Kräutersträuße – 7 Pflanzen für die Liebe

Ein schöner Brauch für die Hochzeit: Kräuter im Brautstrauß. Stefanie Happ erklärt, wie sie der Liebe die passende Würze geben.

Blumen für die Braut. Warum nicht auch Kräuter?

Früher war das so üblich. Denn ganz bestimmten Heilpflanzen sagt man seit jeher eine starke Symbolkraft nach. Wir haben allen Verliebten einen Strauß gebunden und zeigen hier die sieben Kräuter für das ganz große Liebesglück.

Kornblume Kornblume (Centaurea cyanus)

Wunderschön! Wenn die Sonne am höchsten steht, blüht die königsblaue Kornblume. Diese sommerliche Feld- und Wiesenpflanze gilt als Symbol für Sehnsucht und Romantik. In der Sprache der Blumen soll sie die zwei Menschen miteinander vereinen, die zusammengehören. Die Kornblume steht unter Naturschutz. Extrakte sind in vielen Badezusätzen enthalten – für die Wanne zu zweit.

Myrte Myrte (Myrtus communis)

Das Hochzeitssymbol überhaupt. Nach alter Tradition trägt der Bräutigam einen Myrtenzweig am Revers – als Pendant zum Brautstrauß und als Zeichen der ewigen Liebe. Die immergrüne Pflanze mit den weißen Blüten gilt als Venuspflanze und ist der Liebesgöttin zugeordnet. In ihr steckt auch eine Heilwirkung. Sie soll Erkältungskrankheiten fernhalten und sogar Schmerzen stillen.

Schafgarbe Schafgarbe (Achillea millefolium)

Liebe braucht Verständnis. Wenn der Haussegen mal schiefhängt, dann soll die Schafgarbe für ein besseres Einfühlungsvermögen sorgen und den Blick für das Wesentliche schärfen: für die Liebe. Auf körperlicher Ebene wirkt diese Heilpflanze entspannend und entkrampfend. Sie schafft ein gutes Bauchgefühl, wenn einem buchstäblich eine Laus über die Leber gelaufen ist. Bitterstoffe in der Schafgarbe – in Form von Tee und Tinktur – wirken entspannend – körperlich und seelisch.

Rosmarin Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Ein Zeichen für Treue und Glück in der Liebe. Rosmarin wird auch heute noch in Blumensträuße gebunden. Der leicht aphrodisierende Duft wirkt belebend auf Geist und Körper. In der Küche gibt Rosmarin herzhaften Gerichten eine würzige Note. Als Arzneipflanze wirkt er kreislaufstabilisierend und gilt als Wachmacher. Rosmarin in Form von Aromaöl, Badeessenz oder Einreibung macht müde Männer munter – Frauen auch.

Basilikum Basilikum (Ocimum basilicum)

Ehekrach? Nicht mit Basilikum. Der aromatische Duft, der von diesem Küchenkraut ausgeht, soll für eine friedliche Atmosphäre sorgen. Seine ätherischen Öle können eine beruhigende Wirkung auf hitzige Gemüter haben. Auf körperlicher Ebene regt Basilikum den Appetit an. Liebe geht schließlich durch den Magen.

Zier-Salbei Salbei (Salvia officinalis)

Salbei gilt als eine Art Ewigkeitspflanze. Das stark duftende Heilkraut soll Ehepaaren ein langes, glückliches und gesundes Leben versprechen. Diese Symbolsprache kommt im Brautstrauß gut an. Auch die Heilwirkung überzeugt: Salbei, z.B. als Tee, ist ein Stärkungsmittel, tut dem Hals gut und kann die Schweißbildung hemmen – gut gegen nasse Achseln vor dem Traualtar. PS: Schön anzusehen ist auch der Zier-Salbei (vgl. Foto).

Beifuß Beifuß (Artemisia vulgaris)

Kinderwunsch? Dann gehört Beifuß – nach altem Brauch – unbedingt in den Brautstrauß. Dem fiederblättrigen Kraut sagt man eine aphrodisierende und fruchtbarkeitssteigernde Wirkung nach. Tatsächlich gilt Beifuß als eine starke Heilpflanze, die wärmend und entspannend bei vielen Frauenleiden wirkt. Allerdings nicht während der Schwangerschaft anwenden.

 

Was bedeutet der Brautstrauß?

Ein Brautstrauß gehört zur Hochzeitszeremonie einfach dazu. Das war nicht immer so. Erst seit der Renaissance vor vielen Hundert Jahren ist es üblich, dass die Braut mit einem Blumen- und Kräutergebinde in der Hand vor den Traualtar tritt. Das sieht hübsch aus, die Ästhetik ist aber nicht der ursprüngliche Grund. Die Pflanzen im Brautstrauß galten als Rettungsanker in jenem Moment, wenn der Hafen der Ehe in Sicht war.

Kräuter in der Hand

Trauungen fanden früher grundsätzlich in Kirchen statt. Dort wurde im Übermaß mit Weihrauch geräuchert – aus hygienischen Gründen. Die stickige Luft vertrug nicht jeder – schon gar nicht die nervöse Braut. Aufregung und Sauerstoffmangel im Doppelpack führten nicht selten zur Ohnmacht. Um die Heiratswillige vor einem Kollaps zu bewahren, bekam sie Kräuter in die Hand. Der intensive Duft, der ihr in die Nase stieg, sollte eine belebende Wirkung haben. Das Ja-Wort war gesichert. Meistens jedenfalls.

Für alle Sinne

Zum Glück brauchen wir heute keine Heilkräuter mehr im Brautstrauß, um den Kreislauf zu stabilisieren. Eine schöne Geste mit Symbolcharakter sind Rosmarin, Schafgarbe und Co. für das Hochzeitspaar dennoch. Anwendungen mit Liebes- und Arzneipflanzen finden sich für viele Lebenslagen: als ätherisches Öl zur Raumbeduftung, als Gesichtswasser für eine schöne Haut oder als Badeessenz zum Verwöhnen der Sinne. Auch als symbolische Hochzeitsgeschenke sind solche Produkte gut geeignet.

 

PS: Weitere Artikel über Kräuter & Gewürze hier im Blog.

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