{"id":6145,"date":"2019-05-10T09:58:51","date_gmt":"2019-05-10T07:58:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/?p=6145"},"modified":"2021-10-06T08:30:19","modified_gmt":"2021-10-06T06:30:19","slug":"kupfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/kupfer\/","title":{"rendered":"Kupfer"},"content":{"rendered":"<p>Kupfer ist einer dieser Stoffe, die wir aus unserer Umgebung kennen. Kupfer ist relativ weich und gut zu verarbeiten, es oxidiert an der Luft, nimmt eine sch\u00f6ne gr\u00fcne Patina an und sch\u00fctzt das Metall damit vor weiterer Korrosion (hohe Langlebigkeit), wie man bei einigen Dachdeckungen und Verzierungen bewundern kann. Im Periodensystem der Elemente steht es mit den ebenfalls edlen (schwer oxidierbaren) Metallen Silber und Gold in einer Gruppe und wird mit den Buchstaben Cu aus dem lateinischen &#8218;Cuprum&#8216; abgek\u00fcrzt. Aufgrund seiner guten Leitf\u00e4higkeit wird es in Stromkabeln und aufgrund seiner guten W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit in hochwertigem Kochgeschirr verwendet und geh\u00f6rt sogar zu den sog. M\u00fcnzmetallen. Kupfer ist f\u00fcr viele Mikroorganismen bereits in geringen Konzentrationen toxisch (Bakterizid), das ist auch ein Grund daf\u00fcr, warum Wasserendleitungen oftmals kupferhaltig sind. Mit Zinn und Bleianteilen legiert wird es zu Bronze, mit Zink wird es zu Messing.<\/p>\n<p>Aber Kupfer spielt auch in unserem K\u00f6rper eine wichtige Rolle bei vielen Funktionen und ist somit lebensnotwendig. Und das, obwohl es gerade einmal mit 80 bis 100mg im menschlichen Organismus vorkommt. Es geh\u00f6rt damit zu den sogenannten \u201eessentiellen Spurenelementen\u201c. Essentiell bedeutet, dass der Organismus es nicht selbst herstellen kann und es ihm durch die Nahrung zugef\u00fchrt werden muss. Als Spurenelemente werden Mineralstoffe bezeichnet, die vom K\u00f6rper nur in sehr geringen Mengen, also in Spuren, ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Empfohlen ist f\u00fcr einen gesunden Erwachsenen die t\u00e4gliche Zufuhr von etwa 1 &#8211; 1,5 mg.<\/p>\n<h2>Kupfer im K\u00f6rper<\/h2>\n<p>Kupfer wird im Darm aufgenommen und zur Leber transportiert. Von dort aus wird es ins Blut abgegeben, gebunden an ein (Transport-)Protein. Ausgeschieden wird Kupfer letztlich \u00fcber die Galle. Kupfer findet sich dementsprechend nat\u00fcrlich in der Leber, aber auch im Blut, im Gehirn, im Skelett und in der Muskulatur. Mit dem Biomarker Serum-Kupfer l\u00e4sst sich die Kupferversorgung quantifizieren.<\/p>\n<p>Kupfer ist wichtiger Bestandteil vieler Enzyme und Proteine. Zumeist sind dies Enzyme des katabolen Stoffwechsels (verwandelt komplexe in einfache Molek\u00fcle, es ist der Abbaustoffwechsel \u2013 im Gegensatz zum anabolen Aufbaustoffwechsel) womit es wichtig f\u00fcr das Immunsystem ist.<\/p>\n<p>Kupfer ist wichtig f\u00fcr Elektronen- und Sauerstofftransport sowie Zellatmung, Enzymreaktionen, Nervenimpulse, Knochenbildung, Haar- und Hautfarbe, es f\u00f6rdert Denkprozesse und gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Zust\u00e4nde und wirkt antibakteriell. Es ist zudem wichtig f\u00fcr den Eisenstoffwechsel, da es die Oxidation von zweiwertigem zu dreiwertigem Eisen katalysiert und so letztlich die H\u00e4moglobinsynthese erm\u00f6glicht.<br \/>\nProteine mit Kupferanteil haben ein hohes <strong>Redoxpotential<\/strong> und fungieren oftmals als sogenannte Oxidasen (\u00fcbertragen am Ende einer Oxidationskette Elektronen auf ein Sauerstoffmolek\u00fcl), z.B. Cytochrom-c-Oxidase (Atmungskette), Superoxiddismutase (katalysiert wichtige Reaktionen in Erythrozyten und entgiftet Peroxidradikale, die in der Atmungkette entstehen), Dopamin-\u00df-Hydroxylase (Katecholaminbiosynthese), Tyrosinase (Melaninbiosynthese), Peptidylglycin-a-amidierende Monooxygenase (Neuropeptidprozessierung), Lysyloxidase (Kollagen- und Elastinbiosynthese) und Ferrooxidase I (Caeruloplasmin).