Balsam für Haut und Seele – bei Neurodermitis
Starker Juckreiz, Rötungen und Entzündungen – ein Zustand, um aus der Haut zu fahren. Medizinwissenschaftler Dr. David Hauck sagt, was bei Neurodermitis wirklich hilft.
„Neurodermitis-Haut neigt zu vorzeitiger Alterung. Daher braucht sie eine naturbelassene Anti-Aging-Pflege, die auf das Wesentliche reduziert ist.“
Dr. David Hauck, Spezialist für Dermakosmetik aus Kempten.
Rund 2,5 Millionen Menschen sind in Deutschland von atopischer Dermatitis betroffen. Besser bekannt ist diese chronische Hauterkrankung unter dem Namen Neurodermitis. Trockene Haut, die schubweise extrem juckt, verleitet zu Kratz- und Scheuerattacken – die jedoch wenig Linderung bringen. „Im Gegenteil“, erklärt der Medizinwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Dermatologie, Dr. David Hauck. „Nässende, rote Flecken entstehen, ebenso Risse, Schuppen und Verkrustungen, die wiederum neuen Juckreiz erzeugen.“ Die Wunden, die dabei entstehen, versuchen viele Betroffene zu verstecken – nicht einfach unter dem Pullover. Sie isolieren sich zu Hause, „weil sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlen“, weiß er. Was für eine Belastung – eben nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. – Von Stefanie Happ
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Ganzheitliche Behandlung
„Weil die Haut tatsächlich das Spiegelbild der Seele ist, sehen wir in der Neurodermitis-Behandlung immer den ganzen Menschen“, sagt Dr. David Hauck. „Zielorgan ist natürlich die äußere Haut, doch die innere spielt eine ebenso große Rolle.“ Nach seiner Erfahrung „ist ein gestörtes Darmmikrobiom eng mit Neurodermitis verbunden.“ Eine geschwächte Darmbarriere gehe oft Hand in Hand mit einem höchst empfindlichen Hautschutzfilm, so der Experte. Probiotika, insbesondere Bifidobakterien und Laktobazillen, aus der Apotheke können eine erste Verbesserung bringen. Schubfreie Zeiten sind ein Geschenk – „nutzen Sie diese Phasen“, ermuntert Dr. Hauck, „für eine Hautpflege, die nachhaltig stärkt und daher vor einem erneuten Krankheitsausbruch schützen kann. Fleißig cremen“, meint er. Nur womit?
PS: Neurodermitis naturheilkundlich behandeln
Betulin – Hautberuhigung aus der Birke
Weil bei Neurodermitis der natürliche Lipidfilm auf der Haut geschwächt ist, können schnell Bakterien eindringen – und auch alle anderen Substanzen, die mit der Haut in Berührung kommen. Synthetische Duft- und Zusatzstoffe haben daher in Pflegeprodukten für empfindliche Haut nichts verloren. Bei manchen Menschen mit Neurodermitis kann es dadurch zu Ausschlägen kommen, bei anderen sogar zu schweren Entzündungen. In Sachen Pflegeroutine rät Dr. David Hauck daher zu „puristischen Produkten, die auf das Wesentliche reduziert sind.“ Entscheidend ist also, was Feuchtigkeits- und Lipidcremes enthalten. „Betulin“, sagt der Hautpflege-Spezialist, „ist ein reines Naturprodukt. Es stammt aus der Birkenrinde.“ Den Baum bewahrt dieser Stoff vor äußeren Einflüssen – und genau das Gleiche leistet er für die Haut. „Mit seinen beruhigenden Eigenschaften schützt Betulin die Hautbarriere als sanftes, therapiebegleitendes Mittel und kann das Hautbild insgesamt verbessern. Noch dazu wirkt Betulin gegen schädliche Bakterien, während es gleichzeitig die guten Bakterien auf der Haut nährt. Ein stabiles Hautmikrobiom“, so Dr. Hauck, „ist die Voraussetzung, um mit Triggerfaktoren, die einen neuen Neurodermitisschub auslösen können, besser klarzukommen.“ Gerade jetzt in der Allergiezeit und wenn die Werte von Ozon und Feinstaub in der Luft hoch sind, braucht vor allem die Haut einen Schutzschild. „Dann können Sie besser den Frühling genießen – trotz Neurodermitis“, so Dr. Hauck.
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