Augenentzündung beim Pferd durch Insekten auf der Weide

Beim sommerlichen Weidegang kommt es immer wieder zu Entzündungen der Augen aufgrund von Insekten. Der Artikel erklärt, wie Sie vorbeugen können und was im Falle einer Entzündung zu tun ist.
Bleibt Ihr Pferd gelassen stehen, ist die tägliche Augenpflege kein Problem. Bei unruhigen Pferden sollten Sie sich besser von einer weiteren Person helfen lassen, die das Pferd beim Reinigen seiner Augen am Halfter festhält.

 

Ein Artikel aus der Serie Expertenwissen von Nina Packwitz, sie ist ausgebildete Tierheilpraktikerin mit den Schwerpunkten Homöopathie, Bach-Blüten, Akupunktur und Schüßler-Salze.

 

Die Augen sind empfindliche Sinnesorgane, die vor allem beim Pferd im Sommer anfällig sind. Denn in der warmen Jahreszeit setzen sich Fliegen und andere Insekten vermehrt an die Augen und übertragen dabei Bakterien. Die Augen beginnen meist erst zu tränen, und im weiteren Verlauf bildet sich eitriges Sekret, das die Augenlider verkleben kann.

Durch Reiben oder Scheuern der gereizten Augen wird der Prozess noch verschlimmert. Die Augen sind dann gerötet und teilweise lichtempfindlich.

Kontrollieren Sie täglich die Augen auf Tränenfluss, Rötungen oder Schwellungen am Lidrand. Säubern Sie vorsichtig die Augenumgebung und die Lider mit abgekochtem Wasser und fusselfreien Wattepads (ggf. mit der Beigabe von reizminderndem sowie abheilendem Kamillenextrakt und Zitronenmelisse, die auch gleichzeitig noch den Insektenbefall reduziert), um Verkrustungen oder Schmutz zu entfernen. Pflegende Augentropfen aus Ihrer Apotheke können beruhigend auf die gereizte Bindehaut wirken. Nehmen Sie keinen Kamillentee, da dieser winzige Härchen der Blüte enthalten kann, die das Auge noch mehr reizen könnten! Lassen Sie sich beim Säubern der Augen und beim Einbringen der Augentropfen von einer weiteren Person helfen, um das Pferd gut festzuhalten und somit Verletzungen zu vermeiden. Ein Schutz durch (gut angepasste) Fliegenmasken und Fransenbänder am Halfter hat sich in den letzten Jahren als präventive Maßnahme durchgesetzt. Bei einer bestehenden Reizung oder einer Entzündung ist eine Abschirmung mit einer Maske unerlässlich, um die Augen vor zusätzlichen Bakterien durch Insektenbefall zu schützen. Des Weiteren sollten trockene Ausläufe oder Reitplätze gemieden werden, da auch Staub und Sand die Bindehäute der Augen reizen.

Sollten sich die Symptome innerhalb der nächsten 1–2 Tage nicht bessern oder sogar noch verschlimmern, muss das Pferd einem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker vorgestellt werden, um Schädigungen am Auge zu verhindern oder andere Erkrankungen auszuschließen. Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann bakteriell, viral oder durch Allergien bedingt sein. Eine Infektion mit Viren ist ansteckend und das Pferd ist von den anderen Tieren der Herde zu separieren. Einseitiger Tränenfluss und ein permanentes Zukneifen eines Auges ist ein deutlicher Hinweis auf einen darin befindlichen Fremdkörper, der sofort vom Tierarzt entfernt werden muss. Unbehandelte Augenerkrankungen, wie zum Beispiel Hornhautentzündungen, eine periodische Augenentzündung oder eine getrübte Pupille, können zu schweren Schädigungen bis hin zum Verlust des Augenlichts führen. Haben Sie die Augen Ihres Pferdes daher immer gut im Blick!

 

Tipp:

Das homöopathische Mittel Euphrasia officinalis hat sich erfahrungsgemäß bei Augenreizungen bewährt. Bei Schwellungen und Rötungen kommt Belladonna in der Homöopathie zum Einsatz und bei einer eitrigen Entzündung kann Hepar sulfuris unterstützend zur Therapie angewendet werden.

PS: Bei fleischig schorfigen Wunden hat sich Manuka-Honig mit hohen MGO-Werten als sehr hilfreich und heilend erwiesen – nach den Beobachtungen des verstorbenen „Pferdeflüsterer und Knochenbrecher“ Tamme Hanken. Er hat in schweren Fällen noch kolloidales Silber von 50 ppm tropfenweise beigegeben.

 

Lesen Sie mehr zum Thema Augenentzündungen bei anderen Tieren am Beispiel vom Hund bei uns im Blog.

Ihr Tiertherapeut oder auch wir in der Apotheke beraten Sie hierzu gern.

 

 

Unsere besten Freunde
Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette „Unsere besten Freunde“ Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.