{"id":5262,"date":"2018-09-06T09:51:43","date_gmt":"2018-09-06T07:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/?p=5262"},"modified":"2022-12-07T08:32:29","modified_gmt":"2022-12-07T07:32:29","slug":"blei-ein-unterschaetztes-umweltgift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/blei-ein-unterschaetztes-umweltgift\/","title":{"rendered":"Blei &#8211; ein untersch\u00e4tztes Umweltgift?"},"content":{"rendered":"<p>Blei ist ein Metall, genauer gesagt ist es ein giftiges Schwermetall, das in der Erdkruste im Verh\u00e4ltnis zu anderen Schwermetallen relativ h\u00e4ufig vorkommt. Das Elementsymbol von Blei lautet Pb und hat die Ordnungszahl 82 in der 4. Hauptgruppe der Schwermetalle des Periodensystems. Der Name stammt vermutlich vom lateinischen Wort Plumbum ab, k\u00f6nnte jedoch auch mit dem indogermanischen &#8218;bhlei&#8216; (und Stamm f\u00fcr das Wort Blech) verwandt sein, was soviel wie &#8222;schimmern&#8220; oder &#8222;gl\u00e4nzen&#8220; bedeutet.<\/p>\n<p>Blei ist recht leicht verformbar (somit als Metall einfach zu bearbeiten) und hat sowohl einen niedrigen Schmelzpunkt, als auch eine hohe W\u00e4rmeaufnahmekapazit\u00e4t. Daraus resultiert eine niedrige spezifische Verdampfungsenthalpie, was auch die Tradition des Bleigie\u00dfens zum Jahreswechsel \u00fcberhaupt erm\u00f6glicht sowie den Einsatz von Blei als Verbundwerkstoff beim L\u00f6ten.<\/p>\n<h2>Ein alter Werkstoff<\/h2>\n<p>Wahrscheinlich aufgrund der relativ einfachen Verarbeitung wurde Blei schon etwa 6500 v.Chr. verwendet. In der Bronzezeit wurde es mit <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/kupfer\/\">Kupfer<\/a> in Legierungen verwendet. Die R\u00f6mer bauten Blei nachweislich in gro\u00dfen Mengen ab und benutzten es u.a. zum Bau von Wasserleitungen, Gef\u00e4\u00dfen, Schleudergeschossen und Plomben (das stammt vom lateinische Name Plumbum).<\/p>\n<p>Dass Blei aber auch zu irreversiblen Sch\u00e4den durch Vergiftungen beitr\u00e4gt, ist seit gut 2000 Jahren bekannt. Aus der Zeit der R\u00f6mer liest man \u00fcber Symptome von Bleivergiftungen, die allerdings noch nicht assoziiert werden konnten. In den arch\u00e4ologisch untersuchten Gebeinen fanden sich entsprechende Bleibelastungen.<\/p>\n<p>Eine akute oder chronische Bleivergiftung (auch als Saturnismus bezeichnet \u2013 PS: das alchemistische Symbol f\u00fcr Blei ist die stilisierte Sichel, die f\u00fcr den Gott sowie den Planeten Saturn steht) entsteht durch die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Aufnahme von metallischem Blei oder Bleiverbindungen<\/p>\n<h3>Einige Beispiele von Bleivergiftungen aufgrund von Unwissenheit um seine Giftigkeit:<\/h3>\n<ul>\n<li>Ganz schlimm stand es um die Arbeiter in den Bleiminen (auch heute noch eine Risikogruppe)<\/li>\n<li>Die R\u00f6mer bauten Wasserleitungen und Gef\u00e4\u00dfe, was zu erh\u00f6hten Bleikonzentrationen in Nahrung und Trinkwasser f\u00fchrte.