Hautprobleme in der Pubertät – Akne

Die Pubertät ist der Übergang vom Kind zum Erwachsenen, zumindest körperlich und bezogen auf die Entwicklung der Geschlechtsreife. Die sekundären Geschlechtsmerkmale bilden sich aus, im Gehirn findet eine oftmals komplette „Umverkabelung“ statt, es kann zu Stimmungsschwankungen sowie Unwohlsein kommen – und dann ist da noch diese Hautproblematik, gerade wenn das Aussehen zwecks erster Partnersuche doch (vermeintlich) immer wichtiger wird…

Um das Fazit und somit den großen Dämpfer vorwegzunehmen: Betroffene werden vielen Genussverlockungen widerstehen müssen. Leider ist das Problem ein echter „Spaß“-Verderber in dieser Hinsicht…

Die expliziten Spielverderber heißen Androgene, das sind männliche Sexualhormone, die u.a. auch auf die Talgdrüsen wirken (durch Beeinflussung der Zusammensetzung des Talgdrüsensekrets) und somit zu Akne führen können. Diese Hormone kommen – und das ist absolut natürlich – auch bei Mädchen vor, aber bei Jungs naturgemäß häufiger, weswegen sie oftmals stärker unter Hautproblemen leiden als Mädchen.

Weitere negative Einflüsse auf das Talgdrüsensekret und somit das Hautbild haben aber auch tierische Eiweiße, aus homöopathischer Betrachtungsweise vor allem Schweinefleisch. Zur Linderung sollte versucht werden, den Verzehr zu meiden. Ebenso gehören Zucker, Kaffee, Alkohol, Schokolade, stark gewürzte Speisen, Geschmacksverstärker (wie z.B. in vielen Fertigprodukten), gehärtete Fette und Nikotin auf die Verzichtsliste, quasi alles, was vielen Heranwachsenden „Spaß“ macht. Erschwerend kommen hier Störungen in der verdauenden Darmflora hinzu, da z.B. Faulgase oder toxisch wirkende Stoffwechselprodukte freigesetzt werden. Fall hier vorher schon Hautprobleme im Raum standen hilft häufig eine Sanierung der Darmflora mit entsprechenden Präparaten.

Mehr noch: Darüber hinaus sollte auch Stress reduziert werden, der nicht nur durch starke Belastung (wie z.B. Schulstress) sondern auch durch Störung des normalen Rhythmus des Körpers entstehen kann. Solche Störungen entstehen z.B. durch Schlafmangel, Partybesuche oder nächtliche Computerspielereien, also auch durchaus typischen Beschäftigungen der Heranwachsenden. Im Gegenteil sollte sogar noch für Frischluft, Spaziergänge und mehr Bewegung bis hin zum Sport gesorgt werden.

Es ist für die Betroffenen und deren Eltern oftmals nicht leicht, eine Umstellung von Lebensgewohnheiten (eigentlich weniger Gewohnheiten, sondern vielmehr gesellschaftlich und vom sozialen Umfeld aufgedrängte Verhaltensweisen) und damit eine Linderung des Problems herbeizuführen, zumal des Öfteren auch die Gesprächsbasis mit den Eltern durch die steigende Wichtigkeit des Egos der Teenies Störungen erfährt… Hier ist sehr viel Toleranz und Einfühlungsvermögen der Eltern gefordert. Diese Umstellung der Lebensgewohnheiten und Umgangsformen innerhalb der Familie sollte somit Grundlage einer jeden Behandlung sein, auch wenn es anfänglich schwerfällt (und dies betrifft Eltern und Kinder gleichermaßen!). Aber, mal realistisch betrachtet, oft sind der besagte Spaß und die Gewohnheiten nicht lebensnotwendig und auch nicht zwangsweise notwendig zur sozialen Akzeptanz. Problematisch ist es wohl nur, das einem Heranwachsendem klar zu machen. Je mehr Ihr Kind jedoch weiß, dass es Ihnen wichtig ist und dabei seine Einschränkungen selbst vornimmt anstatt Sie durch die Eltern zu erfahren, desto weniger Spannung wird die Hautproblematik beim Kind verursachen oder verstärken, denken Sie mal zurück an Ihre Kindheit…

