Hilfe bei Insektenstichen

Ein kleiner Stich kann Menschen in große Gefahr bringen! Mit diesen Tipps kommen Sie sicher durch die heiße Jahreszeit

Besonders in den Sommermonaten von Juni bis September ist die Gefahr groß, von Insekten gestochen zu werden. Der Stich ist schmerzhaft und in einigen Fällen sogar gefährlich. Rund drei Millionen Deutsche leiden unter einer Insektengiftallergie. Ein einziger Stich einer Biene, Wespe, Hummel oder Hornisse kann genügen, um sie innerhalb von Minuten bis Sekunden in Lebensgefahr zu bringen! Etwa ein Viertel der Bundesbürger soll auf Insektengifte sensibilisiert sein. Experten gehen von deutschlandweit zehn bis 20 Todesfällen jährlich durch Insektengiftallergie aus und vermuten sogar eine höhere Dunkelziffer. Beträgt die Schwellung um die Stichstelle mehr als zehn Zentimeter Durchmesser oder bleibt die Schwellung länger als 24 Stunden bestehen, können dies Hinweise auf eine Insektengiftallergie sein. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn es ist nicht absehbar, ob der nächste Stich eine lebensbedrohliche Reaktion (Anaphylaxie) hervorrufen kann.

Auch für Nicht-Allergiker können mehr als 50 Insektenstiche oder auch Einzelstiche in der Hals- und Kopfregion, besonders im Lippen-, Mund- und Rachenbereich, lebensgefährlich sein. Durch verschiedene Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Stichrisiko reduzieren.

 

Das hält Insekten fern!

Vorbeugend sind insektenabwehrende Lotionen und Körpersprays sowie Mischungen mit natürlichen ätherischen Ölen aus der Apotheke empfehlenswert. Ätherische Öle, die für uns angenehm riechen, wie Lemon- Eukalyptus, Zimt, Rosmarin, Zitronengras, Zeder, Pfefferminze, Nelke, Duftgeranie und das Öl aus den Samen des Neembaumes, halten Insekten fern.

Rasch behandeln!

Bei einem Stich gelangen entzündliche Giftstoffe in das Hautgewebe. Folglich kommt es zu Schmerzen, Juckreiz, Rötungen und Schwellungen. Beim Stich einer Biene wird der Stachel vorsichtig entfernt, die Einstichstelle desinfiziert und mit einer Gel-Kühl- Kompresse gekühlt. Die Kühlung hilft gegen den Schmerz. Damit sich die Einstichstelle nicht infiziert, darf nicht gekratzt werden, dafür sorgen juckreizstillende Salben oder Gele aus der Apotheke.

Ein altes bewährtes Hausmittel ist die Speisezwiebel. Sie besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und wird mit der aufgeschnittenen Seite einige Minuten auf die Stichstelle gelegt. Auch Quark, Quarkwickel und Spitzwegerich, Propolis und Schwedenkräuter sind bekannte Mittel bei Insektenstichen. Kamille-, Lavendel- oder Teebaumöl (Apotheke), auf die Einstichstelle getupft, sowie Mittel mit Aloe Vera können den Juckreiz lindern und die Heilung unterstützen. Je nachdem, wie der Körper auf die Stiche reagiert, helfen unterschiedliche homöopathische Mittel als Globuli oder Gel. Wenn stechende Insekten herumschwirren, sollten Apis und Ledum immer parat sein. Ledum mildert die Schwellung, lindert Jucken und Brennen. Apis hilft als Soforthilfe bei berührungsempfindlichen, brennenden, stechenden Schmerzen, verursacht von Bienen- und Wespenstichen. Funktionsmittel lindern ebenfalls die Beschwerden. Innerlich und äußerlich hilft Schüßler- Salz Nr. 8. Natrium Chloratum und äußerlich das Schüßler Salz Nr. 3. Ferrum Phosphoricum. Es wird als Salbe mehrmals dünn aufgetragen und einmassiert.

 

Unbeschwert durch den Sommer

  • Wenn Sie von Bienen und Wespen umschwärmt werden, sollten Sie hastige Bewegungen unbedingt vermeiden und die Ruhe bewahren. Wespen und Bienen stechen nur zu, um sich zu verteidigen.
  • Vorsicht beim Essen und Trinken im Freien! Bedecken Sie die Öffnungen Ihrer Flaschen, Dosen und Gläser mit einem Bierdeckel, sodass keine Bienen, Wespen oder Hornissen hineingelangen können. Da diese auch von Süßigkeiten und Obst angezogen werden, sollten Sie auch diese Lebensmittel aufmerksam verzehren.
  • Bienen lieben Klee und viele Wespenarten leben in Erdlöchern. Sie könnten versehentlich auf eines der Insekten treten, daher ist Barfußlaufen im Sommer tabu.
  • Schützen Sie bei der Gartenarbeit Ihren Körper. Tragen Sie Handschuhe, eine Kopfbedeckung und möglichst körperbedeckende, eher enge Kleidung.
  • Halten Sie draußen gebührenden Abstand zu Abfallkörben und verschließen Sie zu Hause die Müllbehälter.
  • Fliegen- oder Pollengitter im Haus halten auch Wespen und Bienen fern. Im Auto sollten Sie besser mit geschlossenen Fenstern unterwegs sein.
  • Tragen Sie am besten helle Kleidung ohne viele Muster, denn Wespen reagieren auf dunkle Farben aggressiver als auf helle Töne. Bienen fühlen sich von bunten, blumigen Mustern angezogen,
  • Ein anaphylaktischer Schock auf einen Insektenstich ist ein allergischer Extremfall, bei dem es zum Atem – und Kreislaufstillstand kommen kann. Dann ist schnelle Hilfe angesagt! In dieser Situation muss sofort der Notarzt unter der Rufnummer 112 alarmiert werden.
  • Insektengiftallergiker sollten stets einen Allergiepass, auf dem ihre Allergien vermerkt sind, und ein Notfallset bei sich tragen. Das Anaphylaxie -Notfallset wird vom Allergologen verschrieben und besteht aus den Medikamenten: Antihistaminikum, Kortison, Adrenalin und einem Asthma -Spray.
  • Durch eine Hyposensibilisierung, die Erfolgsquote liegt bei rund 90 Prozent, können sich Insektengiftallergiker wirksam vor den Folgen eines Wespenstiches schützen. Patienten erhalten verdünntes Insektengift, an das sich der Körper mit der Zeit gewöhnt. Es kommt nicht mehr zu heftigen Abwehrreaktionen, sie werden abgeschwächt oder ganz aufgehoben.

 

Geeigneten Insektenschutz und Mittel gegen den Juckreiz erhalten Sie auch in unserer Apotheke. Wir besprechen das gern mit Ihnen.

 

Mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH
Mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH