Volksleiden Rückenschmerz

Fakten über unsere flexible Stütze

24 einzelne Wirbelkörper bilden unser stützendes Rückgrat: 7 Halswirbel, 12 Brustwirbel und 5 Lendenwirbel. Dazwischen dienen die Bandscheiben als Puffer.

Ein Bandscheibenvorfall ereilt etwa 180.000 Deutsche pro Jahr. Dabei drückt der gallertartige Kern im Inneren des Schutzpolsters auf umliegende Nerven und verursacht starke Schmerzen.

Die doppelte S-Form verleiht Stabilität in der Körperhaltung und ermöglicht gleichzeitig eine enorme Beweglichkeit. Zudem dämpft die geschwungene Struktur jeden Schritt ab.

Über Rückenschmerzen klagen – zumindest zeitweise – mehr als 80 Prozent der Deutschen. Sie sind eine der Hauptursachen für Krankschreibungen hierzulande.

Die Gesundheit der Wirbelsäule hängt vom Zusammenspiel mehrerer Körperpartien ab: Füße, Beine und Hüften, Muskulatur und Gelenke. Nur wenn hier alles rundläuft und eine gute Unterstützung gewährleistet, bleibt auch der Rücken beschwerdefrei.

Rückenschmerzen

Es zieht im Nacken, reißt in der Lendenwirbelsäule: Häufig sind ungünstige Alltagsgewohnheiten für Kreuzweh verantwortlich. Wer typische Rückenfeinde kennt, kann gezielt gegensteuern. / Von Andrea Neuen

Rückenschmerzen sind quälend, können uns den Tag vermiesen, nachts den Schlaf rauben und die Lebenslust trüben. Und sie sind weitverbreitet, sehr weit sogar: Repräsentativen Befragungen zufolge haben rund 85 Prozent der Menschen in Deutschland damit zu tun. Vielen bereitet der Haltungsapparat immer wieder Kummer, einigen sogar dauerhaft.

Finden Sie weitere Artikel zum Thema Rücken auch hier in unserem Blog.

Jung und kreuzkrank

Dass Kreuzschmerzen bei uns Volkskrankheit Nummer eins sind, bestätigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie der pronova BKK: Ihr zufolge hat knapp ein Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland häufig mit Rückenbeschwerden zu tun, gut 60 Prozent hin und wieder. Völlig beschwerdefrei sind lediglich zwölf Prozent. Erstaunlich: Sogar jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren zieht und reißt es mehr oder weniger regelmäßig im Bereich der Wirbelsäule, lediglich 14 Prozent der jungen Erwerbstätigen kennen keine Rückenschmerzen. Die Zahlen zeigen deutlich: Kreuzweh ist kein typisches Altersleiden, sondern ein generationsübergreifendes Problem.

So weit die schlechten Nachrichten. Doch es gibt auch gute: In den allermeisten Fällen haben Rückenschmerzen keine besorgniserregenden Ursachen – wie beispielsweise einen Bandscheibenvorfall, eine Nierenbeckenentzündung oder poröse Knochen (Osteoporose). Im Gegenteil: Bei fast 90 Prozent der Betroffenen findet der Arzt keinen diagnostizierbaren Schaden am Bewegungsapparat. Dann ist die Rede von unspezifischen Rückenschmerzen. Verantwortlich dafür ist oft unser moderner, aber leider oft recht rückenfeindlicher Lebensstil.

Rückenfeind Bewegungsmangel

Bewegungsmangel heißt der wohl ärgste Übeltäter. Und der ist allgegenwärtig: Viele von uns sitzen Tag für Tag stundenlang im Büro und verbringen auch den größten Teil ihrer Freizeit im Sitzen: im Auto, am Computerbildschirm, auf dem Sofa… Kommen Ausgleichssport und Spaziergänge zu kurz, nimmt die Wirbelsäule das krumm: Die Rumpfmuskulatur verkümmert, die Gelenke »rosten«, der Rückenschmerz ist vorprogrammiert. Hinzu kommt: Zu wenig Bewegung begünstigt Übergewicht. Schlecht fürs Kreuz, denn überflüssige Kilos strapazieren den Haltungsapparat auf Schritt und Tritt.

Fehlbelastungen, etwa durch eine einseitige Haltung am Arbeitsplatz oder eine schwere körperliche Tätigkeit, leisten Muskelverspannungen und Rückenschmerzen ebenfalls Vorschub. Und auch das Corona-bedingte Arbeiten im Homeoffice tut dem Kreuz nicht immer gut. Wer hat am provisorischen Arbeitsplatz daheim schon einen ergonomischen Bürostuhl und einen höhenverstellbaren Schreibtisch?

Störfaktor Stress

Was dem Kreuz sonst noch schadet? Oft sind es Stress, Seelenkummer und Sorgen, die sprichwörtlich auf den Schultern lasten. Psychischer Druck und innere Anspannung gehen oft mit Muskelverspannungen Hand in Hand. Vor allem im Nacken- und Schulterbereich wird die Überlastung spürbar. Bekannt ist auch, dass sehr ängstliche Zeitgenossen sowie Menschen mit Depressionen häufig mit Rückenproblemen zu kämpfen haben.

Sind das unangenehme Ziehen im Nacken oder der dumpfe Schmerz über dem Steißbein erst da, tun viele Menschen leider genau das Falsche: Sie vermeiden es, sich zu bewegen, nehmen eine Schonhaltung ein, wodurch Verspannungen und Schmerzen noch weiter zunehmen. So geraten sie in einen Teufelskreis und laufen Gefahr, dass die Beschwerden chronisch werden.

Den Rücken stärken

So weit darf es nicht kommen: Viel Bewegung und regelmäßige Auszeiten vom Alltag sind Balsam fürs Kreuz. Wer im Job oder im Privatleben ständig unter Strom steht, kann in besonderem Maße von gezielten Entspannungstechniken wie Progressiver Muskelentspannung profitieren.

Auch über regelmäßigen, rückenfreundlichen Sport freut sich der Haltungsapparat. Nordic Walking, Wirbelsäulengymnastik, Aquafitness, Yoga, Pilates und entspanntes Radeln auf einem gut gefederten Drahtesel kommen zum Beispiel infrage. Und gezieltes Krafttraining unter fachlicher Anleitung hilft dabei, die Rumpfmuskulatur dauerhaft zu kräftigen. Gut so, denn ein starker, gut trainierter Rücken wird nur selten krank.

Gesundheit aus Ihrer Apotheke – die Beratung gibt es natürlich kostenlos, individuell und gern dazu.

special (NuG 09/20)
Text mit freundlicher Genehmigung der S&D Verlag GmbH. Das komplette “special” bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke als Beilage in der “Naturheilkunde & Gesundheit”.