Was aber kann man abgesehen von o.g. Umgewöhnungen akut gegen die Pubertätsakne unternehmen? Auf keinen Fall die Problembereiche mit Kosmetika zuspachteln, das kann die Poren verstopfen und das Problem durch Behinderung der Talgabgabe verstärken. Machen Sie Waschungen oder auch Gesichtsdampfbäder mit Kamille, Pfefferminze und Zitronenmelisse auf leicht peeling-wirksamen Frotteewaschlappen, wirken entfettend und töten zudem Bakterien ab. Auch ist es wichtig, eine regelmäßige Darmtätigkeit zu unterstützen, um „Giftstoffe“ schneller auszuscheiden, dies gelingt mit der richtigen Flora sowie einer gesunden, ballaststoffreichen Ernährung am Besten.

Darüber hinaus kann mit naturheilkundlichen und somit i.d.R. gut verträglichen Mitteln unterstützt werden, dazu gehören beispielsweise:

  • Calendula D6 bzw. äußerlich Calendula-Tinktur, es verhindert Narbenbildung und unterstützt ein Behandlung mit Lachesis (Buschmeisterschlange oder Buchviper)
  • Derivatio H, es entgiftet insbesondere bei Schwermetallbelastungen, z.B. aus Amalgam
  • Hepar sulfuris Pentarkan, es hilft bei Akne und Furunkeln sowie schlecht heilender Haut, Neigung zu Eiterungen, Rötung und Schwellungen
  • Lachesis C30, es hilft bei abszessartigen Akne-Effloreszenzen mit starker Vernarbungs- und Entzündungstendenz (siehe auch Kombi Calendula)
  • Nux vomica D6 und JSO-Stoffwechselmittel Nr.1 (St1 Cochlearia cp JSO), sie finden Anwendung bei ungesunder Ernährung und Reizmittelabusus als Akne-Auslöser
  • Solunat Nr. 1, 6, 8, 9 sowie 17, sie werden zur Sanierung des Stoffwechsels und zur Anregung der Leber- und Ausscheidungsfunktion eingesetzt
  • Ähnliche Effekte erzielen auch JSO-Stoffwechselmittel Nr.1 (St1 Cochlearia cp JSO), Lymphmittel Nr.1 (Lf1 Echinacea cp), Darmmittel Nr.1 (W1 Allium cp), Gewebemittel Nr.1 (Gw1 Caulophyllum cp)
  • Sulfur D6 oder D12, beide unterstützen bei eitrigen Hautentzündungen die Ausscheidungsfunktion des Organismus und danach eine problemfreie Ausheilung
  • Gamma Rizol zur lokalen Therapie wirkt antibakteriell und gegen die verursachten Rötungen. Wesentlich besser als die meisten viel zu scharfen Gesichtswässer, die die Haut danach stark austrocknen und damit neue Talgbildung im Übermaß anregen. Kann auch bei Fehlkeimen im Darm systemisch gegeben werden.

Bevor zur chemischen Keule gegriffen wird, sollte man zunächst ein sanftes Vorgehen versuchen, durch vertretbare (aber doch deutliche) Veränderungen der Lebensgewohnheiten, ggf. unterstützt durch homöopathische Mittel. Ganz besonders, weil das Problem einen Betroffenen zumeist längere Zeit begleitet. Wir beraten Sie gern über die genauen und auf Ihre Situation und Problemschwere abgestimmten Möglichkeiten.

Quellen:
  • DAS PTA MAGAZIN, 03/2014, Seite 78 f.
  • Eigene Ausführungen