Radtour-Apotheke

Endlich, den Schnee haben wir hinter uns gelassen und die ersten warmen Sonnentage machen Lust auf Fahrradfahren. Und Fahrradfahren ist gesund, richtig gesund. Es hat positive Wirkungen auf Herz, Durchblutung, Blutdruck, Lunge, Kondition, Atemmuskulatur, Gehirnfunktion, Gleichgewichtssinn und viele mehr. Dazu ist Radfahren auch noch verhältnismäßig gelenkschonend. Ach ja, letztlich ist man auch noch an der frischen Luft und tankt ein wenig Sonne für den Vitamin D Haushalt (Die Natur hält fit). Okay, das wissen wir ja alles schon. Was aber gilt es vor einer Radrunde zu beachten?

Egal ob im Alltag, auf einem Ausflug oder gar einem Radurlaub, die Herausforderung lautet: kleines Gepäck, wenig Gewicht aber notwendige Versorgung.

Ein erster Ansatz ist der Blick auf Dauer und Strecke. Geht es nur zum Einkaufszentrum drei Straßenecken weiter, braucht man kein Flickzeug oder gar eine Tour-Apotheke mitzuschleppen, da das Rad notfalls auch in heimische Gefilde zurückgeschoben werden kann. Bei einem Tagesausflug durch die Wälder kann es mit der Versorgungslage schon ganz anders aussehen. Was macht man dort bei einem platten Reifen, einer gerissenen Kette, einem gelösten Schutzblech oder gar bei einem heftigeren Sturz?

Tja, während die einen gar nicht erst daran denken vorzusorgen, rüsten sich die anderen für alle Eventualitäten. Hier kommen sicherlich Risikobereitschaft und Erfahrungswerte hinzu. Wir möchten Ihnen hier ein paar Anregungen geben, um für sich die passende Ausrüstung zusammenzustellen. Wenn Sie gerade erst in das Radfahren einsteigen, sprechen Sie auch einfach mit anderen Radlern, in aller Regel hilft man sich gern gegenseitig weiter.

Immer dabei

Für jede auch noch so kurze Strecke ist es wichtig, das Fahrrad auf Verkehrstauglichkeit gecheckt zu haben. Ist genug Luft auf den Reifen, funktioniert das Licht und die Klingel? Derzeit sollte auch immer eine OP oder FFP2 Maske und eventuell ein Desinfektionsmittel mitgeführt werden. Zudem möchten wir das Tragen eines Helms anraten, denn egal wie sicher Sie auf dem Fahrrad unterwegs sind, Sie sind nicht allein und ein Sturz durch Fremdeinwirkung kann gerade im Stadtverkehr schnell geschehen. Als Utensilien sind sonst ein Schloss und eventuell eine Luftpumpe ganz sinnvoll. Taschentücher sind immer gut. Für die Nase, die Hände oder wenn doch eine Fliege ins Auge fliegt.

Der kleine Ausflug

Geld: Stellen Sie sich vor, Sie bleiben irgendwo auf Ihrer Tour liegen. Wie können Sie wieder zurück kommen? Notfalls sollten Sie immer ein wenig Geld dabei haben für ein Zugticket oder ein Taxi. Auch ein Getränk, ein Snack oder die Einkehr in eine Restauration wollen bezahlt werden.

Werkzeug: Je nach Länge des Ausflugs sollten Sie an Flickzeug oder besser einen Ersatzschlauch (geht schneller) und geeignetes Werkzeug sowie eine gute Luftpumpe denken. Und können Sie es anwenden? Haben Sie alle Komponenten dabei? Wenn Sie z.B. heftig Offroad unterwegs sind und einen Kettennieter mitführen, brauchen Sie zur Kettenreparatur auch einen zu Ihrer Kette passenden Kettennietstift.

Technik: Laden Sie externe Ansteck-Lampen vor der Fahrt voll auf. Wenn Sie das Handy zur Navigation nutzen, kann der Akku schnell leer werden, daher ist ggf. eine aufgeladene, ausreichend dimensionierte Powerbank mit passendem Ladekabel sinnvoll. E-Bike Besitzer sollten je nach Tourlänge und geplanten Stopps an Ladekabel denken und ggf. im Vorfeld nach Lademöglichkeiten auf der Tour suchen.

