Beeren-Apotheke: Kugelrund und kerngesund

Beeren sind die Perlen des Sommers. Die kleinen, runden Früchtchen sind das Leckerste, was die heimische Natur jetzt zu bieten hat. Ob rot, ob blau – in allen Farben leuchten sie bald wie Juwelen von den Obststräuchern und verführen zu einem säuerlich-süßen Genuss, der es in sich hat. An guten Inhaltsstoffen sind sie kaum zu übertreffen. Johannisbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren gelten daher als die Gesundmacher der Saison. Diese Beeren verleihen Bärenkräfte. Was macht sie für uns so „unentbeerlich“?

Von Stefanie Happ

 

Johannisbeere (Ribes)

Rote Johannisbeeren (Ribes rubra) sind die wohl bekanntesten ihrer Art. Es gibt die Ribiseln, wie man in Österreich sagt, aber auch in Weiß und in Schwarz. Ihre Farben sind nicht ihre einzigen Unterschiede. Sie variieren zusätzlich in ihren Aromen und Inhaltsstoffen. Rote Beeren schmecken säuerlich. Im Vergleich sind die weißen Varianten (Ribes sativa) mild.

Die schwarzen Johannisbeeren (Ribes nigra) hingegen sind herb auf der Zunge. Sie sind die Kräftigsten und die Gesündesten zugleich. Sie haben besonders wirkungsvolle Pflanzenstoffe, sogenannte Anthocyane. Diese sind zum einen für die edle Dunkelfärbung verantwortlich, zum anderen unterstützen sie die Gesundheit in herausragendem Maß. Schwarze Johannisbeeren wirken entzündungshemmend und können die Zellen im Körper vor schädlichen Einflüssen schützen. Mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt sind sie ein Turbo für das Immunsystem. Darüber hinaus haben Anthocyane einen schützenden Effekt auf die Gefäße, besonders im Augenbereich, vgl. hierzu auch den Safranartikel bei uns im Blog.

Besonders Sportler schwören auf schwarze Johannisbeeren, weil diese Früchtchen schnelle Energie liefern. Sie enthalten reichlich Eisen, was den Sauerstofftransport im Blut antreibt und gleichzeitig durch radikalfangende Eigenschaften das vermehrte Auftreten von Sauerstoffradikalen während der Belastung reduziert. Viel Magnesium hilft den Muskeln auf die Sprünge. Schwarze Johannisbeeren sind kleine Kraftpakete, die obendrein für eine schlanke Linie sorgen. Ihre Vitamine und Mineralstoffe aktivieren den Stoffwechsel und kurbeln die Fettverbrennung im Körper an, was gut für Herz und Kreislauf ist. Die tief-violetten Fruchtperlen haben kaum Kalorien, enthalten dafür viele Ballaststoffe, die lange satt machen und die Verdauung in Schwung bringen. Wer einen „Beerenhunger“ hat, kann also beherzt zugreifen. Schwarze Johannisbeeren haben von Juni bis August Saison. In der Apotheke gibt es sie das ganze Jahr hindurch in Form von Direktsaft aus erster Pressung.

 

Himbeere (Rubus idaeus)

Himbeeren zählen zu den beliebtesten Sommerfrüchtchen überhaupt. Wenn sie so schön rot und reif sind – so wie jetzt zwischen Mai und Oktober – haben sie auf alle Naschkatzen eine geradezu magische Anziehungskraft. Pflanzenkenner haben schon vor sehr langer Zeit ein Auge auf die Himbeersträucher geworfen. Hildegard von Bingen war im 12. Jahrhundert eine der Ersten, die die Heilkraft der Himbeere erkannte und aus ihr einen tiefroten Saft braute, der bei fiebrigen Viruserkrankungen helfen sollte. Heute weiß man über die inneren Werte der samtig-weichen Superbeere noch einiges mehr.

Himbeeren enthalten von Natur aus viel Eisen und haben somit blutbildende und blutreinigende Eigenschaften. Weil sie vor Vitamin C nur so strotzen, stimulieren sie das Immunsystem und können vor Atemwegserkrankungen und Blaseninfektionen schützen. Himbeeren haben eine leicht entwässernde Wirkung und sind dabei reich an Ballaststoffen. Beim Abnehmen können Himbeeren eine leckere Unterstützung sein. Auch wenn sie süß schmecken, haben Himbeeren erstaunlich wenig Fruchtzucker. Sie können den Insulinspiegel positiv beeinflussen und sind daher für Diabetiker gut geeignet.

Die Früchte stecken voller gesunder Inhaltsstoffe, aber die Blätter haben ebenso Hochachtung verdient. In der Frauenheilkunde werden Himbeerblätter beim prämenstruellen Syndrom (PMS) und Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Arzneitees mit Himbeerblättern sind in der Apotheke erhältlich. Der Ur-Saft aus den Früchten für ein „beerenstarkes“ Immunsystem natürlich auch.

