Stressfrei durch den Meerschweinchenalltag

Da Meerschweinchen keinen Panzer, spitze Krallen oder scharfe Zähne haben, ist bei Gefahr die Flucht in ihre Wohnhöhlen die einzige Überlebensstrategie. Deshalb geraten sie auch in menschlicher Obhut bei vielen Anlässen schnell in Stress. Mit diesen 3 Regeln bringen Sie mehr Ruhe und Sicherheit in den Meeri-Alltag.

Regel 1: Fester Wohnsitz

In ihrem Herkunftsgebiet, den Hochgebirgen der Anden, verstecken sich Meerschweinchen in Felsspalten und anderen natürlichen Hohlräumen vor ihren Fressfeinden. Für ihr Sicherheitsgefühl ist es daher in menschlicher Obhut ganz wichtig, dass sich ihre Schlafhäuschen im Meerschweinchengehege immer an derselben Stelle befinden. Und jedes Tier braucht ein eigenes Häuschen, in das es sich zurückziehen kann.

Regel 2: Nur in Begleitung zum Tierarzt

Zum jährlichen Gesundheits-Check beim Tierarzt oder einer Behandlung sollte ein Meerschweinchen niemals alleine gebracht werden. Denn die Tiere sind ausgesprochen sozial und schließen mit manchen ihrer Artgenossen sogar enge Freundschaften. Ist in einer stressigen Situation der Kumpel dabei, wird er zu einer wichtigen emotionalen Stütze für das zu behandelnde Tier. Das gilt ganz besonders, wenn ein Meerschweinchen für längere Zeit in der Tierarztpraxis oder der Tierklinik bleiben muss. Klären Sie den „Begleitservice“ für Ihr krankes Meeri mit dem Veterinär aber vorher ab. Denn nicht jede Praxis ist davon begeistert, neben dem Patienten selber noch ein weiteres Tier versorgen zu müssen.

Regel 3: Kein Stress mit Besuchern

Sind Gäste geladen, kommt häufig purer Stress in den Meerschweinchen-Alltag. Denn ungewohnte Gerüche und Geräusche und der Trubel um sie herum verunsichern die Tiere. Ganz dick kommt es für die kleinen Nager, wenn sie im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Reden Fremde laut auf sie ein oder greifen sogar nach ihnen, kann Stress schnell zu Todesangst werden. Ersparen Sie Ihren Schützlingen einen solchen Blitzüberfall, indem Sie und Ihre Gäste sich an bestimmte Regeln halten:

  • Kontaktaufnahme nur unter Ihrer Aufsicht.
  • Ruhig und leise ansprechen, Reaktion abwarten.
  • Die Tiere nicht zur Kontaktaufnahme zwingen, nicht nach ihnen greifen.
  • Die Meerschweinchen vor allzu aufdringlichen Besuchern abschirmen.
  • Die Beschäftigung Ihrer Gäste mit den Tieren zeitlich begrenzen.
  • Das Gehege in einen ruhigen Raum stellen.
  • Niemals die Häuschen hochheben, um die Tiere besser streicheln zu können.

Stressanzeichen erkennen

Geraten Meerschweinchen unter Stress, zeigen sie das meist sehr deutlich. So ist das Anheben des Kopfes ein ganz deutliches Abwehr- und Drohverhalten, das von vielen Meerschweinchenhaltern aber häufig als Aufforderung zum Streicheln fehlinterpretiert wird. Weitere Anzeichen für Stress sind ein gesträubtes Fell, das Aufreißen des Mäulchens oder das Klappern mit den Zähnen. Häufig verfallen Meerschweinchen unter Stress auch in eine Art Schockstarre. Dann ist schleunigste Ursachenforschung angesagt, damit im Meeri-Alltag schnell wieder Ruhe einkehrt.

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UbF cover 8-19
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Unsere besten Freunde” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.