Frisches Wiesengrün ist das beste Kaninchenfutter

Beim Anblick von frühlingsfrischem Gras schlägt jedes Kaninchenherz höher. Drohen jetzt Verdauungsprobleme?

Kaninchen lieben Frühlingswiesen. Im Gras liegen, an jedem Halm schnuppern und vor allem fressen, fressen, fressen. Grundsätzlich ist ihr großer Appetit auf Grünzeug eine gute Sache, denn ihr Verdauungstrakt braucht Beschäftigung. Die Darmmuskulatur ist weniger ausgeprägt als bei anderen Tieren, daher ist regelmäßiges Nachschieben mit neuem Futter nützlich. Die Verdauung eines Kaninchens funktioniert am besten mit viel Rohfasern, dem unverdaulichen Anteil aus Gräsern, Kräutern und Zweigen. So hält das frische Grün den Darm in Schwung.

 

Von Saskia Fechte mit eigenen Ergänzungen.

 

Mehrere Portionen füttern

Kaninchen fressen etwa 30-mal am Tag kleine Mahlzeiten. Ein abwechslungsreiches Futterangebot rund um die Uhr entspricht somit ihren Bedürfnissen. Für den Halter heißt das: Lieber mehrmals täglich kleinere Portionen geben als zweimal am Tag größere Mengen. Oder ad libitum (= nach Belieben) füttern: Frischfutter, insbesondere Gräser, Heu und Wiesenkräuter (auch Löwenzahn), in ausreichender Menge zum Sattessen zur Verfügung stellen. Dann können die Tiere selbst entscheiden, was sie wann fressen. Keine Angst vorm „Überfressen“: Kaninchen mümmeln in der Regel nur so viel, wie sie brauchen, und teilen sich ihren Vorrat ein. Für diese Fütterungsmethode ist eine Eingewöhnungsphase, in der die tägliche Ration allmählich erhöht wird, empfehlenswert.

 

Durchfall? Verdauungsprobleme?

An Zahnprobleme denken

Wenn ein Kaninchen durch Frischfutter Verdauungsprobleme bekommt, können auch die Zähne schuld sein. Gras und Gemüse, das nur unzureichend gekaut wird, fängt im Magen an zu gären. Lassen Sie regelmäßig die Zähne beim Tierarzt checken!

 

Darmflora, Entwurmung

Gerade bei freilaufenden Tieren kann sich durchaus mal die Darmflora verstellen, dann erkennbar an Durchfall, Verstopfung oder Fellproblemen. Auch hier sind wir gern behilflich bei der Wiederherstellung einer gesunden Darmflora oder Beratung zur Entwurmung, an die auch zu denken ist. Hilfe bekommen Sie natürlich auch bei Ihrem Kleintierarzt.

 

Parasitäre Erkrankung

Wenn eine nährstoffzehrende parasitäre Erkrankung bestand, ist es häufig sinnvoll, entsprechende Vitamine, Spurenelemente oder auch Mineralien zu substituieren. Hier können wir fallabhängige Pulver-Mischungen für Ihr Tier zusammenstellen, die zur leichter akzeptierten Gabe z.B. mit Kokosöl an frisches Gras „geklebt“ werden können.

 

 

Keine plötzliche Umstellung

Entscheidend für den Frühlingsstart ist, woran die Tiere gewöhnt sind. Zu einer ausgewogenen Kaninchenernährung gehört tägliches Frischfutter mit Gräsern, Kräutern und Blättern dazu – auch den Winter über. Wer seinen Lieblingen in den letzten Monaten Grünzeug von draußen serviert hat, muss zum Frühling also keine Verdauungsprobleme befürchten. Auch regelmäßiges Füttern von Blattgemüse, Küchenkräutern und Möhrengrün ist eine gute Vorbereitung auf das frische Wiesengrün. Bestand die Winterkost jedoch vorwiegend aus Heu und Trockenfutter, ist ein langsames Anfüttern mit frischem Grün der sichere Weg: Zunächst nur einige Blätter und Halme, dann eine kleine Handvoll, später größere Mengen in kleinen Portionen über den Tag verteilt. Bei der Umgewöhnung können Präparate aus der Apotheke die Darmflora unterstützen. Einmal daran gewöhnt, dürfen die Tiere auch zum uneingeschränkten Grasen auf die Wiese.

 

Nasse Wiese? Kein Problem

Viele Kaninchenhalter befürchten Gesundheitsprobleme durch das Füttern von tau- oder regennassem Gras. Diese Sorge ist unbegründet, denn für den Magen macht es keinen Unterschied, ob das aufgenommene Wasser auf dem Halm war, im Salatblatt steckt oder aus dem Trinknapf kommt. Futter, das viel Wasser enthält, ist wichtig für die Ernährung. Wildkaninchen decken nahezu ihren gesamten Flüssigkeitsbedarf mit saftigen – auch mal nassen – Wiesenpflanzen. Kaninchen, die Frischfutter gewöhnt sind, dürfen nach Herzenslust nasses Gras futtern. Idealerweise nicht morgens auf leeren Magen, sondern nachdem sie schon etwas gefressen haben. Eine weitere Voraussetzung ist, das Futter tatsächlich frisch zu pflücken und sofort zu geben. Gelagertes, feuchtes Gras beginnt rasch zu gären und kann tatsächlich gefährlich werden.

 

Tiere gut beobachten

Wie und was frisst jedes Tier? Wie klappt‘s mit der Verdauung?

Ein Blick auf die täglichen Verhaltensweisen gehört zur Aufgabe jedes Kaninchenhalters. Wer seine Schützlinge gut beobachtet, kann schnell erkennen, was zu Problemen führt und entsprechend darauf reagieren.

 

 

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Text mit freundlicher Genehmigung der S & D Verlag GmbH. Das komplette “Unsere besten Freunde” Heft bekommen Sie auch bei uns in der Apotheke.