Herbstblues – Hilft eine Tageslichtlampe

Leser fragen – Apothekerin Isolde Meyer antwortet:

„Licht ist für uns eine echte Superkraft – und damit auch ein Therapeutikum (lesen Sie auch: Heilende Licht-Farben).Es gilt als Taktgeber für unsere innere Uhr. Jetzt im Herbst, da die Tage immer kürzer werden, fehlt das natürliche Tageslicht. Das ist der Grund, warum viele von uns in der dunklen Jahreszeit ständig müde sind, antriebslos und schlecht gelaunt. Manche werden sogar ernsthaft krank, wenn tage- oder wochenlang der Himmel voller grauer Wolken hängt. Bei einer sogenannten saisonal abhängigen Depression (SAD) – aber auch bei einem Stimmungstief ohne Krankheitswert – kann eine Tageslichtlampe tatsächlich helfen.

Denn Licht, das aufs Auge fällt, gelangt über den Sehnerv ins Gehirn, genauer gesagt in einen Bereich, der unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert und sogar auf unsere Hormonbalance Einfluss hat. Bei starkem Licht wird Serotonin ausgeschüttet, dies ist unser Glückshormon, das die gute Laune weckt, wach und aktiv macht. Es vertreibt Melatonin, unseren Schlummerbotenstoff, der in dieser finsteren Jahreszeit normalerweise die Oberhand gewinnt. An Tagen, wenn es gar nicht richtig hell wird – weil es dauernd nieselt oder der Nebel tief hängt –, möchten wir am liebsten im Bett bleiben. Geht aber nicht.

Um trotz Schmuddelwetter leistungsstark zu sein, setzen Sie sich am besten morgens für etwa 30 Minuten im Abstand von circa einem halben Meter vor eine Tageslichtlampe. Sie hat eine Beleuchtungsstärke von 10.000 Lux. Im Vergleich: Eine normale Zimmerlampe bringt es gerade mal auf etwa 400 Lux.

Während dieser Lichttherapie brauchen Sie nicht starr in die Lampe schauen. Es genügt, wenn Sie regelmäßig hinein blinzeln, während Sie frühstücken oder im Büro arbeiten. So sorgt die starke Lichtintensität der Lampe dafür, dass der Körper das Signal bekommt: Der Tag hat begonnen – frisch ans Werkl! Nebenbei steigt die Stimmung, wir fühlen uns besser gelaunt und ausgeglichener.

Eine hochwertige Tageslichtlampe bekommen Sie in Ihrer Vor-Ort-Apotheke. Sie können sie einsetzen, um einem Herbstblues vorzubeugen – weil die Umstellung auf Normalzeit kurz bevorsteht – oder zur Behandlung. Bei Augenerkrankungen, die mit Netzhautschäden einhergehen, auch bei erhöhter Lichtempfindlichkeit der Haut oder wenn Sie bestimmte Medikamente wie Antibiotika oder hochdosiertes Johanniskraut nehmen, fragen Sie vorher Ihren Arzt.“

Weitere Artikel rund um den Herbstblues finden Sie auch hier im Flora-Blog.

Sprechen Sie uns gern auf das Thema an und lassen Sie sich von uns ganz individuell beraten.

Bild vom Cover des "Naturheilkunde & Gesundheit" Heftes 10/26, aus dem der Text zu diesem Artikel stammt. Der Verlag hat uns die Nutzung freundlicherweise genehmigt.
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.