Gar nicht übel – Schwangerschaftsübelkeit & Co.

Schwangerschaftsübelkeit ist nur eines von vielen Problemen, mit denen werdende Mütter zu kämpfen haben. Aber es gibt gute Nachrichten: Vielen typischen Wehwehchen lässt sich vorbeugen! Und für den Ernstfall gibt es sanfte Mittel, die sie wirksam lindern.

Eine Schwangerschaft ist Schwerstarbeit für den Körper jeder Frau. Gerade die ersten Monate können herausfordernd sein: Jetzt fahren die Hormone regelrecht Achterbahn, das gewohnte Gleichgewicht wird gehörig durcheinandergewirbelt. Probleme wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, häufiger Harndrang und empfindliche Brüste treten häufig auf. Zum Glück sind viele Beschwerden der drei Schwangerschaftsdrittel, auch Trimester genannt, harmlos – und mit sanften Mitteln meist gut in den Griff zu bekommen. Wichtig: Arzneimittel dürfen Schwangere nur nach Rücksprache mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt einnehmen!

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Übelkeit: Typisch für den Anfang

„Mir ist so schlecht!“ – diesen Satz sagen werdende Mütter vor allem in den ersten drei Monaten: Der Tag beginnt dann häufig schon mit Übelkeit und Brechreiz bis hin zu Erbrechen. Auch bestimmte Gerüche und Speisen vertragen viele plötzlich nicht mehr. Schuld daran ist vor allem das Schwangerschaftshormon hCG, medizinisch humanes Choriongonadotropin genannt.

Was hilft? Noch vor dem Aufstehen ein Stück Zwieback oder trockenes Brot knabbern, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen, viel Wasser oder Kräutertee trinken. Fettige, scharfe und sehr süße Speisen sollten Sie besser meiden, ebenso koffein- und kohlensäurehaltige Getränke. Spezielle Akupressurbänder aus Ihrer Apotheke üben sanften Druck auf einen bestimmten Punkt an den Innenseiten der Handgelenke aus und können Schwangerschaftsübelkeit mildern. Auch homöopathische Mittel, etwa mit potenzierter Brechnuss, wirken entspannend auf die Verdauungsorgane. Halten die Beschwerden über den dritten Schwangerschaftsmonat hinaus an oder sind sie besonders stark, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. Die sogenannte Hyperemesis gravidarum, also übersteigerte Schwangerschaftsübelkeit, kann zu Flüssigkeits- und Nährstoffmangel sowie Störungen des Stoffwechsels führen und Mutter und Kind gefährden.

Müdigkeit: Zeit für den Ruhemodus

In der Schwangerschaft wird vermehrt Progesteron ausgeschüttet: Das Hormon wirkt beruhigend, kann aber gleichzeitig auch schläfrig machen. Weil außerdem im ersten Schwangerschaftsdrittel häufig der Blutdruck sinkt und dann vielleicht auch noch ein Eisenmangel hinzukommt, sind viele Schwangere jetzt einfach „platt“.

Was hilft? Ruhen Sie sich aus, wenn Ihr Körper nach Ruhe verlangt! Gönnen Sie sich viel Schlaf und tagsüber kleine Pausen, wenn möglich auch den einen oder anderen Powernap. Eisenhaltige Lebensmittel beugen einem Mangel an diesem Spurenelement vor: Dazu zählen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und grüne Gemüsesorten. Tipp: Der Körper kann Eisen am besten verwerten, wenn Sie zusätzlich Vitamin C zu sich nehmen, also zum Beispiel Beeren übers Müsli streuen.

Verstopfung: Träger Darm

Die hormonelle Umstellung, insbesondere der Anstieg des Hormons Progesteron, entspannt die glatte Muskulatur – leider auch die im Darm. Die Folge: Er arbeitet langsamer, die Verdauung gerät ins Stocken, Verstopfung und Blähungen sind die unangenehmen Folgen.

Was hilft? Eine ballaststoffreiche Kost mit vielen Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Trockenfrüchten bringt den Darm auf Trab. Flohsamenschalen und Leinsamen liefern reichlich Ballaststoffe und passen prima ins Müsli. Wichtig: Dazu viel trinken! Generell sollten es zwei bis drei Liter am Tag sein, vorzugsweise Wasser, Kräuter- und Früchtetees und Fruchtsaftschorlen. Regelmäßige Bewegung unterstützt die Verdauung.

Wadenkrämpfe: Nächtliche Qual

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel können Wadenkrämpfe die Nachtruhe empfindlich stören. Häufige Ursache: ein Mangel an Mineralstoffen, vor allem Magnesium. Auch Krampfadern und körperliche Überlastung können schuld sein.

Was hilft? Bei einem akuten Wadenkrampf die Muskulatur dehnen, beispielsweise das Bein im Liegen durchstrecken und die Zehen nach oben zum Körper ziehen. Auch ein paar Schritte zu gehen, kann den Krampf abklingen lassen. Vorbeugend hilft, viel zu trinken und magnesiumreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Nüsse und Bananen zu essen. Besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, ob die Einnahme eines Magnesiumpräparates sinnvoll sein kann. Auch regelmäßige Wechselduschen und das Hochlagern der Beine können wirksam sein.

Rückenschmerzen: Alles wird schwerer

Insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel haben viele Frauen „Rücken“. Die Schmerzen treten im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins auf, aber auch im Schambein. Die Gründe sind einfach: Der Bauch wird schwerer, die Lendenwirbelsäule krümmt sich mehr, um das auszugleichen. Gleichzeitig lockern sich die Bänder und Gelenke des Beckens, um die bevorstehende Geburt zu erleichtern.

Was hilft? Regelmäßige Bewegung und leichter Sport kräftigen die Muskulatur. Empfehlenswert sind Schwimmen, Gymnastik oder Wassergymnastik, Yoga und Walking. Bei akuten Schmerzen sollten Sie sich, wenn möglich, eine Pause gönnen und ausruhen. Vermeiden Sie schweres Heben oder längeres Stehen und tragen Sie bequeme, flache Schuhe.

Sodbrennen: Feuer in der Brust

Die Gebärmutter wächst und wächst, drückt stärker auf die inneren Organe und somit auch auf den Magen – das ist eine der Ursachen für Sodbrennen. Die andere: Das Schwangerschaftshormon Progesteron trägt dazu bei, dass der Mageneingang weniger fest verschlossen ist und die Magensäure schneller in die Speiseröhre gelangen kann. Die Folgen: Das typische unangenehme Brennen im Brustraum, häufiges Aufstoßen und ein saurer Geschmack im Mund.

Was hilft? Statt üppiger Mahlzeiten essen Sie besser mehrmals am Tag kleinere Portionen. Wichtig dabei: gründlich kauen! Vermeiden Sie fettige, scharfe, stark gewürzte Speisen und Wasser mit Kohlensäure, Säfte sowie Süßigkeiten. Tipp: Magensäure wird neutralisiert, wenn Sie vor und nach dem Essen ein paar geschälte Mandeln zu sich nehmen und diese gut kauen. Spätestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollten Sie zum letzten Mal essen. Tritt das Sodbrennen häufig nachts auf, kann es helfen, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen.

Ihr Apothekenteam hilft Ihnen gern und individuell abgestimmt!

Bild vom Cover des "Naturheilkunde & Gesundheit" Heftes 8/25, aus dem der Text zu diesem Artikel stammt. Der Verlag hat uns die Nutzung freundlicherweise genehmigt.
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.