\n<ul>\n<li>Wasserleitungen: Seit Dezember 2013 ist es in Deutschland Vorschrift, alte Bleirohre durch neuere, unbedenklichere Materialien sanierend ersetzt zu haben. Zwar war das alte Blei in den Rohren durch Bildung einer Oxyd- und Calciumschlammschicht relativ reaktionsarm, jedoch wurde durch die Teilsanierung mit angrenzenden Kupferverrohrungen ein galvanisches Element erzeugt, wobei das unedlere Blei st\u00e4ndig in kleinen Mengen in L\u00f6sung gebracht und damit verf\u00fcgbar wurde. Mehr dazu folgt weiter unten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Gef\u00e4\u00dfe aus Blei bzw. mit keramischen Glasuren mit Bleipigmenten: Bei Getr\u00e4nken mit saurem Milieu wie z.B. Fruchts\u00e4ften oder Wein k\u00f6nnen Blei-Ionen aus dem Gef\u00e4\u00df herausgel\u00f6st werden und zur Anreicherung im K\u00f6rper f\u00fchren. Dies wurde nach neuzeitlichen Haaranalysen z.B. dem bekannten Komponisten Ludwig van Beethoven zum Verh\u00e4ngnis, der nicht nur seinen Wein gern aus Kristallgl\u00e4sern trank, sondern diesem, wie damals \u00fcblich, auch noch mit Bleisalzen ges\u00fc\u00dft hatte. Umso fataler war die leberbelastende Bleizufur in Verbindung mit dem Alkohol, was schlie\u00dflich zu einer Leberzirrhose f\u00fchrte (vermutet wird hier auch eine Beteiligung von Hepatitis Viren).<\/li>\n<li>Wie eben angedeutet, wurde Bleiacetat eine Zeitlang aufgrund seines s\u00fc\u00dflichen Geschmacks zum S\u00fc\u00dfen von Wein verwendet, aus heutiger Sicht ein fataler Fehler.<\/li>\n<li>Maler, die Bleifarben verwendeten, zeigten Symptome<\/li>\n<li>Seit den 1920ern wurde Tetraethylblei dem Benzin zugesetzt, als sog. Antiklopfmittel zur Leistungssteigerung. Ab den 70ern stieg die Produktionsmenge nochmals. Die Kontamination der Atmosph\u00e4re l\u00e4sst sich heutzutage in Eisbohrkernen aus der Arktis nachweisen. In diesen Bohrungen l\u00e4sst sich auch belegen, dass schon vor 2000 Jahren Blei in die Atmosph\u00e4re gelangte. Zwar ist das Blei mittlerweile aus den Treibstoffen verbannt, allerdings gibt es auch hier durch die Einf\u00fchrung des Katalysators Belastungen durch die Freisetzung von Platin in Form von hochtoxischen und krebserregenden organisch gebundenen Platinverbindungen (Cis-Platin oder Carboplatin). Diese Stoffe werden zum Teil auch in der Chemotherapie eingesetzt. Ggf. ist dies als Bestandteil von <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/laserdrucker-emissionen-gesundheitsgefahr\/\">Feinstaub<\/a> in der Atemluft mitverantwortlich an der steigenden Zahl von Lungenkrebsf\u00e4llen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Welche Beschwerden und Symptome weisen auf eine Bleivergiftung hin?<\/h3>\n<p>Hier zitieren wir die Giftinformationszentrale Erfurt<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Akute Bleivergiftungen<\/strong> (Bleispiegel 1000 \u00b5g\/l Vollblut) gehen mit \u00dcbelkeit, Erbrechen, Verstopfung und heftigen krampfartigen Bauchschmerzen (&#8222;Bleikolik&#8220;), psychischen St\u00f6rungen (Schlaflosigkeit, Apathie, aggressives oder antriebsloses Verhalten) und motorischen Ausfallerscheinungen (L\u00e4hmungen im Bereich der Arme und Beine) einher. Bei der akuten Vergiftung kann es zu einer toxischen Hirnsch\u00e4digung (Bleienzephalopathie) kommen. <\/em><br \/>\n<em><strong>Chronische Bleivergiftungen<\/strong> (Saturnismus), die bereits durch die t\u00e4gliche Aufnahme von 1000 \u00b5g (= 1 mg = 0,001 g) ausgel\u00f6st werden, machen sich oft schleichend und unspezifisch mit Schw\u00e4che, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Magenschmerzen