Öko macht Schule
Der erste Schultag – bald ist er da. Jetzt läuft der Countdown, um die notwendige Schulausstattung zu besorgen. Hefte, Stifte, Ranzen – gibt’s das alles auch umweltfreundlich? – Von Stefanie Happ/dpa
Hefte aus Altpapier
Blöcke und Hefte gehören zur Grundausstattung im Schulalltag – und müssen am häufigsten nachgekauft werden. Daher setzen Sie insbesondere hier den Umweltstift an. Idealerweise bestehen alle Hefte aus Altpapier. Umweltsiegel wie Blauer Engel oder EU Ecolabel auf dem Deckblatt garantieren, dass bei der Produktion weniger Ressourcen verbraucht wurden als für herkömmliches Schreibmaterial. Keine Sorge: Öko-Papier ist heute nicht mehr grau, die Tinte verläuft darauf nicht und das Radieren klappt astrein – genauso gut wie auf Papier, für das Bäume gefällt wurden.
Stifte ohne Gifte
Verbraucherschützer warnen: Viele Filz- und sogar Buntstifte enthalten giftige Chemikalien. In manchen Schreibwaren hat Öko-Test Lösungsmittel und kritische Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) gefunden, die sich als gesundheits- und umweltgefährdend einstufen lassen. Finger weg davon!
Bunt wird der Schulalltag auch mit nachfüllbaren Stiften auf Wasserbasis oder mit Wachsmalern. Lackierte Buntstifte sind nicht zu empfehlen, weil Kinder häufig am unteren Stiftende kauen und Teile der absplitternden Beschichtung verschlucken können.
Ranzen und Rucksack
Tornister, Turnbeutel und Mäppchen – heute sagt man Schlamper-Etui – sind meist Anschaffungen, die länger als nur ein Schuljahr halten sollen. Hier kommt’s also auf Qualität an – und wenn Sie außerdem auf Nachhaltigkeit Wert legen, achten Sie auf die verwendeten Materialien. Ohne Schadstoffe und Weichmacher sollten Ranzen, Rucksack und Co. sein und eine PFC-freie Imprägnierung haben. Inzwischen gibt es Bags aus recycelten Alttextilien, die diesen hohen Ansprüchen entsprechen. Noch dazu sehen sie schick aus, sind ergonomisch geformt und gute Begleiter für jeden Tag. Verlässliche Siegel sind bluedesign, Grüner Knopf und Fair Wear.
Zero Waste von Anfang an
Ein nachhaltiger Schulstart beginnt mit der Frage: Was müssen Sie wirklich neu kaufen? Nicht-Erstklässler können vieles aus dem Vorjahr weiterverwenden, etwa Lineal, Malkasten oder Taschenrechner. Schulmaterial, das nicht mehr benötigt wird, lässt sich auch einfach weiterreichen oder tauschen. Nutzen Sie dafür Portale wie Tauschgnom, verfolgen Sie die Angebote auf den Schwarzen Brettern in den Schulen oder fragen Sie mal in der Nachbarschaft. Der Trend Zero Waste (Null Abfall) setzt sich auch immer mehr im Schulalltag durch: Verwenden Sie Nachfüllpatronen statt Wegwerf-Stifte, Hefte aus Recyclingpapier und Brotdosen statt Alufolie – so vermitteln Sie Kindern von Anfang an nachhaltige Werte.
Fragen Sie die App
ToxFox ist die kostenlose App des BUND, die Ihnen verrät, ob Schadstoffe in Schulmaterialien enthalten sind. Einfach runterladen und den Barcode scannen. Sollte ein Artikel noch nicht in der Datenbank verzeichnet sein, können Sie eine Anfrage an den Hersteller senden. Dieser ist verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen Auskunft über Inhaltsstoffe zu geben.
Umweltsiegel und Öko-Label
Beim Kauf von Schulmaterialien achten Sie auf anerkannte Umwelt- und Qualitätssiegel. Produkte, die mit dem Blauen Engel oder dem EU Ecolabel ausgezeichnet sind, schneiden in Sachen Schadstofffreiheit und Umweltverträglichkeit gut ab. Auch FSC- oder PEFC-Zertifizierungen weisen auf verantwortungsvoll gewonnene Holz- und Papierproduktionen hin. Diese Siegel finden sich auf Heften, Stiften und Linealen.
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