Gut gestützt
Kompressionsstrümpfe unterstützen den Blutfluss in den Beinen. Nur müssen sie stramm sitzen. Von Gabriele Hellwig
Schwere Beine nach einem langen Tag, geschwollene Knöchel oder sichtbare Äderchen: Solche Beschwerden sind weit verbreitet – und oft ein Zeichen dafür, dass die Venen Unterstützung brauchen. Denn sie leisten täglich Schwerstarbeit, indem sie das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportieren. Werden die Gefäßwände mit der Zeit schlaffer oder die Venenklappen undicht, staut sich das Blut in den Beinen. Die Folge: Schwellungen, Spannungsgefühle oder Krampfadern. „Je früher Sie Ihre Venen unterstützen, desto besser können Sie ihre Funktion erhalten und Beschwerden vorbeugen“, so Apothekerin Carolin Kramer.
Passgenau hilft besser
Einige Vor-Ort-Apotheken bieten diesen Service der individuellen Anpassung von Kompressionsstrümpfen ihren Kunden an. Dabei wird der Beinumfang an mehreren Stellen gemessen – am besten am Vormittag, wenn die Beine noch nicht angeschwollen sind. „Nur wenn die Passform exakt stimmt, kann der Druckverlauf seine volle Wirkung entfalten“, erklärt Carolin Kramer. Das Prinzip ist einfach: Durch den sanften, gleichmäßigen Druck von außen werden die Venen leicht verengt. Dadurch fließt das Blut besser zum Herzen zurück, Schwellungen gehen zurück, und auch das Risiko einer Thrombose, also einer Blutgefäßverengung durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), sinkt.
Mit ärztlicher Verordnung
Liegt eine ärztliche Diagnose vor – etwa Krampfadern, eine chronisch-venöse Insuffizienz oder Schwellungen nach einer Thrombose –, können Patienten medizinische Kompressionsstrümpfe auf Rezept erhalten. „Das Rezept können Sie direkt in der Apotheke einlösen“, sagt die Pharmazeutin. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten – meist für ein Paar alle sechs Monate.
Sanfte Hilfe ohne Rezept
Auch wer keine ärztliche Diagnose hat, kann den Beinen etwas Gutes tun. Stützstrümpfe aus der Apotheke fördern die Durchblutung und beugen Venenbeschwerden im Alltag vor – etwa bei langem Stehen, Sitzen oder auf Reisen. „Sie üben einen geringeren Druck aus als die medizinischen Kompressionsstrümpfe und eignen sich gut zur Vorbeugung“, erläutert sie. Bei bestehenden Beschwerden oder sichtbaren Veränderungen rät das Apothekenteam jedoch, zunächst ärztlichen Rat einzuholen. „So lässt sich abklären, ob eine medizinische Kompression notwendig ist“, betont die Expertin.
Modern, bequem, alltagstauglich
Die Zeiten kratziger, unbequemer Strümpfe sind vorbei. Heute bestehen Kompressionsstrümpfe aus feinen, atmungsaktiven Materialien mit flachen Nähten und trendigen Farben. „Viele Patienten sind überrascht, wie angenehm sich die moderne Kompressionsversorgung anfühlt“, stellt Carolin Kramer immer wieder fest und hofft, „dadurch verlieren Kompressionsstrümpfe ihr Oma-Image und gewinnen an Attraktivität.“
Tipps für gesunde Venen
- Bewegung: Regelmäßig gehen, Rad fahren oder Treppen steigen – das aktiviert die Muskelpumpe und unterstützt den Rückfluss des Blutes.
- Hochlagern: Zwischendurch die Beine hochlegen – schon wenige Minuten entlasten spürbar.
- Wechselduschen: Der Wechsel von warm zu kalt stärkt die Gefäße und regt die Durchblutung an.
- Position wechseln: Langes Sitzen oder Stehen vermeiden, lieber öfter die Beine bewegen.
- Ausreichend trinken: Flüssigkeit unterstützt die Blutzirkulation.
Bei Fragen helfen wir Ihnen natürlich gern weiter und beraten Sie.