bemerkbar. H\u00e4ufig besteht dann schon eine An\u00e4mie. Das Zahnfleisch kann grauschw\u00e4rzlich verf\u00e4rbt sein (&#8222;Bleisaum&#8220;). Bei pl\u00f6tzlicher Freisetzung gr\u00f6\u00dferer Mengen des gespeicherten Bleis aus dem Knochen (Stress, Stoffwechselst\u00f6rungen, Infekte) kommt es zu Symptomen wie bei der akuten Vergiftung (&#8222;Bleikrise&#8220;). Zu Unterscheiden gilt es hier (nicht minder bedenkliche) Verf\u00e4rbungen durch Quecksilber aus <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/amalgam-nutzung-von-eu-eingeschraenkt-um-quecksilber-belastung-zu-reduzieren\/\">Amalgamf\u00fcllungen<\/a>.<\/em><br \/>\n<em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.ggiz-erfurt.de\/aktuelles-detail\/bleivergiftung.html\">https:\/\/www.ggiz-erfurt.de\/aktuelles-detail\/bleivergiftung.html<\/a> <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcbrigens haben wir auf unserer Website eine Liste der deutschen Giftinformationszentren zusammengestellt, damit Sie im Notfall das f\u00fcr Sie zust\u00e4ndige direkt kontaktieren k\u00f6nnen: <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/vergiftung.htm\">https:\/\/www.flora-pharm.de\/vergiftung.htm<\/a><\/p>\n<h2>Wo wird Blei heutzutage verwendet?<\/h2>\n<p>Blei kommt in vielen Bereichen unseres Alltags zum Einsatz. Hier nur ein paar ausgew\u00e4hlte Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcber die H\u00e4lfte des Weltbedarfs wird in Akkumulatoren (Akkus) verarbeitet.<\/li>\n<li>Noch immer fahren nicht alle Autos \u201ebleifrei\u201c.<\/li>\n<li>Im Bereich der Strahlenabschirmung (z.B. auch als \u201eBleiweste\u201c beim Arzt oder Zahnarzt) spielt das Schwermetall zudem eine wichtige Rolle. Aufgrund des abschirmenden Effektes wird das Bleiglas auch in R\u00f6hrenmonitoren eingesetzt. Zudem fand Bleiglas aufgrund des hohen Brechungsindexes, also eines optischen Effekts, seinen Weg in das sog. Bleikristall. Durch seine hohe Dichte wurde und wird es gern als Gewicht eingesetzt. So finden sich beispielsweise in alten Gardinenkanten Bleiketten zur Beschwerung. Bei Gardienen, die sich direkt vor Heizk\u00f6rpern befinden, entsteht somit vermehrt eine Bleibelastung in der Zimmerluft durch den Abrieb, der sich durch die Heizungsaktivit\u00e4t noch besser in der Raumluft verteilt. Ebenso stellt es ein Risiko f\u00fcr damit spielende Kinder dar. Aber auch Fischer haben ihre Haken damit beschwert, weil es sich einfach um den Haken mit einer Zange formen lie\u00df.<\/li>\n<li>Viele Kugeln (Munition) f\u00fcr Gewehre und Pistolen bestehen auch heute noch aus Blei. J\u00e4ger k\u00f6nnen sich damit ihr geschossenes Wild und den folgenden Festbraten durchaus mit Blei kontaminieren. Daher sollte penibel darauf geachtet werden, dass das geschossene Gefl\u00fcgel oder Wild vor der Zubereitung von Schrotresten befreit wurde.<\/li>\n<li>Leider werden vereinzelt Bleifarben in Billigstproduktionen von Spielzeugen nachgewiesen.<\/li>\n<li>Blei befindet sich auch, genau so wie giftiges Arsen, in Schiffsanstrichlacken zum Schutz vor Algenbesatz und Korrosion und belastet somit die Meere und die darin lebenden Organismen, an deren Spitze der Nahrungskette wiederum der Mensch steht.