Feine Früchtchen: Frühkartoffeln

Vom Acker auf den Teller – frischer geht’s nicht. Die ersten Frühkartoffeln sind reif! Warum dies ein Grund zur Freude ist? Das werden Sie schon sehen… – von Stefanie Happ

Diese Knollen sind anders als all die anderen Kartoffeln. Sie sind kleiner, feiner und eben früher dran. Beginnen wir also mit dem Offensichtlichen:

Vorboten des Sommers

Frühkartoffeln heißen sie, weil sie deutlich schneller reifen als die späteren Sorten. Schon nach 70 bis 90 Tagen nach der Pflanzung im März können wir sie vorsichtig aus der Erde holen. Im Vergleich: „Normale“ Kartoffeln brauchen etwa vier Monate bis zur Ernte – und die findet erst ab August statt. Die frühen Knöllchen sind sozusagen die Vorboten des Sommers und für uns ein wahrlich leichter Genuss.

Schön mit Schale

Alles an den Frühchen ist fein – auch die Schale. Sie ist so dünn, dass sie kaum auffällt. Beim Waschen lässt sich die zarte Kartoffelhaut mit der Bürste ganz leicht abreiben oder sie bleibt einfach dran. Schließlich essen wir dieses junge Gemüse nach dem Garen am liebsten mit der Schale.

Schnell verspeisen

Ihre Dünnhäutigkeit macht die Babyknollen jedoch auch sehr empfindlich. Maximal zwei Wochen sind sie haltbar, bei kühler und trockener Lagerung. Herbstkartoffeln können wir einkellern und von ihnen können wir den ganzen Winter zehren. Bei den Frühchen ist das anders. Wir dürfen sie schnell verspeisen. Sind sie da, sind sie weg – und sie schmecken einmalig.

Junges Gemüse, leichter Genuss

Wegen ihres feinen, nussig-milden Aromas passen sie perfekt in die leichte Sommerküche. Neben Spargel und Erdbeeren – die zeitgleich reif sind – bilden Frühkartoffeln das dritte Highlight der Saison: vielseitig in der Zubereitung, supergesund und echte Schlankmacher. 100 Gramm Kartöffelchen haben gerade mal 75 Kalorien und kaum Fett, denn sie bestehen zu 80 Prozent aus Wasser. Hinzu kommen langkettige Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die lange satt machen, ebenso hochwertiges, muskelaufbauendes Eiweiß, immunstärkendes Vitamin C und entwässerndes Kalium. Ein Tipp: Gekochte und abgekühlte Frühkartoffeln vom Vortag bilden wertvolle resistente Stärke, die besonders gutes Futter für den Darm darstellt. Sie bringt die Verdauung in Schwung, hält den Blutzuckerspiegel konstant und kann sogar beim Abnehmen helfen.

Annabelle, Augusta & Co.

Die beliebtesten Frühkartoffelsorten heißen übrigens Annabelle, Friesländer und Augusta. Wie bei ihren späten Schwestern gibt es auch unter den „Frühen“ festkochende, vorwiegend festkochende und mehlige Sorten jeweils in den Farben Weiß, Gelb und Orange, Rot, Violett bis fast Schwarz. Für alle Erdäpfel gilt: Haben sich grüne Stellen oder Keime gebildet, nicht mehr essen. Denn darin bildet sich giftiges Solanin, das zu Gesundheitsproblemen führen kann. Ein Grund mehr, Frühkartoffeln zu ernten oder zu kaufen und schon bald zu genießen – ob raffiniert als Spirale am Spieß, deftiges Gratin oder klassisch im sommerlichen Picknick-Salat.

PS:

  • Frühkartoffeln haben weniger Stärke als späte Sorten und sind daher schneller gar.
  • Im 17. Jahrhundert brachten spanische Seefahrer die erste Kartoffelpflanze aus Südamerika nach Europa. Weltweit gibt es etwa 3.000 Kartoffelsorten. 200 sind in Deutschland zugelassen.
  • 63,5 Kilo Kartoffeln isst hierzulande jeder von uns – das ist der höchste Pro-Kopf-Verbrauch seit zwölf Jahren. [Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung]
  • US-Forscher haben festgestellt: Regelmäßiger Verzehr von blauen Kartoffeln kann helfen, den Blutdruck zu senken.
  • Mehr Artikel rund um das Thema Ernährung hier im Flora-Blog

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Bild vom Cover des "Naturheilkunde & Gesundheit" Heftes 06/26, aus dem der Text zu diesem Artikel stammt. Der Verlag hat uns die Nutzung freundlicherweise genehmigt.
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