Hier brüht Ihnen was

Beutel in die Tasse, Wasser dazu – fertig?

Guter Tee geht anders! So holen Sie das Beste aus ihm heraus.

Es geht darum, die wertvollen Inhaltsstoffe der Teedrogen, also der Blätter, Wurzeln oder Blüten, im Wasser zu lösen und damit optimal für die Gesundheit nutzen zu können.

Nachdem wir unseren Flora-Entspannungstee vorgestellt haben, gab es viele Nachfragen, so dass wir uns dem optimalen Aufbrühen / Zubereiten von Tee nochmals annehmen möchten. Weitere Artikel rund um Tee finden Sie auch hier über die Suchfunktion.

Genau genommen gibt es drei verschiedene Zubereitungsarten.

1. Abkochung (Dekokt)

Dabei sollen möglichst viele Substanzen aus eher harten Teedrogen wie Hölzern, Rinden und Wurzeln gewonnen werden. Dazu die Pflanzenteile in kaltes Wasser geben, zum Sieden bringen und fünf bis zehn Minuten kochen. Anschließend durch ein Sieb abseihen und eventuell mit Wasser auffüllen.

2. Aufguss (Infus)

Diese gängigste Methode ist für zerkleinerte Pflanzenteile wie Blätter, Blüten und Kräuter perfekt geeignet. Die Zutaten in ein Teesieb füllen und mit kochendem Wasser übergießen. Deckel drauf und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Hin und wieder umrühren, das kann die Konzentration der Inhaltsstoffe im Wasser erhöhen. Teesieb entfernen oder den Aufguss abseihen.

3. Kaltauszug (Mazerat)

Die richtige Wahl, wenn die wirksamen Inhaltsstoffe hitzeempfindlich sind. Das gilt etwa für Zutaten wie Eibischwurzel, die zusätzlich viele Stärke- oder Schleimstoffe enthalten. Diese können sonst aufquellen und so die Freisetzung der gewünschten Wirkstoffe beeinträchtigen. Auch Arzneidrogen wie Spitzwegerich, in denen viele Gerbstoffe stecken, lieber kalt ansetzen. Dann gehen weniger dieser Stoffe ins Wasser über und das Ergebnis ist schonender für die Magenschleimhaut. So geht’s: Pflanzenteile mit kaltem Wasser übergießen und bei Raumtemperatur einige Stunden ziehen lassen. Dann durch ein Sieb abseihen und kurz vor dem Trinken erhitzen.

Korrekte Ziehzeit

Die meisten Arznei- und Kräutertees werden mit sprudelnd kochendem Wasser (siehe auch unten) übergossen und brauchen zwischen fünf und zehn Minuten Ziehzeit. Sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide aus Birkenblättern das Wunschobjekt der Teezubereitung, darf es etwas länger sein.

Beutel oder lose?

Arzneitees gibt es im Beutel oder als lose Mischung. Beides hat Vorteile. Mit einem Teebeutel erreichen Sie ganz einfach eine optimale, vom Hersteller geprüfte Zusammensetzung und Dosierung. Bei losen Teezutaten dagegen können die einzelnen Bestandteile größer sein als in einem Teebeutel. Wie stark die Zutaten zerkleinert sind, hat nämlich Auswirkungen auf das Ergebnis. So können Blätter, Blüten und Kräuter in relativ groben Stücken, Wurzeln und Rinden fein geschnitten und Samen im Ganzen oder lediglich gequetscht verwendet werden. Hier liegt jedoch das Mischungsverhältnis und Dosieren in den Händen der Anwender.

Frische Kräuter

Wer eigene Kräuter wie Salbei oder Thymian zur Verfügung hat, kann selbstverständlich daraus einen Teeaufguss zubereiten. Dazu Blätter oder ganze Stängel frisch ernten, vorsichtig säubern und mit kochendem Wasser aufgießen. Nach zehn bis fünfzehn Minuten abseihen. Kräutertee können Sie als Heilmittel bei Alltagsbeschwerden verwenden. Anleitungen zur richtigen Dosierung und zum idealen Mischungsverhältnis finden Sie auch hier im Blog. Fertige Produkte bekommen Sie natürlich auch bei uns in der Flora Apotheke.

Deckel drauf

Bei manchen Teezubereitungen stehen ätherische Öle im Mittelpunkt, beispielsweise bei Anis oder Fenchel. Sie werden während der Ziehzeit abgedeckt, um die leicht flüchtigen Bestandteile im Gefäß zu halten. Wird der Deckel entfernt, das Kondenswasser vom Deckel wieder zurück ins Teewasser schütteln.

Grundausstattung für die Tee-Küche

  • Gut schließende Teedosen,
  • Messlöffel und Küchenwaage,
  • Wasserkocher,
  • Teekanne aus Keramik oder Glas, mit Deckel,
  • Teesieb oder -filter,
  • Teeglas oder -tasse.

Herstellerangaben

Unser Tipp: Beachten Sie die Empfehlungen zu Dosierung und Zubereitung des Herstellers. So erhalten Sie immer ein optimales Ergebnis.

Nur ein Beispiel: Vielleicht haben Sie auf Ihrer Teepackung auch schon mal den Hinweis „…nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel“ bemerkt? Was steckt dahinter? Gerade bei Kräuter- und Früchtetees ist es möglich (bei allen Herstellern, in allen Preislagen), dass darin Keime enthalten sind, die nur unter Verwendung von sprudelnd kochendem Wasser (100°C) komplett abgetötet werden. Bei der Verwendung von Teeautomaten, die oftmals nur etwa 80°C erreichen, können diese eventuell überleben und für Kleinkinder oder gesundheitlich vorbelastete Personen ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Tipps zur korrekten Anwendung von Arzneitee erhalten Sie auch in Ihrer Apotheke.

Gern beantworten auch wir Ihre Fragen, sprechen Sie uns einfach an.

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Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.