Hirtentäschel, ein Frauenkraut für alle Fälle

Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) hat widersprüchliche Eigenschaften. So scheint es. Auf den zweiten Blick ist die zierliche Pflanze ein wahres Allroundtalent. Besonders für Frauen…

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Von Stefanie Happ

Menstruation, Wochenbett oder Wechseljahre. In allen Lebensphasen einer Frau leistet das Hirtentäschel wertvolle Dienste. Es stillt die Monatsblutung, wenn sie zu stark ist. Bleibt die Regel weg, löst das Heilkraut sie aus. Am Ende einer Schwangerschaft wirken die Pflanzenstoffe wehenfördernd. Nach der Geburt dämmen sie den Wochenfluss, ehe er zu heftig wird. Und sind die Wechseljahre erst da, können die enthaltenen Phytohormone über die typischen Beschwerden hinweghelfen: Hitzewellen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen. Die Pflanze kann viel und verlangt dafür wenig.

Blutkraut mit Herz

Karge Lehmböden – mehr braucht das Magerkraut nicht. Hirtentäschel ist beinah auf der ganzen Welt zu Hause und treibt winzige, weiße Blüten fast das ganze Jahr hindurch. Seine herzförmigen Schoten haben ihm zu seinem Namen verholfen. Sie sehen aus wie die Ledertaschen, die früher im Mittelalter die Hirten trugen. Seine Heilwirkung ist schon lange bekannt. Die Indianer in Nordamerika stellten aus dem Hirtentäschelkraut ein Pulver her, das bei Kopfschmerzen helfen sollte. Im traditionellen Spanien stellte man einen Sud aus den Pflanzenteilen her, um Blasenentzündungen zu heilen. Bei uns ist Hirtentäschel in der Frauenheilkunde ein Klassiker. Trinken Sie ihn als Tee und lindern Sie mit ihm viele typisch weibliche Beschwerden. Auch bei vielen anderen Gesundheitsfragen lässt das Täschelkraut Sie nicht im Stich.

Intelligente Heilpflanze

Hirtentäschel wirkt in beide Richtungen: Es bringt das Blut in Wallung oder stoppt es. Je nach Ausgangslage. Die intelligente Heilpflanze kann den Blutdruck senken, wenn er zu hoch ist. Ist er zu niedrig, wirkt sie anregend. Wie das Kraut das schafft? Es hat eine umfassende Wirkung auf die Blutgefäße. Hirtentäschel, auch als Blutwurz oder Herzelkraut bekannt, kann die Gefäße sowohl weiten als auch zusammenziehen. Wer zu Krampfadern neigt, kann mit Hirtentäschel seine Venen stärken. Eine Tinktur aus Hirtentäschelessenz stillt Nasenbluten und alle blutigen Verletzungen.

Aber Achtung: Hirtentäschel wirkt wehenfördernd. Deshalb nur in Abstimmung mit einer Hebamme anwenden.

Extrakte, Kapseln und Tees aus Hirtentäschelblättern gibt es in Ihrer Apotheke. Eine individuelle Beratung sowie Hinweise zur inneren und äußeren Anwendung auch. Sprechen Sie uns an, wir beantworten gern Ihre Fragen.

Cover 10/19 Naturheilkunde und Gesundheit
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.