Streifenfrei zum Babyglück

Eine Schwangerschaft hinterlässt ihre Spuren. Genauer gesagt: Dehnungsstreifen. Doch sie sind kein Schicksal. Hier ist Ihr ABC, um Risse zu reduzieren.

Sie freuen sich aufs Baby und schauen beglückt zu, wie Ihr Bauch wächst. Leider ist dies die kritische Zeit für Schwangerschaftsstreifen – besonders in den starken Wachstumsphasen des Kindes. Durch das heranwachsende Kind und die Gewichtszunahme wird die Haut stark gedehnt. Gleichzeitig ist die Elastizität eingeschränkt. Denn das Bindegewebe kommt oft nicht mit und reißt. Diese feinen Risse schimmern rötlich-violett unter der Oberhaut hervor. Kleiner Trost: Mit der Zeit werden die Striae gravidarum, wie sie im medizinischen Sinn heißen, immer blasser, bis sie schließlich nur noch als perlmuttweiße Linien zu sehen sind.

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Hormone verändern die Haut

Am Bauch, an den Hüften, an der Brust und am Gesäß sind werdende Mütter besonders anfällig für Dehnungsstreifen. Wer genetisch bedingt ein schwaches Bindegewebe hat, neigt eher zum „Streifenlook“ auf der Haut. Auch die hormonellen Einflüsse während der Schwangerschaft spielen eine Rolle: Der Östrogenspiegel steigt an, dadurch verändert sich die Hautstruktur. Außerdem wird mehr vom Cortisol, also unserem Stresshormon, ausgeschüttet, wodurch der Körper weniger Kollagen und Elastin produziert – jene Faserproteine, die elastisch halten. Kurz gesagt: Die Hormonflut in der Schwangerschaft macht die Haut zwar weicher, was mit Blick auf die Geburt sicherlich sinnvoll ist, aber leider auch anfälliger für Risse.

Reparieren lässt sich gerissenes Gewebe leider nicht. Und eine hundertprozentige Garantie, dass sich Schwangerschaftsstreifen vorbeugen lassen, ist ebenfalls zu viel versprochen. Doch einen Versuch sind unsere Tipps allemal wert – besser, als den Linien freien Lauf zu lassen.

A wie anmelden

Und zwar zum Geburtsvorbereitungskurs, in dem Sie Tipps zur Vorbeugung bekommen, und zum Rückbildungsseminar. Sichern Sie sich frühzeitig einen Platz in der Geburtsklinik, einer Hebammen- oder Physiotherapiepraxis. Sechs Wochen nach der Geburt bekommen hier frisch gebackene Mütter Unterstützung, um ihren Beckenboden wieder zu kräftigen und die Bauchmuskulatur zu straffen. Beim Kangatraining in der Gruppe macht Ihr Baby sogar mit – und schlummert in einer Tragehilfe, während Mama sportelt.

B wie Bewegung

Auch während der Schwangerschaft ist Sport kein Tabu. Im Gegenteil: 30 Minuten pro Tag dürfen es sein, um die Durchblutung zu stärken und die Elastizität der Haut zu verbessern. Schwimmen, Walking und Gymnastik eignen sich besonders gut. In Kursen wie „Yoga für Schwangere“ sind werdende Mütter unter sich und können – neben Entspannungs- und Dehnungsübungen – neue Kontakte knüpfen und sich austauschen.

C wie Calcium

Schüßler-Salz Nr. 1 (Calcium fluoratum) kann helfen, das Gewebe elastisch zu halten, sodass es sich ausreichend dehnen und auch wieder zusammenziehen kann. Zusätzlich ist Nr. 11 (Silicea) dafür da, die Struktur im Bindegewebe zu straffen. In Kombination eingenommen, sollen diese beiden Mineralstoffe doppelt gut gegen die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen sein. Als Richtwert gilt: Dreimal drei Tabletten pro Tag. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Schüßler-Salze gibt es auch als Lotion zum Auftragen auf die Haut. Dafür eine erbsengroße Menge auf die kritischen Hautpartien geben und einmassieren.