Versorgung: Insbesondere bei steigenden Temperaturen ausreichend Wasser trinken und am besten eine volle Trinkflasche mitführen. Ebenso leichte Snacks für zwischendurch. Sind sie extrem-sportlich unterwegs, so sind hier entsprechend hochwertige Nahrungskomponenten angesagt.

Kleidung: Wetterfeste, bequeme und leichte Kleidung. Eventuell – je nach Wetterlage – in einer Satteltasche leichte Regenschutzkleidung oder eine wärmende Zwischenschicht mitnehmen. Sie sollten weder frieren noch durchnässen. Das Zwiebelschichtprinzip ist ideal und modular anwendbar. Zudem ist eine Sonnenbrille bestens geeignet, die Augen nicht nur vor Sonneneinstrahlung, sondern auch vor tieffliegenden Insekten zu schützen.

Apotheke: Sie kennen sich und wissen um Ihre gesundheitliche Situation. Denken Sie insbesondere bei längeren Touren an notwendige Dauermedikationen. Als Diabetiker sollten Sie ggf. Insulin mitführen, als Allergiker entsprechende Medikamente oder gar Notfallsets. Blasen- und Wundpflaster bis hin zu Kompressen und Verband, abhängig davon, ob Sie einmal um den Stadtteich radeln oder mit Salti eine Downhillstrecke zwischen Bäumen runterschießen. Für extremere Touren sind eventuell sogar Schmerzmedikamente und ein kühlendes Schmerzgel sinnvoll. Für alle Radfahrer gilt insbesondere bei starkem Sonnenschein an den Sonnenschutz zu denken, zu schnell fängt man sich einen Sonnenbrand ein. Abhängig von Witterung und geplanter Route eventuell noch Mittelchen gegen Insektenstiche bzw. zu deren nachträglicher Versorgung und eine Pinzette oder besser noch eine Zeckenkarte zum Entfernen dieser Plagegeister.

Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind… aber das müssen wir Ihnen ja nicht erzählen…

Der größere Ausflug

Es gelten – entsprechend dimensioniert – die oben genannten Empfehlungen, jedoch kann die Ausweitung der Tour-Apotheke sinnvoll werden: Desinfektionsmittel, Medikamente gegen Magen-Darm-Beschwerden, Utensilien zur Wundversorgung, Verbandsmaterial, fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel, Mücken- und Insektenspray, Nasenspray, Mittel gegen Halsschmerzen etc.

Hinzu kommen ggf. Zelt, Schlafsack, Handtücher, Nachtwäsche, Zahn-/Körperpflege, Waschmittel, Reisedokumente etc.

Umso wichtiger ist die Ausstattung mit Ihren Basismedikamenten, wenn die Radtour ins Ausland geht und/oder fern ab von Nachschub-Versorgungsstellen verläuft. Lesen Sie auch weitere Artikel zum Thema Reisen hier im Blog.

Wie gesagt, die Balance zwischen „Gewicht einsparen“ und „Versorgung sicherstellen“ obliegt ganz Ihnen und wir wollen nur ein paar Ideen geben. Zudem ist die Bandbreite von „Radfahren“ ja auch riesig. Der eine radelt um den Block oder zur Arbeit, der nächste spurtet auf der Landstraße im Peloton, wieder einer macht lange Radwanderungen und ein anderer macht Kunstsprünge während noch einer downhill den Berg runderfliegt. Auch die Dauer unterscheidet sich von ein paar Minuten zur Arbeit über die Tagestour bis zum Urlaub. Letztlich bleibt auch die Frage, ob Kinder mitfahren. Da kann es einfach keine generellen Empfehlungen geben.

Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall eine schöne und pannen- sowie unfallfreie Fahrradsaison. Wenn wir Ihnen die Tour-Apotheke auffüllen sollen oder Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns einfach an. Wir beraten Sie gern.

Was darf bei Ihnen auf keiner Tour fehlen? Haben wir etwas vergessen zu erwähnen? Nutzen Sie auch gern die Kommentarfunktion.