Blutbild – Laborwerte verstehen

Eine kleine Menge (etwa 0,5ml) Blut i.d.R. aus der Armvene ist notwendig, um etwas zum Gesundheitszustand des Spenders sagen zu können. Früher hat ein Arzt unter Zuhilfenahme eines leistungsstarken Mikroskops das Bild aus Blut (daher der Name) untersucht, heutzutage erledigen Maschinen diese Arbeit schnell, genau und effizient. Als Ergebnis erhält man eine ganze Menge Werte, die in Relation zu Normgrößen gesetzt werden und die somit Aufschluss über Auffälligkeiten geben können. Die große Herausforderung für den Arzt ist es, diese Werte richtig zu interpretieren und zwar auch unter Berücksichtigung der individuellen Patientendaten.

Ein sehr sportlicher Mensch kann durchaus eine erhöhte Zahl an Blutplättchen aufweisen, ohne dass er deswegen „krank“ sein muss, in dieser individuellen Situation ist die Abweichung normal. Auch Alter, Geschlecht, Lebensgewohnheiten, Ernährung, psychische Faktoren, Medikamenteneinnahmen, akute Krankheiten, Zeitpunkt der Blutabnahme, Höhenlage etc. können sich in den Werten wiederspiegeln und ein normaler Grund für eine Abweichung von den normierten Standardwerten sein.

Zudem gibt es weitere Ungenauigkeiten: Keine zwei Labore liefern identische Werte.

Jedes Labor muss aus methodischen Gründen eigene Referenzwerte bestimmen, abhängig von verwendeten Messmethoden und verwendetem Vergleichskollektiv gesunder Personen etc. Natürlich gibt es bei der Messung selbst noch einige Fehlerquellen und auch bei der Probenentnahme, -lagerung und -transport können beeinflussende Rahmenumstände entstehen.

Am besten, Sie befragen Ihren Arzt und hinterfragen auch, warum er eine Auffälligkeit stärker bewertet als eine andere und klären ihn im Gespräch bestmöglich über Ihre Individualfaktoren auf, bitte verschweigen Sie keine Informationen z.B. aus Scham vor peinlichen Themen.

 

Unterschieden werden (auch kostentechnisch) das kleine und das große Blutbild.

Das kleine Blutbild gehört zur Basisdiagnostik jeder unklaren Erkrankung. Es umfasst:

  • Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • Hämoglobin
  • Hämatokrit
  • Erythrozytenindizes MCV, MCH, MCHC
  • Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten).

Das große Blutbild beinhaltet die Werte des kleinen Blutbilds und zusätzlich ein Differenzialblutbild, das die weißen Blutkörperchen in die einzelnen Zellgruppen differenziert.

Zudem hat der Arzt die Möglichkeit viele weitere Werte auswerten zu lassen. Je nach Verdacht, wird eine entsprechende Auswahl getroffen.

 

Eine umfassende Liste der Laborwerte mit Informationen und Referenzwerten finden Sie zur Orientierung auf unserer frisch erneuerten und inhaltlich ausgeweiteten Website http://www.flora-pharm.de/service/laborwerte-blutbild-verstehen.htm