Gewürze machen glücklich

Diese exotischen Zutaten duften nach Weihnachten und schmecken nach Geborgenheit.
Von Stefanie Happ

Von A wie Anis bis Z wie Zimt. Wir alle kennen diese klassischen Gewürze, die in die Weihnachtsküche gehören wie die Kugeln am Baum. Sie verleihen Gerichten ein unverkennbares Aroma. Auf der Zunge lösen sie ein Geschmacksfeuerwerk aus und sind obendrein Balsam für die Seele. Denn diese Beigaben zum Verfeinern von Speisen und Getränken zeigen ihre Wirkungen. Die Gewürze fürs Gemüt lernen Sie hier einmal genauer kennen.

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Anis

Duftet süß, schmeckt ähnlich wie Lakritz und darf im Weihnachtsgebäck nicht fehlen. Im Tee dient Anis als Geschmacksverbesserer und hat obendrein Heilkräfte für Körper und Seele. Denn Anis beruhigt die Nerven und wärmt das Gemüt. Seine Samen enthalten ätherische Öle, die bei Husten schleimlösend und auswurffördernd wirken. Bei Verdauungsproblemen sind sie krampflösend und blähungswidrig. Anis ist mehr als ein Gewürz. Es gibt ihn als Arzneitee in der Apotheke und er ist in Erkältungskapseln und Halsbonbons enthalten.

Kardamom

Kardamom ist kostbar. Er gehört zu den exklusivsten und teuersten Gewürzen der Welt. Im Orient – da, wo er herkommt – gilt er als Aphrodisiakum. Angeblich soll er die Manneskraft lustvoll steigern. Mit seiner durchblutungsfördernden Wirkung kann er bei Frauen Krämpfe lösen und Regelschmerzen lindern. Diese heilsame Wirkung stammt von seinen ätherischen Ölen, die zudem die Magen- und Gallensaftproduktion anregen und so den Appetit steigern. Kardamom ist ein unverzichtbares Spekulatius-Gewürz, ist aber auch in manchen Naturarzneien zur sanften Behandlung von Magen-Darm-Problemen enthalten.

Muskat

Schon Mini-Mengen verleihen deftigen ebenso wie süßen Speisen das gewisse Etwas. Muskat schmeckt schärfer als Pfeffer und sollte nicht bloß deshalb sehr gering dosiert werden. In größeren Mengen hat er eine halluzinogene Wirkung und kann gesundheitliche Schäden hervorrufen. Sparsam verwendet beruhigt er die strapazierten Nerven und hat krampflösende Eigenschaften. In seinem arabischen Herkunftsgebiet nutzt man ihn als verdauungsstärkendes Mittel.

Nelke

Ob im Lebkuchen oder im Apfel-Rotkohl. Die Gewürznelke gibt vielen weihnachtlichen Traditionsgerichten ein intensives Aroma. Ihren süßlichscharfen Geschmack hat sie von ihrem Eugenol. Dieses stark wirksame ätherische Öl macht die Nelke zur Top-Heilerin unter den Gewürzen. Sie gilt als natürliches Antiseptikum, das Schmerzen lindert und Entzündungen hemmt. Klassischer Tipp bei Zahnweh: Auf eine Nelkenknospe beißen, so werden ihre betäubenden Inhaltsstoffe frei. Auf das Gemüt hat sie eine stimmungsaufhellende Wirkung.

Vanille

Im Weihnachtsstress? Dann schnuppern und schmecken Sie Vanille. Das betörende Aroma lässt Hektik vergessen – Heißhunger übrigens auch, weil es die Lust auf Süßes dämpft. Gleichzeitig soll es das Verlangen nach körperlicher Nähe steigern. Neben dieser aphrodisierenden Wirkung galt die Schote schon bei den Azteken als Frauenmittel, weil sie bei Menstruationsbeschwerden helfen soll. Als Gewürzzutat versüßt uns die Vanille in Kipferln und Pudding die Weihnachtszeit.

Zimt

Einfach himmlisch! Mit seinem feinsüßlichen Geschmack und der blumigen Note ist Zimt eines der beliebtesten Gewürze überhaupt – auch wegen seiner entspannenden Wirkung. In stressigen Zeiten und bei allgemeiner Erschöpfung gibt Zimt ein wärmendes Gefühl von Geborgenheit. Ein nervöser Magen kommt mit Zimt zur Besinnung und kann fettige Speisen leichter verdauen. Wichtig ist, den „richtigen“ Zimt zu verwenden. Nur der echte Ceylon-Zimt hat den Ruf, den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen zu können. In der Apotheke gibt es pharmazeutische Zubereitungen, die Zimt enthalten, zum Beispiel Verdauungstropfen. Genießer greifen jetzt im Advent ohnehin zu den Zimtsternen.

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Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Naturheilkunde & Gesundheit” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.