Fibromyalgie – Ein Schmerz mit 1000 Gesichtern

Fibromyalgie ganzheitlich behandeln
Nach der jahrelangen Odyssee von einem Arzt zum anderen ist eines geblieben: der unerträgliche Schmerz. Nicht nur die Erkrankung selbst belastet die Patienten, sondern auch die Prognose. Denn Fibromyalgie gilt in der Schulmedizin als unheilbar. Aus naturheilkundlicher Sicht kann die Sache anders aussehen.

Schmerzen – immer und überall am ganzen Körper.
Ein unerträgliches Ziehen in allen Muskeln, Gelenken und Sehnen. Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die den Patienten ihre Lebensqualität raubt. Ein Teufelskreis aus Schmerz, Stress, Erschöpfung und Schlafstörungen. Außerhalb der Schulmedizin gibt es komplementäre Therapiemöglichkeiten, die die Ursachen aufdecken und eine Regeneration einleiten können. Der Heilpraktiker und Entspannungstherapeut Klaus Krebber aus Sonsbeck am Niederrhein kennt natürliche Heil- und Regulationsverfahren. Besonders wichtig ist ihm die Individualität der Behandlungsstrategie. Denn Fibromyalgie hat viele Gesichter. Und keine Krankengeschichte gleicht der anderen.

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Im Interview: Klaus Krebber, Heilpraktiker und Entspannungstherapeut

 

Was zeichnet diese komplexe Erkrankung aus?
Der Begriff „Fibromyalgie“ ist eine Zusammensetzung aus drei Wortteilen (fibra [lat.] =Faser, mys [gr.] =Muskel, álgos [gr.] =Schmerz). Gemeint sind Faserstrukturen des Körpers wie Bänder, Sehnen und Muskelhüllen in ihrer Schmerzhaftigkeit. Es handelt sich bei der Erkrankung also um einen teilweise generalisierten Faser-Muskel-Schmerz mit wechselnden Lokalisationen im Bereich der Muskulatur und der Gelenke. Die Symptome äußern sich auf unterschiedliche Art und Weise, was eine treffende Diagnose anfangs schwierig macht. Begleitsymptome reichen von Müdigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Morgensteifigkeit, Verdauungsstörungen und Wetterfühligkeit bis hin zu Schwellungsgefühlen an Händen, Füßen und im Gesicht. In der Schulmedizin wird Fibromyalgie auch Weichteilrheumatismus oder Myofasziales Schmerzsyndrom genannt. Oft wird die Erkrankung aber auch als Befindlichkeitsstörung oder als psychosomatisches Phänomen abgetan.

 

Gibt es etwas, was Fibromyalgie-Patienten gemeinsam haben?
Patienten beschreiben oft einen langen und unbefriedigenden Beschwerdeverlauf. Sie fühlen sich mit ihren Schmerzen nicht ernst genommen. Es ist mir sehr wichtig, anzuerkennen, dass ein Patient zwei stetige Begleiter hat: die Krankheit, die den Körper zerstört, und der Schmerz, der die Seele krank macht. Aus Sicht der Naturheilmedizin kann nur eine ganzheitlich wirksame Therapie helfen, die den Ursachen der Schmerzerkrankung auf den Grund geht.

 

Was hat es mit „tender points“ auf sich?
Hier handelt es sich um 18 Druckpunkte, die über den Körper verteilt zu finden sind. „Tender points“ dienen der Differenzialdiagnostik. Therapeuten überprüfen so die Schmerzempfindlichkeit. Wenn der Patient in 11 von 18 Fällen einen Druckschmerz spürt, erhärtet sich der Verdacht auf Fibromyalgie. Selbstverständlich sind noch weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich. Ich wende eine manuelle Schmerzpunktpressur auch an schmerzhaften Druckpunkten an, was dazu führt, dass sich die vorher vorhandene Schmerzintensität deutlich reduziert.

 

Worin unterscheidet sich die schulmedizinische von der naturheilkundlichen Behandlung?
In der Schulmedizin steht die zielgenaue Behandlung einzelner Symptome im Vordergrund. An erster Stelle zu nennen ist der Einsatz schmerzreduzierender Medikamente, gefolgt von Antidepressiva, Psycho- und Physiotherapie. Wir Naturheilmediziner gehen anders vor. Im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie steht oft eine Milieusanierung mit begleitender Ordnungstherapie im Mittelpunkt. Ich verfolge das Motto „Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“ Demzufolge ist es wichtig, dass die Kommunikation zwischen den Zellen wieder ungehindert fließen kann und Ordnung im gesamten Körper geschaffen wird. Auch auf der emotionalen Ebene und in seiner Selbstwahrnehmung sollte der Mensch im Einklang sein. Das unmittelbare Umfeld mit Familie, Arbeit und sozialen Kontakten spielt ebenfalls eine Rolle.

