Erst das Huhn, dann das Ei

Die Kunst am Ei hat Hochsaison. Unzählige Hühnerprodukte werden in diesen Tagen wieder bunt gefärbt und hübsch verziert. Zeit für ein paar Zahlen und Fakten rund um die gackernden Osterboten und ihre Erzeugnisse. – Von Stefanie Happ / dpa

Haufenweise Hühner

Hühner gibt’s wie Sand am Meer – jedenfalls sind es sehr viele. 34 Millionen leben auf der Erde. Damit ist das Huhn das häufigste Wirbeltier weltweit. Von 180 Rassen allein in Deutschland eignen sich Leghorn-Hühner am besten für die Haltung. Sie gelten als pflegeleicht und legefreudig. Araucana-Hühner auch, sie legen sogar grüne Eier. Übrigens ist zum Trend geworden, Hühnern im eigenen Garten ein Zuhause zu geben. Seit der Coronapandemie hat die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen einen Anstieg um 25 Prozent registriert. Die Hauptmotivation dafür lautet: Immer Eier von glücklichen Hühnern! Jeden Tag ein Ei im Nest zu hinterlassen, liegt allerdings nicht unbedingt in der Natur des Huhns. Die Urform bringt nur maximal 15 Eier im Jahr zustande.

Apropos Vorfahren: Wussten Sie, dass die Erblinie der Hühner bis in die früheste Erdgeschichte zurückgeht? Unsere heutigen Gackertiere, da sind sich Forscher einig, stammen direkt von den Dinosauriern ab. In seiner Knochen- und Kollagenstruktur ist das Huhn dem T-Rex ähnlicher als jedes andere Tier. Ein lebendes Fossil also, das eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt hervorbringt. Das Ei steckt voller Leben!

Schatz unter der Schale

Nahezu alle Vitamine – außer Vitamin C – sind im Ei enthalten, auch solche, von denen wir in der Regel zu wenig bekommen: Vitamin D für ein intaktes Immunsystem, stabile Knochen und starke Nerven; oder auch Vitamin B12, das an fast allen Stoffwechselfunktionen beteiligt ist. Und in Sachen Mineralstoffe und Spurenelemente ist das Ei ohnehin eine wertvolle Schatzkiste: Calcium, Eisen, Folsäure, Zink – alles, was wir zum Gesundbleiben brauchen, produziert die Henne binnen 24 Stunden.

Gesünder als der Ruf

Eisern hält sich das Vorurteil, Eier seien Cholesterinbomben. Das stimmt aber nur oberflächlich betrachtet. Rund 200 Milligramm pro Ei sind zwar kein Pappenstiel. Gleichzeitig aber verbirgt sich eine Substanz im Dotter, die wie eine natürliche Cholesterinbremse wirkt. Lecithin hilft, Blutfette zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Außerdem gilt es als Treibstoff fürs Gehirn, es fördert das Denken und hält den Geist wach.

Bio bevorzugt

Rund 230 Eier köpft jeder von uns im Jahr. Eine stattliche Zahl! Grund genug, um zu hinterfragen, aus welchem Stall sie kommen. Achten Sie erstens auf Regionalität, zweitens auf die Haltungsform – beides erkennbar am Stempel auf der Schale. Beginnt der Code mit „0“? Bravo! Dann haben Sie ein Bio-Ei von Hühnern, die Freiland und Biofutter genießen dürfen. So richtig glücklich sind die Hühner, deren Gelege eine Verbandszertifizierung wie Bioland, Demeter oder Naturland hat. Solche Siegel garantieren außerdem, dass keine männlichen Küken für die Produktion sterben müssen und sie fordern die Aufzucht von Bruderhähnen – für mehr Tierwohl.

Bye bye, braunes Ei?

Noch können wir vor dem Eier-Regal wählen – aber wie lange noch? Der Bundesverband der deutschen Eiererzeuger rechnet damit, dass in etwa zehn Jahren die Schalenfarbe ein Einheits-Weiß sein wird. Der Grund ist rein wirtschaftlicher Natur: Denn Hühner, die genetisch bedingt Eier mit heller Schale produzieren, leben und legen länger. Bereits heute hat sich der Anteil brauner Eier in den Supermärkten halbiert und liegt derzeit nur noch bei 30 Prozent. Statistisch gesehen mögen ältere Konsumenten lieber ein braunschaliges Frühstücksei. Den Jüngeren ist die Farbe egal, für sie steht die artgerechte Haltungsform im Vordergrund.

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Bild vom Cover des "Naturheilkunde & Gesundheit" Heftes 03/26, aus dem der Text zu diesem Artikel stammt. Der Verlag hat uns die Nutzung freundlicherweise genehmigt.
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.