der synthetischen Struktur Ablagerung im K\u00f6rper bilden k\u00f6nnen, die unter anderem auch Sch\u00e4digung der Nerven, wie zum Beispiel Polyneuropathien, ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Zuckeralkohole<\/strong> oder <strong>Zuckeraustauschstoffe<\/strong>, z.B. Sorbit (E 420), Mannit (E 421), Isomalt (E 953), Maltit (E 965), Lactit (E 966) und Xylit (E 967): Werden aus Einfachzuckern hergestellt, haben meist deutlich weniger Kalorien bei vergleichbarer S\u00fc\u00dfe.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Zuviel Zucker<\/h2>\n<p>\u2026 ist <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/dickes-problem-zucker\/\">nicht gesund<\/a>. Dazu brauchen wir hier nicht viel zu sagen, es f\u00f6rdert \u00dcbergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Fettleber und mehr. Plus indirekte Folgewirkungen. Alle Kohlenhydrate, also auch alle Zuckerarten haben \u00fcbrigens einen nahezu gleichen <strong>Kaloriengehalt<\/strong>: 4,1 kcal pro Gramm.<\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) sagt, man solle die Zufuhr freier Zucker auf unter 10% der Gesamtenergiezufuhr beschr\u00e4nken. Gem\u00e4\u00df neuer WHO-Meinung sei es noch besser, den freien Zucker gleich auf f\u00fcnf Prozent zu reduzieren, also h\u00f6chstens sechs Teel\u00f6ffel (25 Gramm) pro Tag. Ein Wert, den sicherlich viele oftmals \u00fcbertreffen (Statistik: Im Durchschnitt verzehrt jeder Deutsche j\u00e4hrlich 35 Kilogramm Zucker, das sind etwas mehr als 140.000 Kilokalorien). Da Isoglukase das S\u00e4ttigungsgef\u00fchl unterwandert, k\u00f6nnen alle Formen ungewollter Folgen vermutlich noch schneller bewirkt werden. Gerade bei Kindern ist die Gefahr eines nimmersatten Zuckerverzehrs dadurch deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Ach ja, nicht zu vergessen: die meisten Zuckerarten f\u00f6rdern auch <strong>Karies<\/strong>. Ein weiteres gro\u00dfes, auch volkswirtschaftlich relevantes Problemfeld.<\/p>\n<h2>Zuckerersatzstoffe als L\u00f6sung?<\/h2>\n<p>Zuckerersatzstoffe (wir meinen hier S\u00fc\u00dfstoffe, Zuckeraustauschstoffe und auch Stevia) gibt es mittlerweile viele. Sie sind ein Ersatz aber nicht unbedingt eine L\u00f6sung. Es gibt Studien daf\u00fcr und dagegen. Es ist wohl einfach angebracht, auch ihren Konsum nicht ma\u00dflos zu betreiben, auch weil \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Verzehr abf\u00fchrend wirken kann (das liegt an den Zuckeraustauschstoffen, ab 10% sind Nahrungsmittel kennzeichnungspflichtig bez\u00fcglich der laxierenden Wirkung).<\/p>\n<p>Aber auch S\u00fc\u00dfe aus der <strong>Stevia<\/strong>-Pflanze (Anmerkung: Die Pflanze ist zwar nat\u00fcrlich, die S\u00fc\u00dfungs-Tabs werden aber auch k\u00fcnstlich hergestellt &#8211; Steviolglycoside werden als Lebensmittelzusatzstoff E 960 gekennzeichnet) ist seitens der Nebenwirkungen noch in der Erforschung, aktuell wird davon abgeraten, am Tag mehr als 4mg\/kg K\u00f6rpergewicht zu verzehren. Man bedenke: Jede Form von S\u00fc\u00dfe kann ein Verhalten (wir wollen nicht von Suchtverhalten sprechen) antrainieren, das dazu f\u00fchrt, dass an anderen Stellen hemmungsloser zugeschlagen wird. Und dann ohne R\u00fccksicht auf die Art des Zuckers. PS: <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/wie-suess-natuerliche-zuckeralternativen\/\">Nat\u00fcrliche Zuckeralternativen<\/a>.