Endlich mehr Licht
Stimmungsaufheller gesucht?
Unser Experte Dr. Andreas Hagemann, Ärztlicher Direktor der Privatkliniken Duisburg, Eschweiler und Merbeck, hat Tipps für Sie, die den winterlichen Trübsinn schnell in heitere Freude verwandeln.
„Sonne tanken und Waldbaden sind natürliche Maßnahmen, um die Stimmung zu erhellen.“
Als wenn dieser finstere, lausige Winter nie endet… Solche trüben Gedanken haben gerade jetzt viele von uns im Kopf. Kein Wunder: Denn während wir uns am Anfang der kalten Jahreszeit noch darauf freuen, es uns zu Hause so richtig gemütlich zu machen – bei Kerzenschein und heißem Tee –, ist von dieser Heimeligkeit im Februar stimmungstechnisch nicht mehr allzu viel übrig. Weihnachten ist im wahrsten Sinn des Wortes gegessen, Silvester verpufft und das Usselwetter sind wir inzwischen mehr als leid. Also: Was hebt die Stimmung? – Von Stefanie Happ
PS: Mehr zum Thema Licht finden Sie auch hier im Blog. Nutzen Sie gern die Suchfunktion für eine tiefergehende Textrecherche.
Sonne für die Seele
Auch wenn die Tage trist sind und die Lust, nach draußen zu gehen, sich mehr als in Grenzen hält, „sollten Sie sich aufraffen“, sagt Dr. Andreas Hagemann. „Denn insbesondere Spaziergänge im Freien sind Wellness für die Seele“, meint er. Sonnenlicht dringt schließlich selbst durch einen grauen, wolkenverhangenen Himmel. Fällt es auf die Haut, bildet daraus der Körper Vitamin D. Und dieses Sonnenvitamin, wie man sagt, trägt maßgeblich zur guten Laune bei.
Das Glück im Gehen
Vitamin D ist nicht der einzige Grund, warum Schlendern an der frischen Luft unser Stimmungsbarometer nach oben dreht. „Das Gehen hat einen enorm positiven Einfluss auf das Gehirn“, weiß der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Durchblutung bestimmter Hirnregionen verbessert sich schon nach einer kurzen Wanderung. „Konzentration und Gedächtnisleistungen verbessern sich deutlich“, so Dr. Hagemann. Außerdem kommt es zur Ausschüttung von Endorphinen, also Glückshormonen, die Tristesse einfach vergessen lassen.
Wald wirkt Wunder
Ganz egal, wo wir uns die Beine vertreten, ist es allerdings nicht. „Im Wald“, sagt der Psychotherapeut, „kann die Seele regelrecht aufatmen.“ Und er ermuntert zum Waldbaden – zum Eintauchen in die Natur. Denn inmitten von immergrünen Fichten, Kiefern und Tannen tummeln sich ätherische Öle, die den typischen Waldduft ausmachen. Sogenannte Terpene dringen von der Nase direkt ins Oberstübchen, wo sie ein bedingungsloses Wohlbefinden auslösen. Nicht umsonst sagt man: „Der Wald gehört zu den besten Krafttankstellen.“ Die feinen Moleküle in der Luft helfen beim Abbau von Stress und sorgen dafür, dass wir entspannt den Wald wieder verlassen. Noch dazu hat das Grün der Bäume laut moderner Farbpsychologie eine beruhigende Wirkung auf unser Gemüt.
Sport spornt an
Auch Sport kann glücklich machen. „Wer regelmäßig joggt, in die Pedale tritt oder im Schwimmbad seine Bahnen zieht, fördert die Dopamin-Produktion im Gehirn. Dieser Neurotransmitter“, erklärt Dr. Andreas Hagemann, „gibt uns inneren Antrieb und ein Gefühl der Freude.“ Noch dazu stößt dieser Botenstoff entzündungshemmende Prozesse im ganzen Körper an – gut fürs allgemeine Wohlbefinden.
Her mit der Helligkeit
Wer es partout nicht schafft, vor die Tür zu gehen – ob wegen Regen, Glatteis oder weil der Feierabend noch nicht naht –, muss trotzdem nicht auf die Extraportion Helligkeit verzichten. Mit speziellen Tageslichtlampen aus Ihrer Vor-Ort-Apotheke holen Sie sich die Sonne einfach nach Hause. Mit rund 10.000 Lux (ohne schädlichen UV-Anteil) wirken sie Symptomen entgegen, die typischerweise aufgrund von Lichtmangel entstehen. Bei Schlafstörungen in der Nacht, Tagesmüdigkeit und betrübter Stimmung, sogar bei einer Winterdepression hat sich diese Art der Lichttherapie bewährt. Außerdem gilt für Ihre Wohnräume: Vorhang auf! „Gute Lichtverhältnisse“, rät der Experte, „sorgen für eine angenehme Wohlfühl-Atmosphäre.“
Geniessen Sie sich glücklich
Außer Lichttanken und Waldbaden können Sie noch einiges mehr tun, um Ihre Stimmung an trüben Tagen zu verbessern. Ausgewogen essen zum Beispiel und pflanzlichen Lebensmitteln, also grünem Gemüse und Hülsenfrüchten, den Vorrang geben. Spinal, Spargel und Petersilie enthalten viel Folsäure – ein Vitamin, das die Nerven unterstützt. Aber auch Fisch, Nüsse und gute Pflanzenöle gelten als Stimmungsaufheller aus dem Speiseregal. Ihre Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für die Hirnfunktion und fördern die Ausschüttung von Serotonin, unserem Glückshormon. Ein „stimmungsvoller Genuss“ ist zudem heißer Kakao. Mit seinem Theobromin, einer Coffein-ähnlichen Substanz, wirkt er stimulierend und anregend. Die echte Kakaobohne – ohne Zuckerzusatz – macht also wach an dunklen, müden Tagen.