Wegen der immunfördernden Effekte gibt es übrigens auch begleitende Ernährungsempfehlungen bei Krebserkrankungen.

 

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Blaubeeren, Heubeeren und Moosbeeren. Heidelbeeren haben viele Namen und mindestens ebenso viele gute Eigenschaften. [Anm.: Die meisten im Handel erhältlichen Kulturheidelbeeren stammen nicht von der in Europa heimischen Heidelbeere ab, sondern von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) sowie weiteren nordamerikanischen Arten. Sie erzeugen keine Blaufärbung im Mund, da ihr Fruchtfleisch hell ist, sofern sie unverarbeitet verzehrt werden. Es hat sich in einigen Gegenden dennoch eingebürgert, diese Beeren als Blaubeere zu bezeichnen und damit von der wildwachsenden und schmackhafteren Heidelbeere zu unterscheiden]. Sie enthalten Polyphenole. Das sind Pflanzenstoffe, die sie zu echten Powerbeeren machen. Polyphenole wirken gegen Bakterien, Viren und Pilze im Körper. Die körpereigene Abwehr bekommt einen Kick, weil Heidelbeeren viel Vitamin C enthalten. Hinzukommen Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Kalium, die für stabile Knochen sorgen, für fitte Muskeln und für starke Nerven. Enthalten sind auch Carotinoide, die bekanntlich gut für die Augen sind. Auch die Haut profitiert. Denn die blauen Früchtchen enthalten die Pflanzenfarbstoffe Anthocyane, die – zusammen mit Vitamin C – die Produktion von Kollagen fördern und somit Falten glätten sollen. Wer diese herb-süßlich schmeckenden Beeren genießt, erlebt also sein blaues Wunder.

In frischer Form bringen sie die Verdauung in Schwung. Wenn die Beeren getrocknet sind, haben sie auf die Darmschleimhaut eine besonders heilsame Wirkung und hemmen gleichzeitig Problemkeime bzw. absorbieren deren Giftstoffe. Denn beim Trocknungsverfahren bilden sie viele Gerbstoffe aus. Solche Pflanzenwirkstoffe können erwiesenermaßen von Durchfallerkrankungen befreien und Entzündungen lindern. Heidelbeeren gibt es als Muttersaft und als Tee in der Apotheke. In der Natur reifen sie von Juni bis September.

Mehr über die Heidelbeere: Blaubeeren, ein Adjuvans für die Strahlentherapie?

Mit Sicherheit gut beraten, in Ihrer Apotheke. Sprechen Sie uns gern unverbindlich an.

 
 

7 Fragen zu Sommerbeeren

Beeren machen bärenstark. Was steckt in den kleinen Powerperlen? Dieser Test verrät es Ihnen.

1. Frage:  Johannisbeeren gibt es in vielen Farben. Welche Sorte gilt als die gesündeste?

M – rote Johannisbeere

S – weiße Johannisbeere

R – schwarze Johannisbeere

2. Frage:  Wie heißen die Pflanzenstoffe, die den schwarzen Beeren ihre Dunkelfärbung verleihen?

I – Anthocyane

A – Arbutine

E – Amphetamine

3. Frage:  Heidelbeeren haben viele Namen. Wie lautet einer davon?

B – Blaubeeren

S – Lilabeeren

R – Fliederbeeren

4. Frage:  Blaubeeren enthalten Polyphenole. Wogegen wirken diese Pflanzenstoffe?

I – Bakterien, Viren und Pilze

L – Läuse, Flöhe und Zecken

T – Schimmel, Staub und Stockflecken

5. Frage:  Wie schmecken schwarze Johannisbeeren?

P – scharf

S – herb

R –  bitter

6. Frage:  Bei welchen Beschwerden können getrocknete Heidelbeeren gut helfen?

A – Schlafstörungen

U – Gedächtnislücken

L – Magen-Darm-Probleme

7. Frage:  Warum sind Himbeeren für Diabetiker besonders gut geeignet?

N – Weil sie wenig Fruchtzucker enthalten.

Z – Weil sie sich samtig-weich anfühlen.

G – Weil sie von Mai bis Oktober Saison haben.

 

Haben Sie alles gewusst?

Dann reihen Sie die Großbuchstaben vor jeder richtigen Antwort aneinander. So erhalten Sie das Lösungswort.

Tipp: Gesucht ist die Bezeichnung für die Johannisbeere, wie sie in Bayern und in Österreich geläufig ist.

Wir werden das Lösungswort 7 Tage nach Artikelveröffentlichung hier ergänzen… Schauen Sie wieder rein.

 
 

naturheilkunde-und-gesundheit-cover-06-2020
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.