<\/p>\n<p>Es gibt auch empfohlene Obergrenzen bei den S\u00fc\u00dfstoffen: Die WHO setzt z.B. die Obergrenze (ADI = <strong>Acceptable Daily Intake<\/strong>) f\u00fcr Saccharin bei 5 mg\/kg K\u00f6rpergewicht, f\u00fcr Sucralose bei 15 und f\u00fcr Aspartam bei 40.<\/p>\n<p>Hei\u00df diskutierte Thesen gegen die Verwendung von Zuckerersatzstoffen, bzw. zur Frage, ob S\u00fc\u00dfstoffe dick machen:<\/p>\n<ul>\n<li>S\u00fc\u00dfer Geschmack bereitet unseren K\u00f6rper darauf vor, dass Kalorien zu erwarten sind. Es wird vermutet, dass die Bauchspeicheldr\u00fcse vorsorglich Insulin aussch\u00fcttet. Wenn dann aber kein Zucker folgt, sinkt der Blutzuckerspiegel, und Hunger kommt auf.<\/li>\n<li>Wenn unserem K\u00f6rper die Verbindung zwischen S\u00fc\u00dfe und Kalorien fehlt, f\u00e4hrt er bei weiteren s\u00fc\u00dfen Mahlzeiten die Verdauung nicht mehr so hoch wie zuvor, um die vermeintliche, ihm aber vorenthaltene Energie optimaler aufnehmen zu k\u00f6nnen. Dadurch wird insgesamt die Verwertung der N\u00e4hrstoffe schlechter und das Verlangen nach noch mehr s\u00fc\u00dfer Kost w\u00e4chst. Und zwar auch (gelerntes Verhalten), wenn die S\u00fc\u00dfe wie beim Zucker und bei Kohlehydraten wieder durch kalorienreiche Speisen hervorgerufen wird.<\/li>\n<li>Weitere Gesundheitsrisiken wie Krebs und Diabetes werden teilweise mit ihnen assoziiert, aber hier gibt es keine eindeutigen Beweise. Nach aktuellem Wissensstand soll der Verzehr innerhalb der empfohlenen Grenzen diesbez\u00fcglich unbedenklich sein.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Gentechnik<\/h2>\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt, wird zur Herstellung von Isoglukose insbesondere in den USA oftmals gentechnisch ver\u00e4nderter Mais eingesetzt. Auch in der EU gibt es entsprechende und zugelassene Maissorten.<\/p>\n<p>Aber auch die eingesetzten Enzyme zur Herstellung k\u00f6nnen problematisch bewertet werden. Notwendige Enzyme wie z.B. Amylase, Glukose-Isomerase oder Pullulanase werden teilweise auch biotechnisch mit gentechnisch ver\u00e4nderten Mikroorganismen gewonnen. Enzyme werden jedoch nicht auf der Zutatenliste angegeben und ihre Herstellung mit Hilfe von besagten Mikroorganismen ist nicht kennzeichnungspflichtig.<\/p>\n<p>Eine Diskussion \u00fcber Vor- bzw. Nachteile der Gentechnik sowie \u00fcber den Sinn oder Unsinn der Kennzeichnung wollen wir hier nicht beginnen, wir lassen das an dieser Stelle unkommentiert.<\/p>\n<h2>Herausforderung<\/h2>\n<p>Generell sollten wir bei unserer Ern\u00e4hrung darauf achten, nicht zu viel Zucker bzw. Zuckerersatz einzubauen, so dass unser K\u00f6rper keine S\u00fc\u00df-Sucht entwickelt. Der zu erwartende vermehrte Einzug von Isoglukose in die Lebensmittel ist auch mit Blick auf die hiesige Agrarwirtschaft kritisch zu betrachten und kann mittel- bis langfristig durchaus zu steigendem \u00dcbergewicht der Bev\u00f6lkerung, insbesondere auch der folgenden Generation f\u00fchren. Hier sind nun also besonders die Eltern gefragt, neben ihrem eigenen Essverhalten auch das ihrer Kinder zu hinterfragen und zu regulieren. Auch der Lehrplan der Schulen sollte in Hinblick auf die Ern\u00e4hrungswissenschaft ausgebaut werden, um Kindern die Problematik verst\u00e4ndlich zu