<\/li>\n<li>Blei kommt ob seiner g\u00fcnstigen Eigenschaften und der relativ einfachen Verarbeitbarkeit in vielen Legierungen wie z.B. auch in Lot, Zinn, Messing und Rotguss vor.<\/li>\n<li>Eine h\u00e4ufige Verwendung war in Lettern f\u00fcr den klassischen Buchdruck, Schriftsetzer setzten die einzelnen Blei-Buchstaben zu Texten zusammen. So wies einer unserer Patienten mit Prostata-Karzinom immens hohe Bleibelastungen auf, die anamnestisch lediglich auf seinen Beruf als Drucker vor mehr als 25 Jahren zur\u00fcckzuf\u00fchren waren. Hier war die moderne Computertechnik somit gesundheitsrettend, auch wenn sie dabei gleich den ganzen Beruf ersetzt hat. Es wird versucht, Blei in immer mehr Legierungen (soweit es m\u00f6glich ist) durch andere Elemente zu ersetzen. Wer viel mit L\u00f6tzinn in Ber\u00fchrung kommt, sollte auf gute Absaugung und Schutzma\u00dfnahmen achten, denn wie weiter unten dargelegt wird, ist eine Belastung \u00fcber die Atemluft deutlich gr\u00f6\u00dfer als \u00fcber die Nahrung.<\/li>\n<li>Allerorts wird versucht (\u201eanimiert\u201c durch immer sch\u00e4rfere Grenzwerte \/ s.u.), den Bleigehalt zu reduzieren oder ganz zu ersetzen. Prominentes Beispiel ist unser Benzin, dass als bleifreie Variante durchgesetzt wurde.<\/li>\n<li><strong>#Sidefact<\/strong>: Der gute alte Bleistift tr\u00e4gt zwar \u201eBlei\u201c in seinem Namen, nicht aber in seiner Miene. Die ist aus Graphit, das fr\u00fcher irrt\u00fcmlich f\u00fcr das Bleierz Galenit (Bleiglanz) gehalten wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Grenzwerte \u2013 werden weiter angepasst<\/h2>\n<p>Normalerweise werden aus der Umwelt mit der Atemluft und mit der Nahrung vom Erwachsenen t\u00e4glich etwa 200 \u00b5g (= 0,2 mg = 0,0002 g) Blei aufgenommen. Diese Menge kann ein gesunder K\u00f6rper auch t\u00e4glich wieder ausscheiden. \u00dcber die Lunge (bis 70 % als Aerosole) gelangt mehr Blei bis in die Blutbahn als \u00fcber den Magen-Darm-Trakt. Das erkl\u00e4rt u.a. die hohe Gef\u00e4hrdung der bleiabbauenden Minenarbeiter. Blei interferiert im K\u00f6rper mit zahlreichen Proteinen und st\u00f6rt sie in ihren physiologischen Prozessen. Besonders anf\u00e4llig sind sogenannte Metalloenzyme, die ein Ca<sup>2+<\/sup>&#8211; oder Zn<sup>2+<\/sup>-Ion in ihrem aktiven Zentrum tragen, das durch das ebenfalls zweiwertige Pb<sup>2+<\/sup>-Ion ersetzt werden kann. Diese \u00c4hnlichkeit der Ionen f\u00fchrt auch dazu, dass Blei die Blut-Hirn-Schranke durch aktiven Transport mittels Calcium-ATPase-Transportern \u00fcberwinden kann.\u00a0Blei-Exposition f\u00fchrt im K\u00f6rper ebenfalls zu oxidativem Stress durch die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS). Diese Sauerstoffradikale sind in der Lage, die DANN zu sch\u00e4digen.Blei inaktiviert antioxidativ wirkende Enzyme wie die Superoxiddismutase (SOD) und Katalase (CAT) und senkt die Glutathion-Konzentration. Daher bessert eine Substitution dieser orthomolekularen radikalfangenden Wirkstoffe bei einer bestehenden Belastung meist die Symptomatik. Die internationale Agentur f\u00fcr Krebsforschung stuft anorganische Blei-Verbindungen als wahrscheinlich karzinogen ein.<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit entwickelte man aus der Verkn\u00fcpfung von festgestellten Symptomen mit der Bleiverwendung Grenzwerte. Solche <strong>Grenzwerte unterliegen aber auch durchaus dem Wandel des Wissenstandes<\/strong>, erkennbar am Beispiel Trinkwasser:<\/p>\n<blockquote><p><em>Der Grenzwert f\u00fcr Blei im Trinkwasser wurde vom Verordnungsgeber in den letzten Jahrzehnten mehrfach herabgesetzt. Ende der Neunzehnhundertneunziger Jahre betrug er noch 0,040 mg\/l und wurde dann auf 0,025 mg\/l herabgesenkt. Ab dem 1. Dezember 2013 d\u00fcrfen dann laut Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) 0,010 mg\/l nicht \u00fcberschritten werden. Ziel ist es dabei, die Verbraucherinnen und Verbraucher \u2013 und darunter gerade die j\u00fcngsten \u2013 besser vor einer gesundheitssch\u00e4dlichen Aufnahme von Blei aus dem Trinkwasser zu sch\u00fctzen. Der ab 1. Dezember 2013 geltende Grenzwert ist in Trinkwasser, das durch Bleirohre geflossen ist, in der Regel nicht einzuhalten. Trinkwasser, das lange in diesen Leitungen stand, wird den neuen Grenzwert sogar um ein Vielfaches \u00fcberschreiten.<\/em><br \/>\n<em>Der Verordnungsgeber r\u00e4umte den Geb\u00e4udeeigent\u00fcmern und Wasserversorgern eine \u00dcbergangszeit bis zum 30. November 2013 ein. Bis dahin sollten eventuell noch vorhandene Bleirohre gegen Rohre aus besser geeignetem Material ausgetauscht werden. Zum vollst\u00e4ndigen Austausch der Bleirohre gibt es keine Alternative. <\/em><br \/>\n<em>Quelle: Flyer \u201eTrinkwasser wird bleifrei\u201d, Umweltbundesamt, November 2013, <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/378\/publikationen\/flyer_blei_druck.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/378\/publikationen\/flyer_blei_druck.pdf<\/a> <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Wie die DAZ (2018, Nr. 23, S. 52, 07.06.2018) berichtet, gibt es <strong>neue Zahlen auf Basis einer Studie aus den USA<\/strong>:<\/p>\n<blockquote><p><em>Bis vor Kurzem wurde angenommen, dass eine Blei-Konzentration von &lt; 5 \u00b5g\/dl im Blut keine sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Eine neuere Studie aus den USA, die in \u201eThe Lancet Public Health\u201c ver\u00f6ffentlicht wurde, kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass auch niedrigere Konzentrationen einen Risikofaktor darstellen, besonders f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen. Die untersuchte Population setzte sich aus Teilnehmern des Third National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES-III) zusammen, deren Blut im Mittel eine Blei-Konzentration von 2,71 \u00b5g\/dl aufwies. Beim Vergleich des zehnten Perzentils (1,0 \u00b5g\/dl) mit dem 90. Perzentil (6,7 \u00b5g\/dl) konnten eine um 37% erh\u00f6hte Gesamtsterblichkeit und eine um 70% erh\u00f6hte kardiovaskul\u00e4re Sterblichkeit festgestellt werden. Au\u00dferdem wurde eine um etwa 50% erh\u00f6hte Sterblichkeit durch koronare Herzerkrankungen beobachtet. Die Analyse von Individuen mit Konzentrationen unterhalb von 5 \u00b5g\/dl ergab eine vergleichbare Tendenz. Daraus berechneten die Autoren, dass Blei f\u00fcr den Tod von etwa 400.000 Amerikanern j\u00e4hrlich verantwortlich ist. Das ist eine zehnfache Steigerung gegen\u00fcber den bisherigen Annahmen. Weiterhin konnte in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie gezeigt werden, dass eine <strong>Chelattherapie in Kombination mit einem Multivitaminpr\u00e4parat<\/strong> das Risiko f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re Komplikationen bei Herzinfarktpatienten um 18% senkte. Bei Diabetespatienten wurde das Risiko sogar um 34% reduziert. Aufgrund des ubiquit\u00e4ren Vorkommens von Blei wurden diese Zusammenh\u00e4nge bisher gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcbersehen. <strong>Eine risikolose Blei-Konzentration im Blut scheint es nicht zu geben.<\/strong> \u00c4hnliche Untersuchungen f\u00fcr Deutschland k\u00f6nnten beispielsweise im Rahmen der bundesweiten NAKO-Gesundheitsstudie angestellt werden. In dieser Langzeit-Bev\u00f6lkerungsstudie, die \u00fcber 20 bis 30 Jahre l\u00e4uft, soll gekl\u00e4rt werden, welche Faktoren (Umwelt, Ern\u00e4hrung, Genetik) dazu f\u00fchren, dass jemand an Volkskrankheiten wie Krebs, <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/diabetes-mellitus\/\">Diabetes<\/a>, Infektionskrankheiten und Herzinfarkt erkrankt oder eben nicht.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h2>Schwermetallausleitung \/ Chelat-Therapie<\/h2>\n<p>Im Falle einer Bleivergiftung gilt es als ersten Schritt die Quelle auszumachen und zu eliminieren, so dass keine weitere Belastung entstehen kann. Gleichzeitig sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch die Giftinformationszentralen helfen weiter. In aller Regel folgt dann eine sog. Chelat-Therapie, dabei beschleunigen die Chelatbildner die nat\u00fcrliche Ausscheidung, indem sie (Achtung: Chemie) zweiwertige Ionen komplexieren. Solche Komplexbildner sind z.B. Ethylendiamintetraessigs\u00e4ure (EDTA), Dimercaptobernsteins\u00e4ure (DMSA) oder Dimercaptopropansulfons\u00e4ure (DMPS). Der Begriff Chelator kommt aus dem Griechischen und bedeutet Krebsschere. Die chemische Strukturformel sieht tats\u00e4chlich wie eine Schere aus, die um das Blei-Ion schnappt und mit diesem einen Komplex bildet, der dann vom K\u00f6rper einfach ausgeschieden werden kann.<br \/>\nBitte lesen Sie auch <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/schwermetalle-binden-und-ausleiten\/\">Schwermetalle binden und ausleiten<\/a> sowie weitere Artikel zum <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/tag\/entgiftung\/\">Thema Entgiftung<\/a> hier im Blog.<br \/>\nChelatbildner haben aber auch Grenzen, so sind sie nicht in der Lage, organische Blei-Verbindungen zu binden. Hier k\u00f6nnen jedoch unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen getroffen werden, um die Ausscheidung \u00fcber den Urin zu erh\u00f6hen.<br \/>\nZudem k\u00f6nnen weitere Ma\u00dfnahmen notwendig werden.<\/p>\n<h3>Orthomolekulare Unterst\u00fctzung der Chelat-Therapie<\/h3>\n<p>Leider werden im Rahmen dieser Therapie mit den Schwermetallen auch vermehrt Mikron\u00e4hrstoffe komplexiert und ausgeschieden, was u.a. zur St\u00f6rung des Calcium-Stoffwechsels f\u00fchren kann. Es wird eine Supplementierung (zus\u00e4tzliche Gabe) dieser Stoffe empfohlen, insbesondere mit den besser k\u00f6rperverf\u00fcgbaren Aspartat- oder Orotat Salzverbindungen der Mineralien, die auch gegen\u00fcber den Schwermetallchelatbildnern eine h\u00f6here Stabilit\u00e4t