Sonnenschutz – Täglich
Susanne Klehn weiß, wovon sie spricht: Die TV-Moderatorin erkrankte selbst zweimal an Hautkrebs. Seit vielen Jahren engagiert sie sich als Botschafterin der Stiftung Deutsche Krebshilfe für Aufklärung und Prävention. Sie möchte vor allem Kinder sensibilisieren, achtsam mit Sonne und UV-Strahlen umzugehen.
Sonne gilt als Lebenselixier – es tut gut, sie auf der Haut zu spüren. Aber sie stellt auch eine Gefahr dar. Warum?
Sonne hat immer Licht und Schatten. Das Licht wirkt stimmungsaufhellend. Dazu kommt die angenehme Wärme. Doch es gibt eben die UV-Strahlung. Diese spielt zwar eine wichtige Rolle bei der körpereigenen Vitamin-D-Produktion. Aber sie ist auch krebserregend.
Lesen Sie auch weitere Artikel rund um Sonne/Sonnenschutz und die Haut im Allgemeinen.
Sonnenbräune war lange ein Schönheitsideal. Beobachten Sie heute ein Umdenken?
Ja, die Generation Z ist sehr gesundheitsbewusst. Bräune wird immer häufiger als Warnsignal der Haut verstanden. Aber ich spüre immer noch – ich arbeite ja in der Unterhaltungsbranche –, dass viele Menschen sonnengebräunte Haut schicker finden.
Wann wird aus zu viel Sonne ein Gesundheitsrisiko für die Haut?
Sobald die UV-Strahlung zu intensiv oder zu häufig auf die Haut einwirkt, wird’s kritisch. Zwar kann der Körper viele UV-bedingte Schäden reparieren, doch wenn diese Belastung dauerhaft zu hoch ist, gelingt das nicht mehr.
Trotz aller Aufklärung steigen die Hautkrebszahlen weiter. Woran liegt es, dass Hautkrebs noch immer unterschätzt wird?
Zwischen Ursache und Wirkung können Jahrzehnte liegen: Ein schwerer Sonnenbrand mit 30 kann sich erst mit 70 in Form von Hautkrebs bemerkbar machen. Diese zeitliche Distanz erschwert es vielen, das Risiko ernst zu nehmen. Zudem beobachte ich, dass im Alltag UV-Schutz oft vergessen wird.
Sie selbst haben im jungen Alter von 27 Jahren die Diagnose schwarzer Hautkrebs erhalten – und sind zum Glück genesen. Gab es im Vorfeld Warnzeichen, die Sie heute anders einordnen würden?
Ja. Mein malignes Melanom befand sich am Rücken – eine Stelle, die man selbst kaum sieht. Rückblickend weiß ich, dass der Leberfleck gejuckt und geblutet hat. Damals habe ich das auf mechanische Reibung durch meine Handtasche geschoben. Heute weiß ich: Juckreiz oder Blutungen an einem Leberfleck müssen ärztlich abgeklärt werden.
2024 kam die Diagnose weißer Hautkrebs hinzu. Hat diese Erfahrung etwas in Ihnen verändert – gerade im Vergleich zur ersten Erkrankung?
Diese zweite Diagnose hat mich geschockt. Obwohl ich seit 2009 sehr konsequent auf Sonnenschutz achte, entwickelte sich ein weißer Hautkrebs – ausgerechnet im Gesicht, mitten auf der Nase. Ich hatte Angst, jetzt alle paar Jahre Hautkrebs zu bekommen.
Viele Betroffene berichten, dass eine Krebsdiagnose den Blick auf den eigenen Körper dauerhaft verändert. Wie war das bei Ihnen?
Genauso. Das Erschreckende an Krebs ist, dass man ihn oft nicht spürt. Als ich meine Diagnose bekam, fühlte ich mich fit. Diese trügerische Sicherheit hat mir deutlich gemacht, wie verletzlich das Leben ist. Ich gehe heute fürsorglicher mit mir um: Ich ernähre mich bewusster, treibe disziplinierter Sport, achte sehr auf Erholung und mentale Gesundheit.
Heute engagieren Sie sich als Botschafterin der Stiftung Deutsche Krebshilfe für Hautkrebsprävention. Wie kam es dazu?
Nach meiner ersten Krebstherapie entwickelte ich ein starkes Gefühl von Dankbarkeit. Die Stiftung Deutsche Krebshilfe hatte mich sehr unterstützt, vor allem durch ihre Info-Materialien. Ich habe daher 2015 angeboten, mich zu engagieren.
Mit dem Projekt „Clever in Sonne und Schatten“ setzen Sie auf frühe Aufklärung. Warum ist es so wichtig, schon Kinder und Jugendliche für Sonnenschutz zu sensibilisieren?
Kinderhaut ist sehr empfindlich. Gleichzeitig sind Kinder offen für neue Routinen. Wenn Sonnenschutz so selbstverständlich wird wie Zähneputzen, kann das langfristig viel bewirken. Mein Ziel ist eine Generation, die die Sonne genießt, aber ihre Risiken kennt und sich bewusst schützt.
Sie sagen oft: „Meiden, kleiden, cremen.“ Wie setzen Sie diesen Leitsatz heute persönlich im Alltag um?
Ich halte mich konsequent daran. Ich meide die pralle Sonne und trage schützende Kleidung. Außerdem benutze ich täglich Sonnenschutz. Ein wichtiges Hilfsmittel ist für mich der UV-Index in der Wetter-App. Er schafft ein Bewusstsein dafür, wann besondere Vorsicht geboten ist.
Vielen Dank für das freundliche Gespräch. Das Interview führte Gabriele Hellwig.
Clever in Sonne und Schatten
Hautkrebsprävention beginnt bei Kindern: Mit dem Projekt „Clever in Sonne und Schatten“ unterstützen die Deutsche Krebshilfe und ihre Partner Eltern, Kitas und Schulen dabei, Kinder frühzeitig zu einem bewussten Umgang mit Sonne und UV-Strahlung anzuleiten. Denn insbesondere Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen das Risiko, im Erwachsenenalter an Hautkrebs zu erkranken. Herzstück der Kampagne sind kostenlose, altersgerechte Materialien: Für Kitas gibt es zum Beispiel ein Bilderbuch und einen Kurzfilm mit dem „Sonnenclown Zitzewitz“, der spielerisch erklärt, wie Haut geschützt bleibt. Eltern erhalten zusätzlich Informationsfaltblätter mit praxisnahen Tipps für Alltag und Urlaub.
Mehr Infos: www.cleverinsonne.de und www.krebshilfe.de
Selbstverständlich haben auch wir für Ihre Fragen ein offenes Ohr und beraten Sie gern sowie individuell abgestimmt. Sprechen Sie uns einfach auf das Thema an.