<\/p>\n<p>Allerdings stellt genau dieses hohe Redoxpotential auch eine Gefahr f\u00fcr den K\u00f6rper dar, da ein \u00dcberschuss an freiem Kupfer, entweder durch zu hohe Zufuhr oder durch Ausscheidungsprobleme, Sch\u00e4den im Gewebe und an Organen verursachen kann. Mehr dazu weiter unten unter \u201e\u00dcberversorgung\u201c.<\/p>\n<h2>Vorkommen<\/h2>\n<p>Kupfer kommt in fast allen Lebensmitteln vor. Eine besonders hohe Konzentration enth\u00e4lt Rinderleber. Aber auch Vollkornprodukte, Trockenobst, Linsen, Hering, Fleisch, Cashewkerne, Gem\u00fcse (Schwarzwurzeln, Brokkoli etc.), dunkle Schokolade u.v.m. weisen signifikante Kupferanteile auf. Genaue Zahlen k\u00f6nnen aber nicht genannt werden, da diese von vielen Faktoren (Zubereitung, Anbau, Bodenbeschaffenheit, D\u00fcngung, Verpackung etc.) abh\u00e4ngen und teilweise extrem schwanken k\u00f6nnen. Ebenso schwankt die Bioverf\u00fcgbarkeit im Bereich zwischen 35 und 70%.<\/p>\n<h2>Unterversorgung<\/h2>\n<p>Kupfermangel kommt hierzulande nur selten vor. Ein gesunder Organismus wird bei ausgewogener Ern\u00e4hrung ausreichend damit versorgt. Schwangere haben keinen erh\u00f6hten Kupferbedarf, auf Supplementierung kann hier also im Normalfall verzichtet werden.<\/p>\n<p>Ein Mangel tritt haupts\u00e4chlich auf bei langanhaltenden Durchf\u00e4llen, fr\u00fchreifen Kindern, Unterern\u00e4hrung oder Malabsorption durch Krankheiten: an\u00e4mieartige Symptome, Knochenanomalien, eingeschr\u00e4nktes Wachstum, Neutropenie, <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/pigmentstoerungen\/\">Mangelpigmentation<\/a>, vermehrtes Auftreten von Infektionen sowie bei Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten im Glukose- und Cholesterinstoffwechsel. Auch rheumatische Symptome durch ein \u00fcberschie\u00dfendes Immunsystem k\u00f6nnen kupfermangelbedingt sein.<\/p>\n<p>Die Einnahme hoher Dosen von <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/zink-essentielles-spurenelement\/\">Zink<\/a>, Cadmium oder <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/molybdaen\/\">Molybd\u00e4n<\/a> in freier Form kann einen Mangel beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<h2>\u00dcberversorgung<\/h2>\n<p>Es ist fast unm\u00f6glich, bei einer normalen Ern\u00e4hrung die Kupferzufuhr \u00fcberzudosieren. Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt die tolerierbare Tagesobergrenze mit 5mg an.<\/p>\n<p>Problematisch kann es u.U. werden bei kupfer-kontaminierten Speisen (Lagerung von sauren Speisen oder Getr\u00e4nken in unbeschichteten Kupfergef\u00e4\u00dfen, Kontaminierung von Trinkwasser z.B. durch zu hohem PH-Wert in Kombination mit Kupferleitungen etc.) oder bei Ausscheidungsproblemen (Kupferspeicherkrankheit, Morbus Wilson oder auch Wilson-Krankheit).<\/p>\n<p>Eine hohe Kupferkonzentration wirkt toxisch. Akute Symptome einer massiven \u00dcberversorgung sind Erbrechen, \u00dcbelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen. In schwereren F\u00e4llen kann es zu Funktionsst\u00f6rungen der Nieren kommen aber auch zu Lebersch\u00e4digungen bis hin zu Bewusstlosigkeit, Koma und Lebensgefahr.