Neues Organ – und jetzt?
Wenn die Leber, das Herz oder ein anderes Organ die Arbeit einstellt, ist der Ersatz manchmal unumgänglich. Ein Eingriff, der Leben retten kann, aber engmaschige langfristige Betreuung erfordert. Auch die Vor-Ort-Apotheke bietet Unterstützung.
Die Transplantation eines Spenderorgans beeinflusst das Leben der Empfänger sehr. So ist die dauerhafte Einnahme von Medikamenten erforderlich, um zu verhindern, dass der eigene Körper das neue Gewebe abstößt. Denn eigentlich ist es eine normale Reaktion unserer Immunabwehr, Fremdkörper zu erkennen und „unschädlich“ zu machen – was sie in diesem Fall natürlich keinesfalls tun sollte. Und damit dies nicht geschieht, verordnen die behandelnden Mediziner sogenannte Immunsuppressiva; sie unterdrücken das Immunsystem zum Schutz des Transplantats. „Eine unumgängliche Maßnahme, die jedoch mit verschiedenen Herausforderungen einhergeht“, weiß der Apotheker und Präsident der Landesapothekerkammer Hessen, Dr. Christian Ude. Er empfiehlt Betroffenen deshalb, unbedingt die Vor-Ort-Apotheke aufzusuchen: „Sie haben Anspruch auf die sogenannte pharmazeutische Dienstleistung, kurz pDL, nach Organtransplantation; hiermit kann das Apothekenteam einen echten Mehrwert leisten.“
Vertrauen & Verständnis
Der Darmstädter ist Fachapotheker für Arzneimittelinformation und erklärt, was es mit dem apothekenexklusiven Angebot auf sich hat: „Menschen, die Immunsuppressiva einnehmen, müssen dies sehr diszipliniert tun. Der Erfolg der Therapie steht und fällt ja am Ende damit, dass die Patienten genau bei ihrer Medikation bleiben. Daher liegt der Schwerpunkt dieser pharmazeutischen Dienstleistung darauf, die Compliance zu fördern, also die gewissenhafte Umsetzung der Einnahme.“ Die pDL hilft einerseits dabei, den Überblick über sämtliche Arzneimittel zu bewahren. Aber nicht nur das: Durch die Optimierung der Medikation lässt sich auch die Verträglichkeit verbessern; spezifische Wechsel- und Nebenwirkungen, die bei der Gabe von Immunsuppressiva häufig auftreten, können reduziert werden. Organtransplantierte, die das Angebot nutzen möchten, vereinbaren hierfür einen Gesprächstermin in ihrer Vor-Ort-Apotheke. „Zu diesem bringen Sie dann sämtliche Medikamente mit, die Sie einnehmen. Dann machen wir zunächst eine Bestandsaufnahme, sowohl was die Arzneimittel angeht, als auch bezüglich Ihres Befindens“, erklärt der Apotheker. Wichtig sei Offenheit, führt der Pharmazeut aus: „Legen Sie wirklich die Karten auf den Tisch und führen Sie nicht nur verschriebene Arzneimittel auf, sondern alles, was Sie noch zusätzlich nehmen, etwa Schmerz- oder Nahrungsergänzungsmittel.“ Auch die individuellen Lebensumstände sollten Sie vertrauensvoll und ehrlich mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker besprechen. Alle Informationen werden dann im Anschluss vom Fachpersonal ausgewertet.
Beschwerden & Besserung
„Was bei dieser Analyse herausgekommen ist, präsentiert der Pharmazeut bei einem Folgetermin“, erläutert der Apotheker. Bei diesem Treffen erhalten Sie dann einen aktuellen Medikationsplan mit Fokus auf den Immunsuppressiva und Tipps zur Einnahme, bezogen auf Ihre individuellen (Lebens-)Gewohnheiten. So lassen sich etwaige unerwünschte Begleiterscheinungen der Behandlung manchmal bereits durch einfache Änderungen, beispielsweise des Einnahmezeitpunkts, minimieren. Das Ergebnis: mehr Lebensqualität! Auch an die überwiegende Mehrheit der Menschen, die sich mit dem Thema Organtransplantation bisher nicht beschäftigen mussten, hat unser Experte ein Anliegen: „Es kann jeden von uns treffen! Deshalb sollten wir auch alle entscheiden, wie wir zur Organspende stehen – und diese Entscheidung durch einen Ausweis sichtbar machen.“ Das Dokument gibt’s übrigens kostenlos, unter anderem in Ihrer Apotheke.
Sprechen Sie uns gern auf das Thema an und lassen Sie sich von uns ganz individuell beraten.