 

Was gehört im Einzelnen zur ganzheitlichen Fibromyalgie-Behandlung dazu?
Die Grundlage für ein gesundes Milieu ist die Darmsanierung, kombiniert mit einem Ausleitungs- und Entgiftungsverfahren. Entzündungshemmende Maßnahmen gehören dazu, ebenso wie die Stabilisierung des Immunsystems, ein Säure-Basen-Ausgleich und die Behebung von Nährstoffdefiziten. Ernährungsberatung ist immer ein Teil der ganzheitlichen Therapie. Nicht zu vergessen ist die Regulierung des Hormonsystems. Als manuelles Naturheilverfahren kann die Cranio-Sacral-Therapie angewendet werden oder die Schmerzpunktpressur. Fibromyalgie-Patienten haben oft über viele Jahre ein chronisches Beschwerdebild entwickelt. In einer naturheilkundlich ausgerichteten Ordnungstherapie ist das Erreichen einer positiven Lebensveränderung das Ziel. Es geht dann um Stressabbau, Entspannungsverfahren, Überprüfen der Selbstwahrnehmung und des Selbstwerts. Häufig stecken negative Gefühle und Glaubenssätze mit hinter der Erkrankung. Hier hat sich die medizinische Heilhypnose bewährt.

 

Besteht eine Aussicht auf Heilung?
Zunächst geht es um eine Verbesserung der Schmerzsituation, die mithilfe all dieser Naturheilverfahren relativ schnell erreicht werden kann. Manche Patienten reagieren mit einer kurzzeitigen Verstärkung ihrer Symptome, was dem Aspekt zugrunde liegt, dass ein chronischer Verlauf vom körpereigenen System aktiviert wird. Doch wenn Patienten spüren, dass es von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser wird, kehren automatisch Lebensfreude und Lebenslust zurück. Menschen können ihren eigenen Lebensweg wieder aktiv gestalten.

 

Was kann jeder Fibromyalgie-Patient selbst tun, um seine Symptome dauerhaft zu verbessern?
Ganz wichtig bei einer Fibromyalgie-Erkrankung ist die regelmäßige Bewegung. Das Training ist auf Spannungsabbau und Schmerzreduktion ausgerichtet. Es dauert nur 30 Minuten, sollte aber 2-3-Mal in der Woche durchgeführt werden. Es kann Schwimmen, Nordic Walking oder Fahrradfahren beinhalten, Yoga, Qigong oder Progressive Muskelentspannung. Es geht nicht um Leistung, sondern um die Freude an der Bewegung. Das Training in der freien Natur fördert zudem den körperlichen sowie den seelischen Ausgleich. Meditation und Autogenes Training können helfen, aus dem Teufelskreis der Schmerzhaftigkeit auszubrechen. Weitere Maßnahmen sind eine basische Ernährungsweise und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2-3 Liter stilles Wasser am Tag). Eine positive Lebenshaltung erreichen Patienten, wenn sie soziale Kontakte pflegen und lernen, auch mal Nein sagen zu können. Ein tibetisches Sprichwort sagt: „Lasse die Krankheit kein Land gewinnen. Baue um dich herum glückliche Gedanken wie Verteidigungswälle auf.“

 

Kann auch die Apotheke helfen, Fibromyalgie zu überwinden?
Apotheken können in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit verlässliche Partner sein. Sie übernehmen eine wichtige Beratungs- und Kontrollfunktion. Im persönlichen Gespräch können Apotheker gezielte Fragen stellen, um Patienten auf sanfte Alternativpräparate aufmerksam zu machen. Besonders chronisch kranken Menschen ist oft nicht bewusst, welche hocheffektiven Naturheilpräparate zur Verfügung stehen. Naturheilverfahren setzen an der Wurzel der Erkrankung an, was hilfreich ist, eine langfristige Verbesserung aller Symptome zu erzielen, die mit der Fibromyalgie in Verbindung stehen.

 

 

Sprechen Sie uns an und fragen Sie nach naturheilkundlichen Präparaten zur Schmerzlinderung bei Fibromyalgie. Wir beraten Sie gern und auf Ihre persönliche Symptomatik abgestimmt.

 

 

Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.