Wechseljahre – Pflanzliche Unterstützung

Schluss mit Schwitzattacken und Stimmungstief! Gegen viele lästige Wechseljahres-Erscheinungen sind Heilkräuter gewachsen.

Wenn die Hormonumstellung Beschwerden und Unwohlsein auslöst, lohnt sich ein Blick in die Naturapotheke. Die Pflanzenmedizin kennt jede Menge Kräuter, die typische Begleitsymptome lindern können. Qualitativ hochwertige Präparate aus der Apotheke garantieren wirksame und sichere Dosierungen.

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Die Pflanzenhormone

Bei den sogenannten Phytoöstrogenen handelt es sich um pflanzliche Substanzen, die ähnlich wirken wie das Hormon Östrogen. Viele dieser sekundären Pflanzenstoffe haben eine vergleichbare Struktur und nutzen die gleichen Kommunikationswege im Körper wie das weibliche Sexualhormon. Andere Phytoöstrogene wirken indirekt, indem sie die Aktivität der vorhandenen Hormone beeinflussen. In beiden Fällen ist ihre Wirkung vergleichbar mit den Effekten von körpereigenem Östrogen oder synthetischem Östrogen bei einer Hormontherapie.

Der Einfluss der pflanzlichen Alternativen ist geringer als bei den echten Hormonen. Präparate mit Phytoöstrogenen enthalten daher meist Extrakte in hoher Konzentration. Von besonderer Bedeutung sind Isoflavone und Lignane. Phytoöstrogene werden nicht direkt zu Beginn der Wechseljahre eingesetzt, denn vorerst herrscht ein zeitweiliger Östrogenüberschuss im Körper. Erst wenn der Östrogenspiegel absinkt, ist die Anwendung sinnvoll. Weil einige Fragen rund um die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit für die Behandlung mit Phytoöstrogenen noch nicht vollkommen geklärt sind, ist von einer Einnahme auf eigene Faust abzuraten. Genau wie vor jeder Behandlung mit synthetischen Hormonen sollte auch in Bezug auf Phytoöstrogene eine ausführliche Beratung mit dem Arzt erfolgen. Denn Erfolgsaussichten, mögliche Nebenwirkungen sowie Auswirkungen auf individuelle Gesundheitsaspekte sollten abgeklärt sein. Ebenso, ob die Pflanzenalternativen als eigene Therapiemöglichkeit oder eher als Ergänzung zu anderen Maßnahmen einsetzbar sind.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Sie gilt als die Pflanze gegen Wechseljahresbeschwerden schlechthin. Für die Traubensilberkerze existieren die meisten wissenschaftlichen Daten. Die Inhaltsstoffe aus der Wurzel, vorwiegend Isoflavone, können mit ihren östrogenähnlichen Eigenschaften ein zwischenzeitliches Defizit dieses Hormons ausgleichen. Extrakte der Traubensilberkerze regulieren die Körpertemperatur und haben sich bei den häufigsten Begleiterscheinungen während der Wechseljahre bewährt: Hitzewallungen und Schweißausbrüche in der Nacht. Zudem hat die Heilpflanze einen ausgleichenden Effekt auf unregelmäßige, schmerzhafte Monatsblutungen, beruhigt angespannte Nerven und hilft bei Schlafproblemen. Wenn die Schleimhäute im Intimbereich trocken werden, kann Traubensilberkerze ebenfalls wirkungsvoll sein. Die Behandlung sollte etwa drei Monate lang andauern, damit ein therapeutischer Effekt eintritt.

Rotklee (Trifolium pratense) und Soja (Glycine max)

Beide Pflanzen enthalten große Mengen östrogenartiger Isoflavone. Präparate mit diesen Inhaltsstoffen können ein hormonelles Ungleichgewicht während der Wechseljahre positiv beeinflussen. Sie punkten vor allem im Kampf gegen Symptome, die an das Prämenstruelle Syndrom (PMS) erinnern: Schmerzen in Unterleib und Rücken, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen. Darüber hinaus können sie Hitzewallungen und Schweißausbrüche eindämmen. Sogar eine Ernährung mit vielen Sojaprodukten kann nach Ansicht einiger Mediziner einen ausgleichenden Einfluss auf den Verlauf der Wechseljahre nehmen.

Rhapontik-Rhabarber (Rheum rhaponticum)

Nicht unsere Gartenpflanze, sondern der Sibirische Rhabarber verbirgt in seinen Wurzeln östrogenartige Substanzen. Spezielle Trockenextrakte aus dem Knöterichgewächs können typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Erschöpfungsgefühle reduzieren.