Johanniskraut & Passionsblume
Das perfekte Pflanzenduo, wenn sich der gefühlt ewig lange Winter wie Blei aufs Gemüt legt. Johanniskraut [Hypericum perforatum] hat eine nachweislich stimmungserhellende Wirkung. Mit seinen leuchtendgelben Blüten gilt es als „Sonne für die Seele“. Passionsblume [Passiflora incarnata] verstärkt diesen Effekt, indem sie Gamma-Aminobuttersäure, kurz GABA, positiv beeinflusst. Sie regt damit diesen körpereigenen Botenstoff an, der für unsere Beruhigung sorgt. Kombi-Präparate mit Johanniskraut und Passionsblume bekommen Sie in Ihrer Apotheke. Lassen Sie sich vor Ort zur richtigen Einnahme und möglichen Wechselwirkungen beraten.
So überwinden Sie das Wintertief
Apropos: Erholsamer Schlaf ist essenziell wichtig für unsere emotionale Ausgeglichenheit. 7,5 Stunden pro Nacht sollten es sein. Überhaupt trägt bewusste Entspannung dazu bei, dass wir das Stimmungstief in der finsteren Jahreszeit überwinden. „Dabei fördern kontinuierliche Zeiten im Entspannungsmodus die körperliche und geistige Regeneration und können einem winterlichen Durchhänger entgegensteuern“, betont Dr. Andreas Hagemann. Besonders bewährt haben sich Yoga, Pilates und die Progressive Muskelrelaxation. „Einen hundertprozentigen Schutz vor Winterblues oder gar einer Winterdepression“, sagt der Psychotherapeut, „hat dennoch leider niemand von uns. Erhellt sich Ihre düstere Stimmung trotz aller sonnigen Maßnahmen nicht, suchen Sie sich professionelle Unterstützung.“ Erste Anlaufstelle ist Ihr Hausarzt.
Beruhigende Bergamotte
Der fruchtig-herbe Duft der Bergamotte [Citrus bergamia] weckt die Sinne auf. Feinste Duftmoleküle erreichen von der Nase direkt das Gehirn. Dort geben sie das Signal, Serotonin, also Glückshormone, sprudeln zu lassen. Wie Forscher der Universität Mailand herausgefunden haben, kann Bergamotte Stressgefühle mildern und Ängste lösen. Beruhigend und belebend zugleich – perfekt also für trübe Wintertage. Das 100 Prozent reine ätherische Öl für den Diffuser ist in Ihrer Apotheke erhältlich. Und es schafft eine heitere Atmosphäre.
Winterblues oder Winterdepression?
Schlechte Stimmung in der dunklen Jahreszeit kennt fast jeder von uns – jedenfalls von Zeit zu Zeit. Der Lichtmangel schlägt aufs Gemüt und versetzt uns in Melancholie. So ein Winterblues vergeht meist von allein, sobald die Vorfrühlingstage allmählich und spürbar heller werden. Ganz anders sieht die Sache bei einer Winterdepression aus. Fachlich nennt man sie saisonal abhängige Depression, kurz SAD. Betroffene fühlen sich niedergeschlagen, antriebslos und schläfrig, selbst am Tag, haben Heißhungerattacken – meist auf Süßes – und schlagen sich folglich mit Gewichtszunahme herum. Auch wenn sich das Allgemeinbefinden im Frühjahr bessert, tauchen die Symptome im nächsten Herbst zurück. Typisch ist ein wiederkehrender Verlauf. Oft verstärken sich die depressiven Episoden von Jahr zu Jahr. Manchmal werden sie sogar zum Dauerzustand. Zwar unterscheidet sich der saisonale Rhythmus von der klassischen Depression. Die Übergänge können jedoch fließend sein. Um gegenzusteuern, sollte sich niemand scheuen, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Tipp: Sanfte Stimmungsaufheller aus der Natur gibt’s in Ihrer Apotheke und natürlich stehen wir Ihnen gern beratend zur Seite.