<\/p>\n<p>Die Kupferablagerungen und ihr hohes Redoxpotential (vgl. oben) beeintr\u00e4chtigen unter anderem die Funktion des betroffenen Gewebes (z.B. Nervensch\u00e4den, Lebersch\u00e4den, Proteinver\u00e4nderungen, Kupferablagerungen z.B. im \u00e4u\u00dferen Iris-Ring) und k\u00f6nnen so zum Teil erst nach Jahren zu Beschwerden f\u00fchren. Die Zeichen einer Lebersch\u00e4digung reichen von einer leichten Erh\u00f6hung der Leberwerte \u00fcber eine Fettleber bis hin zu einer akuten und lebensbedrohlichen Leberentz\u00fcndung oder einer Leberzirrhose. Ebenfalls finden sich bei vielen Brustkrebspatientinnen erh\u00f6hte Kupferspiegel im Gewebe. Gleiches auch bei HPU (H\u00e4mopyrrollaktamurie) Patienten, die Eisenverwertungs- sowie Vitamin B6-st\u00f6rungen als Grunderkrankung aufweisen. Eine Gehirnbeteiligung \u00e4u\u00dfert sich zum Beispiel \u00e4hnlich einem Parkinsonsyndrom (Steifigkeit\/Rigor, Zittern\/Tremor sowie Sprach- und Ged\u00e4chtnisst\u00f6rung). Auch psychische Ver\u00e4nderungen wie Verhaltensauff\u00e4lligkeiten oder eine Depression k\u00f6nnen auftreten. Ein m\u00f6glicher Therapieansatz bei Vorhandensein von Kupfer\u00fcberladung ist eine sogenannte <strong><a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/blog\/schwermetalle-binden-und-ausleiten\/\">Chelat-Therapie<\/a><\/strong>, beispielsweise mit Ammonium-Tetra-Thio-Molybdat, einem recht spezifischen Chelat auf Kupfer. Hier gibt es auch aussichtsreiche Studienbeobachtungen zur Behandlung von Krebserkrankungen durch Ausleitung der spezifischen Belastung ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. (vgl. Quellen)<\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass sich eine hohe Kupferbelastung z. B. bei chronischer Exposition durch Kupfer u.U. nicht zwangsl\u00e4ufig auch im Blut finden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Hierzu sind weitergehende Untersuchungen bei vorhandener Symptomatik heranzuziehen, wie z.B. Chelattestungen mit DMSA oder DMPS\/EDTA, bei der der Sammelurin auf die entsprechenden Spurenelemente untersucht wird oder zumindest Vollblutanalysen, bei der auch der Spurenelementgehalt der Blutzellen mitbestimmt wird und nicht nur im Serum.<\/p>\n<p>Ein Mangel an Zink und somit eine schlechte <strong>Zink\/Kupfer-Ratio<\/strong> f\u00fchrt zu einer negativen Beeinflussung des Immunsystems, daher kann es selbst bei nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig erh\u00f6htem Kupfer zu h\u00f6herer Infektanf\u00e4lligkeit oder Abwehrschw\u00e4che kommen.<\/p>\n<p>Auch bei uns, in Ihrer Apotheke, bekommen Sie Produkte mit, f\u00fcr und gegen Kupfer oder auch Chelate bei zu hoher Belastung. Selbstverst\u00e4ndlich inklusive pers\u00f6nlicher und individuell abgestimmter Beratung. Sprechen Sie uns an, wir sind gern f\u00fcr Sie da.<\/p>\n<p>Finden Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.flora-pharm.de\/vitalstoffe\/spurenelement-abc.htm#cu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kupfer im Vitalstoff-ABC der Flora-Website<\/a>.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<ul>\n<li>PTAheute, Nr. 7, 2017, S. 104 ff.<\/li>\n<li>Herold G (Hrsg.), Innere Medizin, K\u00f6ln, 2012 S. 536<\/li>\n<li>Leitlinien f\u00fcr Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Extrapyramidalmotorische St\u00f6rungen, M. Wilson AWMF-Registernummer 030\/091, Stand September 2012<\/li>\n<li>Influencing the Tumor Microenvironment: A Phase II Study of Copper Depletion Using Tetrathiomolybdate in Patients with Breast Cancer at High Risk for Recurrence and in Preclinical Models of Lung Metastases; Nancy Chan, Amy Willis, Naomi Kornhauser et al.; Clin Cancer Res; 2017<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kupfer ist einer dieser Stoffe, die wir aus unserer Umgebung kennen. 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