machen. Leider ist wohl kaum damit zu rechnen, dass die internationale Industrie freiwillig auf die Gefahren hinweist, dazu muss die Nachfrage sinken (unwahrscheinlich) oder der volkswirtschaftlich und gesellschaftliche Druck durch die Folgewirkungen auf die Politik (die regulierend auf die Industrie einzuwirken vermag) so stark wachsen, wie es in den letzten Jahren bei der Tabakindustrie zu beobachten ist (Werbeverbot, Raucherbereiche etc.). Bis dahin wird aber noch manch einer an den direkten und indirekten physischen wie auch psychischen Folgen seines \u00dcbergewichts zu knabbern haben.<\/p>\n<p>Zu den Folgen einer zu zuckerreichen Ern\u00e4hrung, versteckter Fruktose oder den Effekten im Alter haben wir bereits vor Jahren einen\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/versteckter-zucker-naehrstoffe-und-der-einfluss-der-ernaehrung-auf-vitalitaet-und-gesundheit-besonders-im-alter\/\">Artikel<\/a> verfasst, der auch geeignete orthomolekulare Ans\u00e4tze zur Kompensation behandelt. Falls Ihnen nunmehr g\u00e4nzlich der Sinn nicht mehr nach S\u00fc\u00dfem steht, k\u00f6nnen Sie sich auch gerne bei uns im Blog nach einer <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/low-carb-oder-besser-no-carb\/\">Low-Carb<\/a>\u00a0Ern\u00e4hrung umschauen. Lesen Sie gern auch noch mehr zum <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/tag\/ernaehrung\/\">Thema Ern\u00e4hrung<\/a> in unserem Blog.<\/p>\n<p><strong>Unser Tipp f\u00fcr einen ersten Schritt: Besser Wasser als Limo. Besser selber kochen als Fertigprodukte. Zutatenlisten aufmerksam lesen und hinterfragen.<\/strong><\/p>\n<p>Sprechen Sie uns zu diesem Thema an, wir beraten Sie gern.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Quellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft: Die <a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/DE\/Landwirtschaft\/Agrarpolitik\/1_EU-Marktregelungen\/_Texte\/EU-Zuckermarktregelungen.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">EU-Zuckermarktregelungen<\/a> \u2013 \u201eDas Europ\u00e4ische Parlament (EP), der Rat und die Europ\u00e4ische Kommission (KOM) haben sich im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik am 25. Juni 2013 auf ein Auslaufen der Zucker- und Isoglucose-Quotenregelung zum 30. September 2017 verst\u00e4ndigt.\u201c<\/li>\n<li>Ein Sirup mit Gef\u00e4hrdungspotenzial, in: Die PTA, 05\/2017, S.28f.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.dge.de\/fileadmin\/public\/doc\/ws\/position\/DGE-Position-WHO-Richtlinie-Zucker.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">DGE Positionspapier<\/a> zur neuen <a href=\"http:\/\/apps.who.int\/iris\/bitstream\/10665\/149782\/1\/9789241549028_eng.pdf?ua=1\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">2015 WHO Richtlinie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zucker ist s\u00fc\u00df und liefert Energie, oftmals assoziieren wir ihn mit einer Belohnung. Leider bringt er eine Menge Kalorien mit, f\u00f6rdert Karies, \u00dcbergewicht und weitere Folgebeschwerden. Isoglukose ist ein Zuckersirup, der gerne von der Industrie verarbeitet wird, aber f\u00fcr die Konsumenten einige Gefahren in sich birgt. Eine aktuelle politische Entwicklung \u2013 EU Zuckerquote Am 30. 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