besitzen. Lesen Sie dazu auch gern unsere Artikel \u201e<a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/mineralstoffmangel-vorbeugen\/\">Mineralstoffmangel vorbeugen<\/a>\u201c oder \u201e<a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/mikronaehrstoffe-nahrung-entwicklung-des-gehirns-bei-heranwachsenden\/\">Mikron\u00e4hrstoffe, Nahrung &amp; Entwicklung des Gehirns bei Heranwachsenden<\/a>\u201c sowie weitere aus der Kategorie <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/category\/orthomolekulare-medizin\/\">Orthomolekulare Medizin<\/a>.<br \/>\nAuch Antioxidantien wie Thiamin (B1, besonders bei neurologischen Symptomen), Vitamin C, R-Lipons\u00e4ure und Vitamin E in Verbindung mit <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/selen\/\">Selen<\/a> unterst\u00fctzen die Behandlung, u.a. durch Abfangen der schwermetallbedingten Radikale im Gewebe oder durch F\u00f6rderung der Entgiftungsschritte. <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/vitamin-b-komplex-teamplayer-vitamine\/\">Vitamine der B-Gruppe<\/a> k\u00f6nnen die neurologischen Sch\u00e4den durch Blei ebenfalls begrenzen bzw. zur Regeneration beitragen. N-Acetylcystein und N-Acetylcysteinamid wirken sowohl als Chelatbildner als auch als Antioxidans. Einige pflanzliche Extrakte, etwa <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/knoblauch-allium-sativum\/\">Knoblauch<\/a> und Koriander, helfen auch, die Blei-Konzentration im Blut zu senken.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Blei begegnet uns \u00fcberall, es ist ubiquit\u00e4r. Bedingt durch seine H\u00e4ufigkeit und die relativ einfache Verarbeitung, war und ist es ein g\u00fcnstiger Rohstoff, was ihn f\u00fcr die Industrie interessant macht. Doch mit der Erweiterung unseres Wissens um die Gefahren, werden Grenzwerte neu hinterfragt und angepasst. Teilweise sicherlich langsamer als notwendig, aber immerhin.<\/p>\n<p>Blei verschwindet somit aus immer mehr Verwendungen und es ist w\u00fcnschenswert, dass dieser Trend weitergeht.<\/p>\n<p>Es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen aufmerksamen Blick durch den eigenen Haushalt schweifen zu lassen. Spielt ein Kind z.B. mit einer Blei-Gewicht-Kette aus einer alten Gardine, haben Sie Billigstspielzeuge aus Sonstwo erworben, gibt es altes Geschirr oder Bleikristall in der K\u00fcche, dessen Glasur evtl. noch bleibelastet sein k\u00f6nnte, fragen Sie in alten H\u00e4usern Ihren Vermieter bez\u00fcglich Bleileitungen etc.<\/p>\n<p>Beachten Sie in der Handhabung m\u00f6glicherweise bleihaltiger Substanzen die entsprechenden <a href=\"https:\/\/www.baua.de\/DE\/Angebote\/Rechtstexte-und-Technische-Regeln\/Regelwerk\/TRGS\/pdf\/TRGS-505.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Sicherheitsma\u00dfnahmen<\/a> in der Handhabung.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens rufen wir Sie auf, <strong>Batterien und alte Akkus im speziellen Sonderm\u00fcll<\/strong> <strong>zu entsorgen<\/strong> und nicht (!) \u00fcber den Hausm\u00fcll, damit nicht noch mehr Blei in die Umwelt ger\u00e4t. Auch wir in der Apotheke so wie jede Stelle, die mit Batterien handelt, haben einen Sammel-\/Recyclingbeh\u00e4lter f\u00fcr diese Altlasten (in haushalts\u00fcblichen Mengen) bereitgestellt, um Ihnen die fachgerechte Entsorgung zu erleichtern.