E wie Ernährung

Vitamin E kann positiven Einfluss auf das Bindegewebe nehmen. Viel von Tocopherol, wie man diese fettlösliche Substanz auch nennt, ist in Nüssen, Leinsamen, Sonnenblumenkernen und grünem Gemüse enthalten. Ebenso in Weizenkeim-, Raps- und Olivenöl. Zusammen mit Vitamin C, Zink und Kupfer fördert Vitamin E die Produktion von Elastik und Kollagen. Daher sind Heidelbeeren, Süßkartoffeln und Kichererbsen wahre Superfoods für Schwangere.

H wie Hautpflege

Starten Sie mit Wechselduschen in den Tag. Denn alles, was die Durchblutung der Haut fördert, ist gut gegen Dehnungsstreifen. Weiten Sie Ihr tägliches Pflegeritual aus und bürsten Sie die gefährdeten Hautstellen mit einem genoppten Luffa- oder Massagehandschuh. Besondere Zuwendung braucht der Babybauch. Rückfettende Dusch- und Badeöle, reichhaltige Cremes und Lotions mit Jojoba-, Mandel- oder Ringelblumenöl spenden viel Feuchtigkeit und sorgen so für Elastizität. Spezielle Pflegeöle gegen Dehnungsstreifen bekommen Sie in Ihrer Apotheke.

P wie Pflegeöl

In Ihrer Vor-Ort-Apotheke gibt es Schwangerschafts-Pflegeöle auf naturreiner Basis mit Mandel-, Kokos- oder Argankeimöl. Sie sind extra auf die Bedürfnisse stark beanspruchter Haut abgestimmt und nehmen das Gefühl spannender und juckender Haut. Mit ihrem Vitamin A und E unterstützen diese Produkte die Regeneration der Haut. Manchen davon sind Pflanzenextrakte zugesetzt, etwa Zitronengras, Myrrhe oder Neroli. Dadurch entfalten sie eine Duftwirkung, die die Sinne anregt und die Stimmung erhellt. Sie sind ideal für ein Verwöhnprogramm, das Sie nicht alleine durchführen müssen. Manche Paare genießen diese Zeit (noch) zu zweit und zupfen gemeinsam gegen Schwangerschaftsstreifen an. Ein sinnliches Erlebnis – das Ihr Baby sicherlich ebenso spürt.

R wie Rubbeln

Erst juckt’s, dann reißt es. Da ist was dran. Aber kratzen Sie nicht! Rubbeln oder bürsten Sie die betroffenen Hautpartien lieber mit einem Luffahandschuh oder einem trockenen Waschlappen.

Z wie Zupfmassage

Diese Massagetechnik ist ein gängiger Tipp gegen Dehnungsstreifen. So geht’s: Verwöhnen Sie die Haut Ihres Babybauchs morgens nach der Dusche und abends vor dem Zubettgehen mit etwas Pflegeöl. Ist sie noch feucht, nimmt sie die Pflegestoffe besonders gut auf. Verteilen Sie das Öl in kreisenden Bewegungen von unten und von den Seiten in Richtung Nabel. Von hier aus mit zwei Fingern einzelne Hautröllchen nach oben ziehen und loslassen. Beim Zupfen wird die Haut gut durchblutet und rötet sich dabei leicht. Wehtun sollte es nicht. Wichtig: Nicht im Bereich des Schambeins zupfen, um die Gebärmutter nicht zu reizen. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen. Wissenschaftlich ist die Zupfmassage in ihrer Wirksamkeit zwar nicht bestätigt, gilt dennoch als Schwangerschafts-Klassiker zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen.

Passende Produkte und individuell auf Sie abgestimmte Beratung erhalten Sie auch bei uns, in Ihrer Flora Apotheke Hannover. Sprechen Sie uns gern an.

Bild vom Cover des "Naturheilkunde & Gesundheit" Heftes 8/25, aus dem der Text zu diesem Artikel stammt. Der Verlag hat uns die Nutzung freundlicherweise genehmigt.
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.