Safran hilft der Seele – stimmt das?
Diese Frage beantwortet Apothekerin Isolde Meyer:
„In der Tat ist Safran in den medizinischen Fokus gerückt – wegen seiner offenbar stimmungsaufhellenden Wirkung. Diverse Studien belegen inzwischen: Safranextrakte können über leichte seelische Tiefs hinweghelfen und Ängste lösen. Dafür wurden Menschen untersucht, denen trübes Herbstwetter und die dunklen, kurzen Tage im Winter leicht aufs Gemüt schlagen; im Speziellen auch Frauen, die sich bedingt durch die Wechseljahre oder während der Menstruation antriebslos und melancholisch fühlen. Bei solchen Erschöpfungszuständen ist Safran sicherlich einen Versuch wert.
Wissenschaftler erklären diese positiven Seiten so: In den roten Safranfäden des Herbstkrokus (Crocus sativus) steckt Crocin. Dieser Stoff ist einerseits für die gelbe Färbekraft verantwortlich. Andererseits passiert etwas Besonderes im menschlichen Körper, wenn Crocin zum Nährstoff Crocetin umgewandelt wird. Dabei steigt nämlich offenbar der Serotoninspiegel. Das heißt, Glückshormone werden freigesetzt. Auch Dopamin wird angefeuert, jener Botenstoff, der unseren Antrieb steigert. Insofern haben Safranextrakte ähnliche Effekte wie synthetische Antidepressiva. Sie nehmen Einfluss aufs Gehirn und verzögern dort den Abbau anregender Neurotransmitter; das heißt, Serotonin und Dopamin können sich länger tummeln und dabei eine ausgeglichene Stimmung erzeugen.
Eine Arzneimittelzulassung hat Safran bislang nicht, ist aber als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar. In ihren Herkunftsgebieten Pakistan und Marokko übrigens nutzt man diese exklusive Heilpflanze seit eh und je zur Unterstützung von Psyche und Nerven. Dort ist sie als das ,Gold des Orients‘ bekannt. Schließlich gilt Safran als eines der teuersten Gewürze der Welt (s.u.) und wird häufig gefälscht. Daher kaufen Sie Safran-Mittel nicht einfach irgendwo im Internet, sondern da, wo Sie ein garantiert echtes Produkt bekommen: in Ihrer Apotheke vor Ort. Hier erhalten Sie auch die Beratung zur Einnahme und Hinweise auf mögliche Gegenanzeigen.“
Ergänzend sei erwähnt:
In einer Safran-Krokus-Blüte (vgl. Titelbild) sind gerade mal drei dunkelrote Fäden, die sogenannten Griffel, also das, was wir als Safranfäden/-gewürz kennen. Es braucht zwischen 150.000 bis 200.000 Blüten, um ein Kilogramm Safran zu gewinnen. Diese benötigen ungefähr 1 ha Anbaufläche, das sind rund 10.000 Quadratmeter und sie blühen nur einmal im Jahr. Hinzu kommt, dass hier keine Maschinen eingesetzt werden, die Ernte also reine Handarbeit ist. Dabei kommt ein Pflücker am Tag auf 60 bis 80 Gramm. So erklärt sich der hohe Preis. Tipp: Kaufen Sie zum Würzen immer ganze Fäden, da Pulver gern mit den gelben Teilen der Blütenfäden gestreckt werden, die aber fast kein Geschmack oder Wirkstoffe mitbringen.
Finden sie in diesem Artikel mehr Informationen über Safran, inkl. Verwendungstipps in der Küche sowie Studienergebnisse mit Quellenangaben.