<\/p>\n<p><strong>Vorsicht ja, Panik nein! <\/strong><br \/>\nHier schlie\u00dft sich der Kreis, indem wir zur\u00fcckkommen auf den in der Einleitung erw\u00e4hnten, guten alten Silvesterbrauch des Bleigie\u00dfens. Dieser muss jetzt aber trotz allem nicht weichen. Die Giftinformationszentrale Nord hat sich in der Kategorie \u201eGift der Woche\u201c am 16.01.2017 folgenderma\u00dfen zum <strong>Bleigie\u00dfen<\/strong> ge\u00e4u\u00dfert:<\/p>\n<blockquote><p><em>Bleigie\u00dfen erfreut sich zum Jahreswechsel stetiger Beliebtheit. Die unterschiedlichen Bleigie\u00dfen-Sets haben jedoch verschiedene Zusammensetzungen. Eines ist diesen allen doch gemein: Der relativ hohe Bleianteil von circa 70 &#8211; 90%. Kinder kommen gelegentlich an diese Sets oder an die Figuren, die damit gegossen werden. Solange die Kinder diese nur ablutschen oder anfassen, stellt dieses bei abgek\u00fchlten Formen kein Problem dar. Sofern Anteile davon dennoch gegessen werden, sollte ein Giftinformationszentrum zu Rate gezogen werden.<\/em><br \/>\n<em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.giz-nord.de\/cms\/index.php\/gift-der-woche\/801-bleigiessen.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">www.giz-nord.de\/cms\/index.php\/gift-der-woche\/801-bleigiessen.html<\/a><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Durch strengere EU-Vorgaben wurden jedoch viele Bleigie\u00dfsets durch bleifreie Varianten ersetzt, achten Sie jedoch darauf, die D\u00e4mpfe nicht einzuatmen, da teilweise ebenso bedenkliches (wenn eingeatmetes) <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/aluminium-in-nahrung-kosmetik-und-impfstoffen\/\">Aluminium<\/a> eingesetzt wird.<br \/>\nSprechen Sie uns f\u00fcr Fragen an, wir beraten Sie gern. Insbesondere helfen wir Ihnen gern bei der Zusammenstellung einer auf Ihre biochemisch-individuelle Situation abgestimmten Nahrungserg\u00e4nzung. Auch in Abstimmung mit Ihrem Therapeuten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blei ist ein Metall, genauer gesagt ist es ein giftiges Schwermetall, das in der Erdkruste im Verh\u00e4ltnis zu anderen Schwermetallen relativ h\u00e4ufig vorkommt. Das Elementsymbol von Blei lautet Pb und hat die Ordnungszahl 82 in der 4. Hauptgruppe der Schwermetalle des Periodensystems. Der Name stammt vermutlich vom lateinischen Wort Plumbum ab, k\u00f6nnte jedoch auch mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5251,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[19,8],"tags":[581,593,622,11,605,582,92,12,453],"class_list":["post-5262","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-flora-apotheke","category-wissenswert","tag-ausleitung","tag-blei","tag-chelat","tag-giftzentrale","tag-knochen","tag-schwermetall","tag-silvester","tag-vergiftung","tag-wasser","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/blei.jpg","jetpack-related-posts":[{"id":5010,"url":"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/schwermetalle-binden-und-ausleiten\/","url_meta":{"origin":5262,"position":0},"title":"Schwermetalle binden und ausleiten","author":"Flora Team","date":"25. 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