Hopfen (Humulus lupulus)

Für viele unbekannt: Das traditionelle Beruhigungsmittel aus der Natur enthält neben entspannenden Wirkstoffen auch Phytohormone. Diese können einem sinkenden Östrogenspiegel entgegenwirken. So kann Hopfen typische Beschwerden wie Hitzewallungen und jähe Schwitzattacken bremsen. Natürlich sind die bekannten beruhigenden und schlaffördernden Bitterstoffe auch in den Wechseljahren hilfreich.

Die Ausgleichenden

Muskatellersalbei (Salvia sclarea)

Ein Hormonhaushalt im Ungleichgewicht ist das typische Einsatzgebiet dieser Heilpflanze. Die ätherischen Öle mit dem charakteristischen, krautigen Duft lösen Verspannungen und Krämpfe im Unterleib. Muskatellersalbei ist daher nicht allein bei Menstruationsbeschwerden und bei PMS-Leiden geeignet, sondern auch in den Wechseljahren. Weil es außerdem nervenstärkend wirkt, hilft es gleichzeitig gegen Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen. Muskatellersalbei ist als ätherisches Öl in der Apotheke erhältlich.

Schafgarbe (Achillea Millefolium) und Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Die zwei Lieblinge der Frauenheilkunde sind immer gefragt, wenn der Zyklus aus dem Takt gerät. Ob Regelschmerzen oder Zwischenblutungen: Präparate mit dem Kraut von Schafgarbe und Frauenmantel greifen regulierend ein. Starke Blutungen und krampfartige Schmerzen verlieren ihre Heftigkeit. Mehr Balance können sie auch in wankende Gemütslagen während der Wechseljahre bringen. Die gängigste Anwendung ist Arzneitee. Es gibt aber auch Tropfen, Saft, Tabletten und homöopathische Mittel.

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Vorwiegend bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt, kann die Heilpflanze auch in den Wechseljahren eine gute Alternative sein. Jegliche hormonellen Umstellungen sprechen auf die Wirkstoffe dieses Krauts an. Verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle aus den reifen Früchten besitzen medizinisch wirksame Eigenschaften. Insbesondere zu Anfang der Wechseljahre, wenn Zyklusbeschwerden und spannende Brüste den Hormonumbau einleiten, wird Mönchspfeffer empfohlen.

Salbei (Salvia officinalis)

Wenn die Östrogenproduktion sinkt, gerät oft die Steuerung der Körpertemperatur aus dem Lot. Wie aus dem Nichts kommt die »fliegende Hitze« mit plötzlichen Schweißausbrüchen, um kurz darauf genauso schnell wieder zu verschwinden. Gegen dieses lästige Phänomen kann Salbei helfen. Ätherische Öle und Gerbstoffe dämmen die Schweißbildung und kommen Hitzewellen zuvor. In der Apotheke erhalten Sie Salbei als Tee, Tabletten oder kühlendes Spray.

PS: Salbei stoppt Schwitzattacken – Coole Pflanze

Die Seelenstreichler

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Die klassische pflanzliche Antwort auf depressive Verstimmungen ist auch dann geeignet, wenn die Laune durch Hormonschwankungen in den Keller rutscht. Die stimmungsaufhellende Wirkung der sogenannten Lichtpflanze bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist mehrfach wissenschaftlich belegt. Johanniskraut verbessert die Konzentration von Glücksbotenstoffen wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Es erhellt düstere Gedanken, verleiht Gelassenheit und innere Ruhe. Damit eine spürbare Verbesserung eintritt, sind Extrakte aus dem Echten Johanniskraut in einer ausreichenden Dosis nötig. Hierzu werden hochdosierte Präparate mindestens drei Wochen lang eingenommen. Vorsicht bei sonnenempfindlicher Haut: Johanniskraut erhöht die Lichtsensibilität und damit das Risiko für einen Sonnenbrand. Ebenfalls abklären: In Kombination mit Arzneimitteln wie hormonellen Verhütungsmitteln oder synthetischen Antidepressiva kann das Kraut unerwünschte Wirkungen hervorrufen.

PS: Heilpflanzen für die Seele

Baldrian (Valeriana officinalis), Melisse (Melissa officinalis) und Passionsblume (Passiflora incarnata)

Bewährte Anti-Stress-Pflanzen können innere Unruhe und Schlafstörungen in den Wechseljahren mildern. Ihre sekundären Pflanzenstoffe helfen dabei, neue Ruhe zu finden, Reizbarkeit und Nervosität zu lindern. Sie lösen seelische Anspannung und Ängste. Extrakte aus Baldrian, Melisse und Passionsblume ergänzen sich in ihrer Wirkung gut. Entsprechende Präparate enthalten oft Kombinationen der bekanntesten pflanzlichen Beruhigungsmittel.

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Naturheilkunde & Gesundheit special cover-01-2020
Text mit freundlicher Genehmigung der S&D Verlag GmbH. Das komplette “special” bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke als Beilage in der “Naturheilkunde & Gesundheit”.